Donnerstag, 23. Juli 2015

[Rezension] Worte in meiner Hand





Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem Buchhändler in Amsterdam. Ein großes Glück für sie, denn sie liest und schreibt und kann ihrer Leidenschaft heimlich nachgehen. Der neue Hausgast ihres Herrn fasziniert sie: Er arbeitet ununterbrochen, und er zieht viele Besucher an. Sie erfährt seinen Namen: René Descartes. Sie ist zu neugierig, um Distanz zu wahren. Und auch Descartes ist schon bald von ihrem Charme und Wissensdurst eingenommen. Sie verlieben sich, was nicht sein darf. Die Geschichte einer Frau, die mehr vom Leben verlangt, als ihre Zeit ihr bereit ist zu geben. 



Ihr wisst ja wie sehr ich Bücher dieser Art liebe ;)
Das Cover ist wunderschön und als ich den Klappentext gelesen hatte MUSSTE ich dieses Buch sofort haben. Ich habe dem Postboten das Päckchen fast aus der Hand gerissen so ungeduldig war ich. Ich habe es dann direkt lesen angefangen und sofort verschlungen, naja man könnte auch sagen inhaliert. 
Die Geschichte wird aus der Sicht von Helena erzählt, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Sie ist noch sehr jung, gerade erwachsen und will sich einfach nicht damit abfinden, dass das Leben für sie nur aus Kochen, Wäsche waschen und putzen besteht. Besonders fasziniert ist sie von der Arbeit ihres Herrn, einem Buchhändler, weshalb sie immer wieder heimlich schreiben und lesen übt. Besonders gut gefallen haben mir hier die gesellschaftlichen Unterschiede, die die Autorin sehr detailliert darstellt. Während Helena's Herr Papier und Tinte besitzt hat sie als einfach Magd nichts dergleichen. Dennoch gibt sie nicht auf und hat viele kreative Ideen und weiß sich stets selbst zu helfen. Helena ist einfach eine einzigartige Protagonistin und es war wundervoll ihren Lebensweg begleiten zu können. 
Dann ist da noch René Descartes. Mit ihm wurde ich leider nicht so wirklich warm. Er ist zwar nicht unsympathisch und seine Art und sein Charakter passen zu der damaligen Zeit und auch zur Geschichte, aber dennoch blieb er mir immer etwas fremd. 
Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an das Buch und muss sagen sie wurden mehrfach übertroffen. Immer wieder passieren Wendungen, mit denen man überhaupt nicht rechnet. Die Autorin hat keine vor Romantik triefende Geschichte zu Papier gebracht sondern zeigt auch immer wieder, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, sondern auch richtig hart und gemein sein kann. 
Der Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen. Die Kapitel sind nie sehr lang wodurch sich das Buch zügig lesen lässt. Gleichzeitig schafft Guinevere Glasfurd sämtliche Emotionen einzufangen und ich bin richtig in der Welt von Helena versunken und habe um mich herum nichts mehr wahrgenommen. Und das liebe ich so sehr beim Lesen. Es war wirklich nie langweilig und ich hätte noch viele Seiten mehr lesen können. 
Eine Anmerkung zur Geschichte am Ende des Buches hat dieses Werk für mich perfekt abgerundet. 


"Worte in meiner Hand" ist eine wundervolle Geschichte, die mich sehr berührt hat und die noch sehr oft lesen werde. Authentische Charaktere, vor einer tollen Kulisse und dazu eine spannende Story, machen das Lesevergnügen perfekt. Eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr!!




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