Montag, 17. Juli 2017

[Rezension] Die sieben Farben des Blutes


Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben >>Heilungen<< erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit. Nur Staatsanwältin Helena Faber ist davon überzeugt, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht >>geheilt<< wurde...


Für mich war es das erste Buch von Uwe Wilhelm und nach anfänglichen Schwierigkeiten hat es mir mehr und mehr gefallen. Vorab möchte ich noch erwähnen, dass es in dem oft etwas blutiger zugeht und die Morde teilweise doch recht grausam beschrieben werden. Mich selber hat das jetzt nicht so sehr gestört, da ich solche Bücher öfter lese. Die Beschreibung der Morde ist definitiv nichts für schwache Nerven und wer eher Probleme mit blutigen Details hat, sollte besser die Finger von dem Buch lassen. 

Nach und nach lernt man alle Figuren näher kennen. Hauptfigur ist Helena Faber, eine attraktive und intelligente Staatsanwältin. Sie lebt getrennt von ihrem Ehemann, welcher Polizist ist, und der Spagat zwischen den familiären Umständen und ihrer Arbeit wird wirklich toll geschildert. Man bekommt einen sehr guten Eindruck in das Leben der Familie. 
Robert Faber, war für meinen Geschmack zu klischeehaft aufgebaut. Er begegnet seiner Frau immer wieder bei der Arbeit und ist dabei dauerhaft eifersüchtig, was für mich einfach nicht zusammengepasst hat, immerhin wollte er die Trennung ja auch. 
Es gibt auch einen Zeugen, der eine recht bedeutende Rolle spielt, allerdings war mir diese Figur von Beginn an bis zu Schluss komplett unsympathisch. Zwischen ihm und Helena gibt es auch ein Ereignis (wer das Buch liest wird wissen was ich meine), welches ich komplett unnötig für die weitere Handlung empfand. Es wirkte zu sehr gewollt und konstruiert, als dass es glaubhaft gewirkt hätte. 

Man erhält aber nicht nur in Helena's Arbeit oder die der Polizei. Im späteren Verlauf bekommt man durch den Autor einen indirekten Tipp, wer der wahre Täter ist und wenn man aufmerksam mitliest kann einem das gar nicht entgehen. Ich war davon zunächst enttäuscht, da ich es spannender finde, wenn ich bis zuletzt miträtseln kann, wer der Bösewicht ist. Die nächsten Kapitel haben sich dann zum Teil doch recht stark in die Länge gezogen und erst ganz zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend. Allerdings wird das Tempo am Ende sehr schnell und wirkt schon fast gehetzt, während es sich vorher eher wie Kaugummi dahin gezogen hat. Der Abschluss selbst ist in sich sehr stimmig, wobei der Autor auf den letzten Seiten noch einen fiesen Cliffhanger eingebaut hat. Dieses offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen und nach kurzer Recherche habe ich heraus gefunden, dass "Die sieben Farben des Blutes" der Auftakt einer Trilogie sein soll. Ich bin daher schon neugierig auf den zweiten Band. 


Bis auf ein paar kleine Kritikpunkte hat mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen. Es gibt einige Wendungen, die mich überraschen konnten und die Spannung flaut zwar gelegentlich ein bisschen ab, findet dann aber auch wieder mehrere Höhepunkte. Für Thrillerfans würde ich das Buch durchaus empfehlen. 



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