Sonntag, 16. August 2015

[Rezension] TOTENHAUS




Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss, dass hier Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt...



Der Prolog war zunächst recht spannend und viel versprechend und ich war gespannt auf das, was da wohl noch kommen würde. Ich war zunächst etwas verwirrt, weil man direkt mitten im Geschehen war und nicht langsam hinein geführt wurde. 
Es gibt einen Vorband, den ich leider nicht kenne und deshalb war mir Blum anfangs zunächst recht fremd. Ich dachte das würde sich mit dem Verlauf der Story bessern, aber dem war leider nicht so. Blum wurde mir von Kapitel zu Kapitel immer unsympathischer und sie hat mich regelrecht genervt. Ihr Handeln und ihr ständiges rumheulen haben mich fast wahnsinnig gemacht. 
Auch die weiteren Charaktere wirken sehr verstörend und zugleich oftmals oberflächlich auf mich. Lediglich Karl und die Kinder waren mir sympathisch und haben mein Mitgefühl. Alle anderen sind mir bis zum Ende hin fremd geblieben.
Die Geschichte selbst konnte mich auch so gar nicht packen. Der Schreibstil des Autors ist sehr kurz und monoton. Auch die Dialoge sind anders als man es gewohnt ist. Hier mal ein kleiner Auszug als Beispiel:

Seite 23:

- Jetzt sag schon, Blum. 
- Was denn?
- Was passiert ist. 
- Ich weiß es nicht, Karl.
...

Sämtliche Dialoge sind genau so dargestellt. Das war zunächst etwas befremdlich für mich, aber ich habe mich dann doch schnell daran gewöhnt. Gefallen hat es mir allerdings nicht. Denn sämtliche Emotionen, mit denen sonst die Aussagen der Figuren betont werden fehlen auf diese Weise. 
Auch sonst mochte ich den Plot überhaupt nicht. Ich weiß bis jetzt nicht, was der Autor mit all dem bezwecken wollte. Für einen Thriller war zudem keinerlei Spannung vorhanden. Es kam mir eher wie ein dramatischer Roman vor, nicht aber wie ein fesselnder Thriller. 
Das Ende, gipfelte meine Enttäuschung dann noch einmal, denn auch hier nur unlogische und nicht nachvollziehbare Geschehnisse, die mich wütend zurück gelassen haben.



"Totenhaus" hat mich leider extrem enttäuscht. Statt einer rasanten Verfolgungsjagd mit packendem Finale traf ich auf unlogische Handlungsverläufe und langatmige Textpassagen, die ich am liebsten überblättert hätte. Daher kann ich die Geschichte nicht weiterempfehlen. 




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