Mittwoch, 21. Oktober 2015

[Rezension] Folter





Die 16-jährige Mia Elston, Tocher des Kommandanten einer US-Militärbasis in der Nähe von Venedig, ist verschwunden. Capitano Katerina Tapo von der venezianischen Polizei und Holly Bolland vom US-Militär werden damit beauftragt, das Mädchen zu finden - und ihnen bleibt nicht viel Zeit. Über eine verschlüsselte Webseite tauchen Videos von Mia auf - auf einem Stuhl sitzend, gefesselt, nackt. Bildunterschriften besagen: >>Laut den USA ist der Entzug sensorischer Reize keine Folter. Ist sexuelle Erniedrigung keine Folter. Ist Waterboarding keine Folter. Sehen Sie heute Abend um 21 Uhr, wie Mia Elsten NICHT gefoltert wird.<<



"Folter" stellt den zweiten Band der "Carnivia-Trilogie" dar und lässt sich aber sehr gut als Einzelband lesen. Ich selbst kenne den ersten Band nicht und hatte aber keine Probleme der Geschichte zu folgen, da sie gut als Einzelband funktioniert. 
Vorweg möchte ich allerdings gleich einmal darauf hinweisen, dass diese Geschichte nichts für zarte Gemüter ist, da einige Foltermethoden, wie beispielsweise das Waterboarding sehr detailliert beschrieben werden. 
Der Schreibstil von Jonathan Holt ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und man kommt zügig voran. Zwischendurch allerdings gibt es immer wieder italienische Sätze und auch viele Chatdialoge aus der virtuellen Welt Carnivia. Das Italiensche habe ich des öfteren leider nicht verstanden und die Dialoge waren teilweise überflüssig und haben mich dann doch etwas gestört. Da hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht. 
Mit Ausnahme von Mia konnte ich zu keiner anderen Figur einen Draht finden. Sie alle sind mir eher fremd geblieben und werden mir wohl auch nicht lange in Erinnerung bleiben. Warum, weiß ich selbst nicht so genau, aber irgendwie fehlte mir das besondere Etwas, dass einen Charakter ausmacht. Mit Mia hingegen habe ich immer mitgefiebert und gehofft, ob sie rechtzeitig gerettet wird und was ihre Entführer wohl als nächstes mit ihr vorhaben. Ihr innere Stärke bewundert mich zudem sehr, denn nicht jeder trägt eine solche in sich und es war toll mit anzusehen wie sie sich nicht ihrem Schicksal hingibt sondern die Hoffnung behält und kämpft. 
Ab der Mitte hat mir dann allerdings etwas Tempo gefehlt und die Geschichte zog sich ein wenig in die Länge. Da war es dann stellenweise sehr zäh und ich musste mich durch die ein oder andere Seite quälen. Auch die letzten ca. 100 Seiten haben mir nicht mehr so ganz zugesagt wie der Beginn des Buches. Dennoch ist das Ende sehr gelungen und rahmt die Geschichte gut ein.



"Folter" ist ein durchaus lesenswerter Thriller, mit einigen Lerneffekten, der mir wohl abgesehen von den Handlungsabschnitten mit Mia nicht lange im Detail im Gedächtnis bleiben wird. 




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