Mittwoch, 22. April 2015

[Rezension] Kurz bevor das Glück beginnt






Schon lange glaubt Julie nicht mehr an Märchen. Durch einen Zufall lernt die allein erziehende Mutter eines Tages jedoch Paul kennen, der sie und ihren 3-jährigen Sohn großzügig in sein Haus am Meer einlädt. Julie erlebt ein paar intensive Tage, die ihr neue Zuversicht schenken. Doch dann wir ihr unverhofftes Glück erneut auf eine harte Probe gestellt. 



"Kurz bevor das Glück beginnt" ist ein wunderbar geschriebenes Buch, dass mir wirklich unter die Haut ging und mich sehr berührt hat. 
Die Geschichte handelt von Liebe, Hoffnung, Verzweiflung, Schmerz und Zuversicht. Dabei ist es Autorin Agnès Ledig gelungen dem Buch die Schwere zu nehmen, in dem sie immer wieder humorvolle Alltagssituationen mit einfließen lässt. 
Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und trotz seiner Leichtigkeit zum Nachdenken anregt. 
Hauptfigur der Geschichte ist Julie. Sie ist Anfang 20, allein erziehende Mutter ihres 3-jährigen Sohnes und hat zudem noch einen Job als Kassiererin in einem Supermarkt. Als wäre ihr Alltag und ihre Geldsorgen nicht schon schwer genug, hat sie auch noch einen Chef, der keine Gelegenheit auslässt ihr das Leben zur Hölle machen. Ihr Sohn Lulu ist ihr ganzes Glück und für ihn hat sie nicht nur auf ein Studium verzichtet, sondern dreht auch jeden Cent zweimal um und verzichtet wirklich auf vieles für ihn. Hier wird wirklich toll beschrieben, wie groß Mutterliebe ist und wie viel sie bedeutet.
Da kommt auch schon Paul ins Spiel. Paul ist 51 Jahre alt und wurde vor kurzem nach 30 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen. So muss er nun selbst einkaufen gehen und trifft dabei auf die Julie, die ihm irgendwie leid tut, so traurig wie sie ist. Kurz entschlossen lädt er sie in ihrer Mittagspause zum Essen ein. Dort überredet er sie, ihn und seinen Sohn zum Urlaub am Meer zu begleiten. Ich fand es toll wie sehr er sich um Julie und ihren Sohn kümmert und ihnen zu ein paar schönen Tagen verhilft.
Pauls Sohn Jerome stellt die dritte Hauptfigur dar und er ist zunächst alles andere von Julie und ihrem Sohn begeistert. Seine Frau beging vor kurzem Selbstmord und so leidet er stark an Depressionen. Jerome war mir zunächst nicht so wirklich sympatisch, was wohl an seiner mürrischen Art lag. Im Laufe des Buches zeigt sich aber, dass hinter der harten Schale auch ein weicher Kern steckt und so wurde er mir dann doch noch sympatischer.
Das Buch liest sich sehr gut und die Handlung hat mich wirklich sehr berührt. Besonders gefallen haben mir auch die Weisheiten, welche die Autorin mehrfach erwähnt und die zum Nachdenken anregen sollen. So z.b. auf Seite 197/198 "Wunder kommen zu denen, die an sie glauben". Ein Großteil des Buches beschäftigt sich mit dem Thema Glück und der Leser wird dazu angeregt, darüber nachzudenken was Glück bedeutet und was im Leben wirklich zählt. 
"Kurz bevor das Glück beginnt" ist ein herzzerreißender, emotionaler und rührender Roman, bei dem kein Auge trocken bleibt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass bei mir bei einem Buch jemals so viele Tränen geflossen sind wie bei diesem. 
Auch der Titel des Buches ist hervorragend gewählt, da er perfekt zum Inhalt passt. Einen runden Abschluss bildet für mich das Cover, welches ausschließlich positive Gefühle assoziiert und an die schönen Tage in der Bretagne erinnert. 



Bei diesem gefühlvollen Roman stimmt wirklich alles und für mich ist es eine klare Leseempfehlung. Selten wurde ich bei einem Buch so stark berührt. Meine Hochachtung an die Autorin für dieses Meisterwerk!!!






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