Dienstag, 26. Januar 2016

[Rezension] Der Lauf der Zeit






"Du hattest die Kreuz Dame!", rief Heinrich Kanne aus, und satt zufrieden lachte Bruno von Halcan. "Natürlich ich, wer denn sonst?" Sie spielten Doppelkopf und Bruno hatte die ganze Runde, alle drei Freunde, bis zur letzten Karte über sein Blatt im Unklaren gelassen. Er hatte erst zuletzt die zweite Kreuz Dame ausgespielt, dadurch die Gegenpartei irritiert, ein paar schöne Punkte gemacht und das Spiel gewonnen. 

Seit seiner Schülerzeit liebt der schüchterne Bruno von Halcan Margarete Leuchtenfeld. In den fünfziger und sechziger Jahren geht er zur Schule, studiert in den Achtundsechzigern und wird Anwallt. Als er Erfolg hat, verlässt ihn Margarete...




Über Bloggdeinbuch.de habe ich "Der Lauf der Zeit" als Rezensionsexemplar erhalten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür. Veröffentlicht wurde das Buch über die epubli GmbH
Die Thematik des Buches hat mich zunächst doch sehr angesprochen und ich habe mit großer Vorfreude zu Lesen begonnen. Die Freude wurde jedoch schnell getrübt. Zum einen hatte ich besonders zu Beginn große Probleme mit dem Schreibstil, da ich das Gefühl hatte regelrecht von Schachtelsätzen erschlagen zu werden. Zum anderen scheint Friedrich von Bonin sehr darum bemüht seinen Lesern das Geschehen nahe zu bringen. Leider jedoch verliert er sich oft in Beschreibungen, wodurch der rote Faden der Geschichte verloren geht. So beschreibt er beispielsweise den Tisch an dem Bruno mit seinen Freunden spielt, bis ins letzte Detail der Verzierungen und mit den Stühlen, sowie der Wasserkaraffe verfährt er eben so. Dadurch enstehen unnötige Längen, die das Lesen sehr anstrengend werden lassen. Auch einen Spannungsbogen habe ich bis zu letzt vermisst. Die Geschichte plätschert wie ein langsamer Bach vor sich hin, aber wirklich interessant oder fesselnd wird es nie. Der Einblick in das Leben eines Anwalts, der uns hier gewährt wird ist zwar durchaus nicht uninteressant allerdings ist es mir persönlich für ein gutes Buch zu wenig. 



"Der Lauf der Zeit" ist alles in allem eine schöne Idee, allerdings nicht sehr passend umgesetzt. Es fehlt an Spannung, da der Autor sich zu sehr in Details verliert und der Inhalt so recht trocken und lahm wird. 




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