Mittwoch, 10. Mai 2017

[Rezension] Comeback mit Backpack


1980 zog Gitti Müller als Backpackerin in die Welt: strandete auf einer Farm im Regenwald, geriet an finstere Soldaten in den Anden und erlebte hautnah la pura vida am türkisblauen Pazifikstrand. Mehr als drei Jahrzehnte später schultert sie erneut den Rucksack, um ihren Traum von Südamerika noch einmal zu verwirklichen. Dabei erfährt sie, wie sich das Unterwegssein in Zeiten von Google Maps und Smartphones verändert hat, warum ein Rucksack nicht mehr einfach nur ein Rucksack ist und dass auch für eine alleinreisende Frau über fünfzig das Hostel problemlos zum zweiten Zuhause wird. Voller Leidenschaft und Inspiration offenbart sie in ihrem Buch, dass die große Freiheit kein Verfallsdatum kennt.


Mit 50 Jahren, als Frau alleine verreisen? Viele würden hier wohl den Kopf schütteln, aber nicht so Gitte Müller. Bereits 1980 war sie als Backpackerin unterwegs und nun hat sie das Reisefieber erneut gepackt und sie stürzt sich erneut in ein großes Abenteuer. 
Ich liebe Bücher dieser Art, in denen Menschen verreisen und ihre Eindrücke und Erlebnisse mit uns teilen. Voller Freude habe ich mich daher ans Lesen gemacht und wurde nicht enttäuscht. 
Sehr eindrucksvoll, malerisch und auch voller Gefühle und Emotionen beschreibt Gitte Müller ihre Reisen und Eindrücke, die sie dabei sammeln konnte. Dabei erleben wir zum einen ihre Reise 1980 und parallel dazu ihre Erfahrungen von heute. Ich war sehr erstaunt, wie das Reisen damals ablief und wie besonders Grenzübergänge oder fehlende Impfungen gehandhabt wurden. Bei dem Gedanken an die Spritze gruselt es mich jetzt noch. 
Aber nicht nur die Erlebnisse mit den unterschiedlichsten Kulturen und Menschen oder die malerischen Landschaften waren äußerst spannend. Gitte Müller beschreibt zu Beginn auch ausführlich wie sie sich an das Thema Packen heran wagt und worauf man alles achten sollte. Dabei wird deutlich, dass man in Zeiten des Smartphones und Internet einiges an Gewicht einsparen kann, da Karten oder große Kameraausrüstungen nicht von Nöten sind. Die unterschiedlichen Erfahrungen hierzu waren sehr spannend und eindrucksvoll, wobei nicht unbedingt alles besser geworden ist. 
In der Mitte des Buches gibt es zudem einige Bilder ihrer Reisen, wodurch man einen noch besseren Einblick erhält. Mir haben die Bilder wirklich sehr gut gefallen und ich hätte am liebsten auch sofort einen Rucksack gepackt und mich auf den Weg gemacht. 

"Comeback mit Backpack" ist ein leidenschaftlicher und eindrucksvoller Beweis dafür, dass es nie zu spät ist seine Träume zu verwirklichen, egal wie alt man ist oder was andere eventuell über einen denken. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, es war spannend, stellenweise auch immer wieder sehr lustig und hat gleichzeitig zum nachdenken angeregt. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, der gerne einmal selbst hinaus in die große weite Welt hinaus möchte. 



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