Sonntag, 11. Januar 2015

[Rezension] Das Kurtisanenhaus






Shanghai, 1912: Stürmische Zeiten kündigen sich an. Der Sturz des chinesischen Kaisers versetzt die Stadt in Aufruhr. Auch die Amerikanerin Lucia Minturn blickt einem ungewissen Schicksal entgegen. Sie kam einst der Liebe wegen in dieses ferne Land und blieb schließlich für ihre Tochter Violet. Schweren Herzens entschließt sie sich, China zu verlassen. In den Wirren wird sie jedoch von ihrer Tochter getrennt und während Lucia auf dem Schiff nach San Francisco um Violet bangt, wird die Vierzehnjährige in ein Kurtisanenhaus verschleppt. Verzweifelt wendet sich Violet dort an einer der Kurtisanen, die ihr bald zur engsten Vertrauten wird. Und so setzt Violet ihre ersten Schritte auf einem langen und beschwerlichen Weg, der ihr alles abverlangt - und sie nach schweren Schicksalsschlägen doch zu großer Liebe führen wird. 


Das Buch beginnt zunächst mit der aktuellen Lebenssituation von Lucia und ihrer Tochter und erzählt sehr ausschweifend und genau ihre wohnliche aber auch private Lage. Dies hat mir zunächst nicht so gut gefallen da ich das Gefühl hatte die eigentliche Geschichte beginnt erst ca. ab Seite 100. Die Geschichte nimmt nur sehr langsam an Fahrt auf und ich hatte das Gefühl die Autorin Amy Tan verliert sich regelrecht in der Beschreibung jeder Kleinigkeit. 
Als die tatsächliche Geschichte allerdings begann wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, so sehr war ich gefesselt. 
Das Buch wird lange aus der Sicht von Violet erzählt, wechselt dann aber auch zur Erzählperspektive der Mutter, aus deren Blickwinkel sich viele Dinge erklären. Durch diesen Zeitwechsel erhält das Buch noch einmal eine neue Spannungsebene, die zwar zunächst für den Leser etwas gewöhnungsbedürftig ist, sich aber wunderbar erklärend in den Erzählstrang einfügt.
Die einzelnen Handlungen und deren Schauplätze versetzen den Leser in eine Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Leser erfährt viel über die einzelnen Schauplätze, ihre Hintergründe und auch über verschiedene Traditionen und Gebräuche Chinas. 
Auch wenn das Buch im Klappentext schon erklärt das Violet am Ende ihre große Liebe finden wird tut dies der Spannung keinen Abbruch. Immer wieder gerät Violet in neue Schwierigkeiten oder Intrigen und die ganze Zeit über fiebert, leidet und hofft man mit ihr mit. 




Das Kurtisanenhaus ist ein interessanter Roman über das Leben im früheren China und trotz der Detailverliebtheit der Autorin hat mir das Buch mit jeder Seite die ich gelesen habe immer besser gefallen. 









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen