Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] Zerschnitten



Henry Cutter hat viele Menschen ermordet - sehr viele Menschen. Doch die Morde finden nur in seiner Imagination statt, denn er ist ein berühmter Thrillerautor. Eines Tages behauptet Cutter, die geschilderten Morde tatsächlich begangen zu haben. Niemand glaubt dem Autor, denn unlängst wurde bei ihm eine voranschreitende Demenz diagnostiziert. Cutter kann keiner Erinnerung mehr trauen. Das Problem daran ist nur, dass in seiner Umgebung plötzlich schreckliche Morde geschehen. Bestialisch - genau wie in den Büchern von Henry Cutter...



Dieses Buch ist bereits mein zweiter Cleave und ich muss leider sagen, dass ich mich ein bisschen schwer getan habe. Aber der Reihe nach. Ich war sehr gespannt darauf, wie viel Einblick man in den Alltag eines Demenzerkrankten erhält und hier hat Paul Cleave tolle Recherchearbeit geleistet. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Cutter, der zunächst seine Diagnose erhält und dann versucht mit dieser zu Leben. Dabei wechseln Abschnitte des Jetzt mit Passagen in denen Cutter seinem späteren Ich schreibt. Auf diesem Weg wollte er versuchen wichtige Dinge festzuhalten bevor er sie vergisst. Diese Sprünge sind zeitweise wirklich interessant geschrieben, teilweise aber auch viel zu langatmig. Insgesamt hat die Demenz einen zu großen Raum in der Geschichte bekommen, wodurch die Morde und deren Aufklärung fast schon nebensächlich wirkten. Richtig fesseln konnte mich das Buch daher leider nicht und ich habe es mehrmals weggelegt weil ich eine Pause gebraucht habe, so mühsam war das Lesen zum Teil. Dann gab es wieder actionreiche und sehr spannende Kapitel bei denen man auch der Lösung des Falls ein großes Stückchen näher kam. Diese hat sich dann auch als weit weniger spektakulär entpuppt als von mir erhofft und ich bin etwas enttäuscht zurück geblieben. 



Leser die Paul Cleave kennen und mögen werden an dem Buch bestimmt ihre Freude haben können, genauso wie all jene die an der Thematik Demenz interessiert sind. Insgesamt lautet mein Fazit, dass man das Buch zwar durchaus lesen kann und es einige lohnenswerte Momente enthält, man verpasst allerdings auch nichts, wenn man es nicht liest. Leider nur eine durchschnittliche Bewertung von mir, ich hatte mir ehrlich gesagt mehr erhofft. 




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