Freitag, 20. Januar 2017

[Rezension] Under Ground


Ein tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker - das Santcum - ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt. 


Zunächst hat mich das Buch irgendwie an "Bunker Diary" und "Silo" erinnert, wobei sich im Verlauf der Geschichte dann doch einige Unterschiede zu diesen Werken bemerkbar machen. Der Schreibstil von S. L. Grey gefällt mir sehr gut, denn das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Auch die Beschreibungen des Aufbau des Bunkers sind bildhaft und haben bei mir sofort ein Bild davon vor Augen erzeugt, ich hatte das Gefühl mich selbst mitten im Luxusbunker zu befinden. Direkt am Anfang des Buches gibt es zudem noch eine Skizze von diesem, indem die einzelnen Stockwerke beschriftet sind.
Zu Beginn widmet sich jedes Kapitel einem einzelnen Bewohner, wodurch man diese näher kennen lernt und auch die Umstände warum sie sich in den Bunker eingekauft hat. So wird zwar jeder Figur genug Raum gewählt, meiner Ansicht nach jedoch zuviel. Es dauert sehr lange bis alle vorgestellt sind und die Geschichte an Fahrt aufnimmt. 
Begeistern konnte mich die Geschichte leider nicht. Statt einem hochspannenden Thriller und fesselndem Überlebenskampf der Bewohner, bekommt man eine konstruierte Handlung serviert, welche stark an eine Reality-Show geht. Insgesamt wirkte das Szenario blass und farblos und ich konnte mich weder mit den Figuren noch ihren Problemchen oder Gedanken identifizieren. 
Der Grund für den Bunkeraufenthalt, also das Virus, wird nur am Rande erwähnt und spielt eher eine untergeordnete Rolle. Insgesamt liegt der Hauptfokus auf dem Innenleben im Luxusbunker, von der Außenwelt ist kaum die Rede. Insgesamt hätte die Geschichte viel Potenzial gehabt, welches leider nur in Ansätzen genutzt wurde. 
Das Ende hat mich dann doch noch einmal überrascht, wobei es mir ebenfalls etwas zu stark konstruiert war. 

"Under Ground" hätte durchaus Potenzial gehabt, welches leider durch farblose Charaktere und klischeehafte Eigenschaften und Handlungen nicht genutzt wird. Im Endeffekt liegt ein durchschnittlicher Thriller vor, der zwar durchaus unterhalten kann, aber dem es leider ein wenig an Spannung fehlt. 


1 Kommentar:

  1. Huhu!

    Hmm, das klingt ja echt nicht so gut, wie schade... Vom Klappentext her hätte ich das Buch direkt gelesen!

    LG,
    Mikka

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