Freitag, 15. Januar 2016

[Rezension] Der Traum vom Horizont





Apia, 1902: Die adelige Familie von Bahlow kommt aus Potsdam in die Kolonie Deutsch-Samoa, um dort einen Neuanfang zu wagen. Während der ehrgeizige Karl von Bahlow davon besessen ist, sich als Pflanzer einen Namen in der Kolonie zu machen, erleben seine Frau Rosa und die drei Töchter Grethe, Helene und Martha den Umzug in die neue Heimat auf ihre ganz eigene Weise. Die fremdartige Kultur der Südsee verändert jede der vier Frauen, beschwört schicksalhafte Begegnungen herauf und zeigt ihnen den Zauber der Liebe. Besonders ein geheimnisvoller Weltenbummler beeinflusst das Schicksal der Familie nachhaltig, während sich die Ereignisse schließlich überstürzen und im Ausbruch des ersten Weltkriegs gipfeln, der alles auseinanderzureißen droht.




"Der Traum vom Horizont" durfte bei mir Dank der lieben Autorin Alexandra Fischer bereits schon vor Veröffentlichung einziehen. Ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut und noch mehr über die Geschichte selbst. 
Während dem Lesen ist mir immer wieder aufgefallen wie genau und aufwendig die Autorin recherchiert haben muss, so viele kleine aber nicht unbedeutende Details fließen in die Geschichte mit ein. Man bekommt einen großartigen Einblick in die Lebensumstände der damaligen Zeit und vor allem wird auch immer wieder deutlich wie schwer es für Frauen damals war, ihre Träume und Wünsche zu verfolgen und in die Tat umzusetzen. 
In der Geschichte begleiten wir die Familie von Bahlow, wobei jedes Familienmitglied eine wichtige Rolle belegt. Die vier Frauen könnten in ihrer Art und ihrem Charakter nicht unterschiedlicher sein und dennoch habe ich mich sofort mit allen verbunden gefühlt, mit ihnen gelitten und mitgefiebert und gebangt. Es war oft sehr herzzerreißend mitzuerleben wie schwer sie es haben ihre Lebensträume zu verwirklichen, besonders auch durch den Druck des Familienoberhauptes. Karl von Bahlow, ein Charakter den ich zutiefst unsympathisch finde und dem ich gerne das ein oder andere Mal Kontra gegeben hätte. Durch seine strenge, jähzornige, resolute aber auch gewalttätige Art unterdrückt er sowohl seine Frau, als auch seine drei Töchter und macht ihnen das Leben zum Teil zur Hölle. Mehr als einmal war ich beim Lesen sehr froh, dass wir heutzutage keine so Zustände mehr haben und Frauen durchaus ihre eigene Meinung äußern und ihr Leben frei gestalten können so wie sie es möchten. 
Die Handlungen haben mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen und gefesselt und ich war ein wenig traurig, als ich dann fertig mit lesen war, da ich die Familie gerne noch weiter auf ihrem Lebensweg begleitet hätte. 




"Der Traum vom Horizont" ist ein packender, herzzerreißender Roman über das Schicksal einer Familie in Deutsch-Samoa, die man nicht so schnell wieder vergisst. Ich bin von vorne bis hinten restlos begeistert!!



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