Dienstag, 26. Juli 2016

[Rezension] Poldark - Abschied von gestern



Der Krieg in Nordamerika ist vorbei, doch als Ross Poldark in seine Heimat zurückkehrt, ist nichts, wie es war. Er hat alles verloren: Sein Vater ist tot, sein Besitz heruntergekommen und Elizabeth, die er heiraten wollte, ist mit seinem Cousin Francis verlobt. All seine Bemühungen, Elizabeth doch noch umzustimmen, sind vergeblich. Er verliert jegliches Interesse am Leben. Und dann begegnet er einem Mädchen mit dem Namen Demelza. Sie ist arm und nicht aus seiner Welt. Seien Familie ist entsetzt, doch sie wird sein Leben für immer verändern. 



Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Beispiel dafür, warum man einen Klappentext nicht lesen sollte. Ich hatte etwas komplett anderes erwartet. Zum einen spielt Demelza in der ersten Hälfte des Buches kaum eine Rolle. Sie wird lediglich ab und an mal in einem Nebensatz erwähnt, aber kommt selbst kaum zu Wort. Zum anderen ist sie noch fast ein Kind als sie Ross kennen lernt und irgendwie hat mich das extrem gestört, warum kann ich gar nicht so genau erklären. Mir war der Altersunterschied zu groß, auch wenn es für die damalige Zeit wohl normal gewesen sein dürfte. 
Die Liebe zwischen den beiden hab ich keinem von beiden ganz abkaufen können, Ross allerdings noch etwas weniger. Sie kennen sich kaum, reden eigentlich nie miteinander und plötzlich von einer Seite auf die andere sind sie verheiratet. Das kam mir zu plötzlich und logisch nachvollziehen konnte man es auch nicht. 
Die Zeitsprünge in der Geschichte hatte ich manchmal das Gefühl etwas wichtiges zu verpassen. Teilweise vergehen zwischen zwei Kapiteln mehrere Monate und ich musst mich immer wieder neu orientieren. Dadurch hat das Lesen viel Konzentration erfordert, damit man nicht den Überblick verlor. 
Davon abgesehen hat mir die Geschichte aber doch recht gut gefallen. Winston Graham beschreibt die gesellschaftlichen Lebensumstände und Unterschiede zwischen reich und arm sehr bild gewaltig und ich fühlte mich direkt in die Zeit um 1780 hinein versetzt. 



Trotz ein paar Kritikpunkte hatte ich viel Vergnügen beim Lesen. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die Liebe zwischen Ross und Demelza weniger plötzlich erfolgt. Mir hat einfach ein Kennenlernen der beiden und ein langsames näher kommen gefehlt. Ich bin schon gespannt wie die Geschichte in der Fortsetzung weitergeführt wird.



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