Freitag, 23. Juni 2017

[Rezension] Fliedersommer


Holly Swifts größter Traum wird wahr, als ihr eine Stelle auf Wickham Hall angeboten wird. Gemeinsam mit Ben, der Hollys Herz auf Anhieb höherschlagen lässt, organisiert sie die schillernden Sommerfeste und Hochzeiten auf dem prächtigen Anwesen, das Zeit ihres Lebens ein besonderer Ort für sie war. Doch welche Geheimnisse das Gemäuer wirklich für sie bereithält, erfährt Holly erst nach und nach...


Kennt ihr das, wenn ihr von dem Cover eines Buches hin und weg seid und dann auch noch der Klappentext einfach himmlisch klingt? Eure Erwartungen sind sehr hoch und ihr freut euch riesig, das Buch zu lesen, nur um das eine herbe Enttäuschung zu erfahren...Genauso ging es mir mit "Fliedersommer". 
Zunächst einmal möchte ich aber mit den positiven Eindrücken anfangen und das Setting ist wirklich traumhaft. Wickham Hall ist ein prächtiges Anwesen, das zum Träumen und verweilen einlädt. Besonders der Garten erscheint in einer bunten Blütenpracht und hinter jeder Ecke verbergen sich weitere wunderbare Dinge, die nur darauf warten entdeckt zu werden. 
Die Geheimnisse, von denen im Klappentext die Rede ist, haben allerdings recht wenig mit dem Gemäuer zu tun, sondern vielmehr mit Hollys Vergangenheit und die ist gar nicht so perfekt, wie die engelsgleiche Holly. 
Mit Holly stehe ich leider total auf dem Kriegsfuß. Sie benimmt sich stets perfekt und kommt bei jedem auftretenden Problem zum richtigen Zeitpunkt um die Ecke um die Situation zu retten. Außer ihr scheint niemand je ein Problem lösen zu können und ich habe mich mehrmals gefragt wie die Angestellten des Anwesens je ohne sie auskommen konnten. Holly macht einfach alles perfekt, hat stets die perfekten Einfälle und ist so gut in ihrem Job, dass man glatt vergisst, dass sie komplett neu ist und eigentlich zunächst einmal eingearbeitet werden müsste. Aber auch die anderen Figuren haben bei mir nicht wirklich punkten können. Jeder ist stets höflich und respektvoll und bahnt sich einmal Streit an, wird solange darüber diskutiert bis wirklich alles zu Tode gequatscht wurde. Dabei versucht stehts jeder einem Konflikt aus dem Weg zu gehen und alle geben sich selbst die Schuld und verhalten sich komplett unterwürfig. Das konnte ich niemandem abnehmen, denn jeder Mensch hat nun einmal Ecken und Kanten. Diese sucht man hier allerdings vergeblich. 
Nichtsdestotrotz hat die Autorin es geschafft mich bis zum Ende bei der Stange zu halten und das ist hier wirklich eine Leistung. 

Für die Grundstory, das Setting und die Atmosphäre vergebe ich drei Herzen an das Buch. Da mir alle Charaktere nur bedingt sympathisch waren und die Geschichte sich ganz anders entwickelt als im Klappentext angedeutet ziehe ich zwei Herzen ab. Holly hat mich zum Ende hin nur noch genervt, denn ihre ach so perfekte Art ist alles andere als realistisch. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen