Donnerstag, 21. Juli 2016

[Rezension] Bucht der Schmuggler





Karibik 1635: In den spanischen Kolonien hat der Schwarzhandel überhand genommen. Der neue Gouverneur von Hispaniola schwört, jeden Schmuggler, den er erwischt, eigenhändig aufzuhängen. Die schöne Doña Maria zittert um ihren Gemahl, einen reichen Pflanzer und heimlichen Drahtzieher des verbotenen Handels. Im fernen Bremen hat der junge Handelsherr Jan van Hagen nur die Wahl zwischen Schuldturm und Flucht in die Neue Welt, um als Schmuggler das verlorene Familienvermögen wieder herzustellen. Noch in der Nacht entkommt er den Schergen und nimmt Kurs auf Westindien. Seine Suche nach dem Gold des Südens hat begonnen. 



"Bucht der Schmuggler" ist nicht mein erstes Buch von Ulf Schiewe und ganz bestimmt auch nicht mein Letztes. 
Der Schreibstil des Autors sprüht nur so vor Leichtigkeit und das Buch ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Bereits nach den ersten Seiten, hatte mich das Buch so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich nicht mehr mit dem Lesen aufhören konnte. 
Besonders beeindruckt hat mich die Mischung zwischen belegten Begebenheiten, Abenteuern und bildhaften Beschreibungen. Ich hatte die ganze Zeit so viele Bilder in meinem Kopf als wäre ich selbst vor Ort mit den Protagonisten gewesen. Sei es nun die Zuckerplantagen, auf der Sklaven in schweißtreibender Hitze ihre Arbeit verrichten, während die heiße Sommersonne auf sie runter brennt, oder sei es die kalte Seeluft, die spritzende Gischt und der Wind in den Segeln auf einem Handelsschiff. Alles ist sehr detailliert und eindrucksvoll beschrieben und ich bin wahrhaft begeistert. 
Auch die Charaktere haben mir allesamt sehr gut gefallen. Jede einzelne Figur wirkt sehr vielversprechend, hat aber auch Ecken und Kanten, wodurch sie alle sehr authentisch und realistisch wirken. 
Da wäre zum einen Jan van Hagen, der aus seiner Heimat fliehen muss um nicht im Schuldturm zu landen. Trotz seines jungen Alters ist er ein sehr fähiger Kapitän, der sich stets um seine Mannschaft kümmert und bemüht, seine Ziele aber trotz Gefahren nicht aus den Augen verliert. Er ist ein sehr zielstrebiger Mensch, auf den man sich jederzeit verlassen kann. 
Dann hätten wir noch Doña Maria, welche in der Neuen Welt an der Seite ihres Mannes lebt. Auch sie habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Denkt man zunächst, dass es sich bei ihr um eine Dame reicher Herkunft handelt, ein verwöhntes Püppchen vielleicht, so irrt man sich gewaltig. Im Laufe der Geschichte beweist sie mehr als einmal Rückgrat und Mut, den man ihr nicht unbedingt zutrauen würde. 
Aber auch der neue Gouverneur, wird durch einen starken wenn auch nicht sehr sympatischen Charakter dargestellt. Er ist ein sehr zielstrebiger, aufbrausender Mensch, den man besser nicht wütend machen sollte, da man es sonst sehr bereuen könnte. 
Neben wundervoll gestalteten Charakteren und einer spannenden eindrucksvollen Geschichte verleiht Ulf Schiewe dem Buch zusätzlich noch einen besonderen Charakter, indem er historische oder auch landestypische Begriffe nicht eindeutscht sondern kursiv geschrieben einfließen lässt. 
Auch das Ende des Buches hat mir ausgesprochen gut gefallen. Obwohl es in sich stimmig ist, bleiben dennoch ein paar Fragen offen, die eine tolle Möglichkeit für weitere Bände offen lässt. 

"Bucht der Schmuggler" ist ein wundervolles Werk, den ich nicht nur Fans historischer Romane empfehle. Ich hoffe sehr, dass bald weitere Bände folgen werden.




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