Donnerstag, 15. Dezember 2016

[Rezension] Der Keller


Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songoli ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis  zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nicht von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie. Denn Muna ist viel klüger, als alle ahnen - und ihre Pläne sind viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde...

Für mich war "Der Keller" das erste Buch, welches ich von Minette Walters gelesen habe und das wird es wohl auch bleiben. Selten habe ich ein Buch derart als Zeitverschwendung empfunden als dieses hier. 
Muna hat viele traumatische Erlebnisse hinter sich und ist insgesamt sehr verschlossen. Sprechen ist ihr nie erlaubt und dementsprechend fällt es ihr auch nicht leicht. Dennoch ist sie um einiges klüger als alle anzunehmen scheinen. Ich bewundere auf der einen Seite ihre innere Stärke und das sie an dem Martyrium, das sie erlebt hat nicht zerbrochen ist, aber auf der anderen Seite kann ich ihre Handlungen meistens nicht einmal im Ansatz nachvollziehen. Vieles wirkt zu konstruiert und unrealistisch, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mädchen in dieser Situation wirklich so reagieren könnte. Auch die restlichen Charaktere konnten mich nicht von sich überzeugen und sympathisch waren sie mir ebenfalls nicht. Natürlich sollte die Familie als die Bösewichte dargestellt werden, aber hier hat es die Autorin meiner Meinung nach etwas übertrieben und ich hatte mehrfach das Gefühl, dass sie es besonders darauf abgesehen hat die dunkelhäutige Familie schlecht darzustellen, eben wegen ihrer Hautfarbe. Da ich Rassismus in keinster Weise toleriere hat mir das überhaupt nicht gefallen und stark gestört. 
Die Grundidee der Geschichte klingt eigentlich gut und lässt auf eine spannende Story hoffen. Aber bei der Hoffnung bleibt es dann auch. Das rasche Tempo beim Einstieg der Geschichte und die dort aufkeimende Spannung lassen schnell nach und weichen gähnender und endloser Langeweile. Nach der Hälfte des Buches hätte ich das Buch ohne Probleme zur Seite legen und aufhören können zu lesen, ein Ausgang der Geschichte hat mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich interessiert. Dennoch habe ich mich tapfer auch durch die letzten Seiten gekämpft. Ein Höhepunkt, ein raffiniertes Ende oder ein gelungener Abschluss blieben leider aus. Stattdessen bleiben einige Fragen offen und diese würden sogar noch eine Fortsetzung möglich machen. Hoffen wir, das es nicht soweit kommt.

"Der Keller" war leider eine heillose Enttäuschung für mich. Es fehlt nicht nur an überzeugenden Figuren, sondern auch an Spannung und psychologischer Raffinesse. Für mich war dieses Buch, das schlechteste, das ich seit sehr langer Zeit gelesen habe und ich kann es auf gar keinen Fall weiter empfehlen. 


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