Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] Das Erdbeermädchen


Sommer 1893. Die Bewohner von Asgardstrand, einem malerischen Fischerdorf an der norwegischen Küste, bereiten sich auf die Ankunft ihrer reichen Sommergäste vor. Die junge Erdbeersammlerin Johanne soll den Sommer über als Dienstmädchen im Hause des Admirals Ihlen arbeiten. Johanne freundet sich mit Tullik, der impulsiven Tochter des Admirals, an. Als diese eine verbotene Affäre mit dem noch unbekannten Edvard Munch beginnt, der geächtet am Rande des Dorfes lebt, drohen ihre Freundschaft und der bürgerliche Friede in Asgardstrand daran zu zerbrechen.


Die Geschichte gewährt Einblick in das Leben des berühmten Malers Edvard Munch, allerdings nicht aus seiner Sicht, sondern aus der Perspektive von Johanne. Johanne ist ein junges Mädchen und soll den Sommer über als Hausmädchen arbeiten. Dort freundet sie sich mit der Tochter der Herrschaft an und das stößt in ihrem Umfeld auf wenig Begeisterung. Viele missbilligen diese Freundschaft, da es sich nicht schickt. Hier erhält man großartige Einblicke in die damaligen gesellschaftlichen Gepflogenheiten und das Leben der Menschen von Asgardstrand.  
Tullik hat mir sehr gut gefallen, denn sie nimmt es mit Anstandsregeln nicht so genau, sondern möchte viel mehr ihr Leben selbst bestimmen und ihren eigenen Weg gehen und ist bereit dafür zu kämpfen. 
Aber auch die anderen Figuren fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Besonders die Haushälterin und zweite Bedienstete bei Familie Ihlen haben mir gut gefallen. Johanne's Mutter konnte ich mir lebhaft vorstellen und unter ihrer Fuchtel leben zu müssen, ist bestimmt nicht immer einfach für Johanne gewesen. 
Das Leben und die Kunstwerke von Edvard Munch nehmen einen großen Teil der Handlung ein. Das Thema Kunst ist allgemein sehr präsent in dieser Geschichte. Ich musste mich da erst einmal langsam reinlesen, denn mir war aufgrund des Klappentextes nicht bewusst, dass die Malerei so viel Raum bekommt. Auch das berühmte Bild "Der Schrei" bekommt eine tragende Rolle in der Geschichte. Wer sich für Kunst im Allgemeinen nicht interessiert, sollte das Buch besser nicht lesen, denn dann könnte man es schnell als langweilig empfinden. Die Autorin hat es hier auf wunderbare Art und Weise geschafft Fiktion mit historischen Fakten zu verweben und so ein wunderschönes Sommerbuch geschaffen, das man unbedingt gelesen haben sollte.



"Das Erdbeermädchen" hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht und ich empfinde die Einblicke in das Leben von Edvard Munch sehr inspirierend. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, denn ich hatte viele schöne Lesestunden und es war mit Sicherheit nicht das letzte Werk, das ich von der Autorin lesen werde. 



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