Mittwoch, 10. Juni 2015

[Rezension] Sturmhöhe





Der sturmumtoste Landsitz Wuthering Heights in den Mooren Yorkshires: Die eigensinnige und temperamentvolle Catherine Earnshaw wächst gemeinsam mit dem Findelkind Heathcliff auf. Beide verbindet eine Seelenverwandschaft, aus der schließlich eine große Liebe wird. Doch als Catherine eine Vernunftehe mit dem Gentleman Edgar Linton eingeht, schwört Heathcliff bittere Rache...


Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich endlich wissen wollte, warum die Geschichte rund um Catherine und Heathcliff zu eine der besten überhaupt zählt. Leider muss ich sagen, war ich doch sehr enttäuscht von der Geschichte und empfinde keine Begeisterung für das Buch. 
Sämtliche Charaktere wirkten auf mich recht unnahbar und auch nicht sonderlich sympatisch. Irgendwie konnte ich zu keinem eine Bindung aufbauen bzw. habe mit keinem wirklich mitgefühlt. Auch hat mir eine klare Hauptfigur gefehlt und ich hatte mehrfach das Gefühl, dass jeder Protagonist mal im Fokus steht, wodurch mir der rote Faden, der einen ja normal durch das Buch führt, gefehlt hat. 
Es ist wirklich bemerkenswert ein Buch zu schreiben in dem man wirklich keine Figur wirklich mag, allerdings hat mir dennoch etwas gefehlt. Durch den ständigen Wechsel des Hauptfokus der Figuren viel es mir anfangs auch sehr schwer überhaupt in die Geschichte rein zu finden und ich habe mehrfach die einzelnen Personen miteinander verwechselt. Mit der Zeit wurde das aber besser und ich konnte alle gut voneinander unterscheiden.
Aber auch die Liebe zwischen Catherine und Heathcliff hat sich mir gar nicht erschlossen. Sie wirkt auf mich sehr hysterisch, launisch und auch jähzornig, während er brutal und kaltherzig ist und gerne Tiere zu quälen scheint. Dennoch wird Heathcliff als eine Art romantischer Held der Geschichte dargestellt, was so gar nicht zu seinen Charakterzügen passt. Alles in allem war ich daher sehr enttäuscht von den Protagonisten selbst. 
Die Geschichte selbst jedoch konnte mich auch nicht wirklich packen. Von vorne bis hinten dreht sich alles nur um Hass, Jähzorn und negative Gedanken und Gefühle. Einen Spannungsbogen habe ich auch komplett vermisst und die Geschichte plätscherte nur so träge vor sich hin. 
Der Schreibstil trug sein übriges dazu bei. Egal ob Wutausbruch, tiefe Trauer oder Verzweiflung, alles wurde derart flach beschrieben, dass überhaupt keine Emotionen rüber kamen. Anstatt die Geschichte romantisch und packend wirken zu lassen, wird sie durch den eher einfachen und abgehackten Schreibstil komplett gefühlslos, stumpf und langweilig.



"Sturmhöhe" konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen, denn unter einer packenden Liebesgeschichte gepaart mit bitterer Rache habe ich mir definitiv mehr vorgestellt und erhofft. 




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