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Montag, 18. April 2022

[Rezension] Amelia - Alle Seiten des Lebens

 

© w1-media.de


Ihre Liebe zu Büchern hat Amelia und Jenna zusammengebracht, sie sind füreinander wie Schwestern und unzertrennlich - bis Jenna bei einem Autounfall stirbt. Mitten in ihrer Trauer erhält Amelia eine signierte Sonderausgabe ihres Lieblingsbuchs und begibt sich, in der Hoffnung auf eine Nachricht von Jenna, auf die Suche nach dem Absender. Dabei trifft sie ausgerechnet den jungen Starautor ihrer geliebten Orman-Chroniken, Nolan E. Endsley, der sich in einer idyllischen Kleinstadt vor der Welt zu verstecken scheint. Gemeinsam lernen Amelia und Nolan, Schritt für Schritt und Seite für Seite, dass es nie zu spät ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen. 

Jenna und Amelia lernen sich bereits als Kinder kennen und schnell entsteht eine unzertrennliche Freundschaft, die fürs Leben ist. Doch dann passiert genau das - das Leben. Und während in einem Moment noch alles in Ordnung war, die Zukunft fertig geplant, steht Amelia im nächsten Moment alleine da, denn Jenna ist tot. Als sie dann ihr Lieblingsbuch als Sonderausgabe auf sehr mysteriöse Weise erhält, macht sie sich auf die Suche nach dem Ursprung, hinter dem sie Jenna vermutet. 

In Lochbrook trifft Amelia auf Nolan und hier treffen zwei zerrissene Seelen und gebrochene Herzen aufeinander. Jeder hat seine eigenen Wunden und Narben und dennoch scheint die beiden vom ersten Moment an, ein unsichtbares Band zu verbinden. 

Die Geschichte ist kaum in Worte zu fassen, magisch, emotional, atmosphärisch und sehr berührend. Aber auch all diese Wörter werden der Handlung nicht gerecht. "Amelia - Alle Seiten des Lebens" hat mich auf eine unglaubliche Reise mitgenommen, die zeigt, dass es im Leben immer irgendwie weiter geht und nach jedem ab auch wieder ein auf kommt. 


Das Buch hat mich völlig in seinen Bann gezogen und ich konnte für einige Stunden dem Alltag entfliehen und einfach alles um mich herum vergessen. Wirklich ein großartiges Werk!





Samstag, 26. Februar 2022

[Rezension] Das Flüstern der Raben - Fehu

 

© w1-media.de



Ein alter Freund sucht Anne auf und kann ihr, tödlich verwundet, nur noch mitteilen, dass ihre Schwester Serén gefangen genommen wurde. Um sie zu befreien, muss Anne ihr Leben riskieren und eine Welt betreten, die ihr völlig fremd ist. In Hrafnheim lauern überall unbekannte Gefahren, und die Vision von ihrer eigenen Ermordung plagt sie unaufhörlich, was Anne nicht begreifen kann. Die Tat konnte doch rechtzeitig verhindert werden, oder etwa nicht? 

Anne wird weiterhin keine Verschnaufspause gegönnt und nachdem sie von der Gefangennahme ihrer Schwester erfahren hat, macht sie sich auf in deren Welt. Hrafnheim ist ihr völlig fremd und ohne die Hilfe eines Fremden, wäre ihr Unternehmen ziemlich schnell gescheitert. 
Gemeinsam mit Rorik macht sie sich auf die beschwerliche Suche nach Serén und setzt alles daran sie zu befreien und den Beginn von Ragnarök zu verhindern. 

In diesem Band trifft man auf viele bereits bekannte Figuren wieder. Und besonders Luna habe ich sehr ins Herz geschlossen. Mancher Charakter hat mich mit seinem Verhalten ziemlich überrascht und so wird es definitiv nicht langweilig. 
Das Setting wechselt zwischen vielen verschiedenen Schauplätzen, wodurch man die teilweise düstere Heimat von Rorik, aber auch Monster und anderen Wesen endlich näher kennen lernt. 

Besonders begeistert hat mich, dass die Autorin die mythischen Sagen sehr geschickt in die Handlung einfließen lässt. Man erkennt viele Elemente aus der nordischen Mythologie wieder und trifft dabei auf den ein oder anderen etwas eigenwilligen Gott. 
Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und fiebere schon jetzt dem dritten Band entgegen. Dieser wird vermutlich im August dieses Jahr erscheinen. 


Eine grandiose Fortsetzung, die mich bis zur letzten Seite begeistert hat. Die Handlung knüpft nahtlos an den ersten Band an und es gibt erneut viele spannungsgeladene Szenen zu erleben. Marlene Solvsten hat hier wirklich ein phänomenales Werk geschaffen.




Dienstag, 14. September 2021

[Rezension] Ansuz - Das Flüstern der Raben

 

© w1-media.de

Die siebzehnjährige Anne kann Ereignisse in der Vergangenheit sehen, und eines Nachts hat sie die Vision von einem alten grausamen Mord. Ein rothaariges Mädchen wird getötet, und auf ihrem Körper hinterlässt der Täter ein Runenzeichen. Kurz darauf werden in der Ggegend tatsächlich rothaarige Mädchen tot aufgefunden, alle mit demselben Zeichen, der Rune Ansuz. 
Auf einmal ist die Kleinstadt in Nordjütland voller Fremder mit mysthischen Kräften. Die Asen-Gläubige Luna, der göttlich schöne Mathias und der geheimnisvolle Varnar suchen Annes Nähe. Aber wer ist ihr Freund und wer ihr Feind?


Anne hat keine leichte Vergangenheit hinter sich, wurde sie doch von einer Pflegefamilie zur nächsten weiter geschoben. Sie ist ziemlich auf sich allein gestellt und hat weder Freunde noch sonst einen Halt in ihrem Leben. Hinzu kommt noch ihre Fähigkeit die Aura von Vergangenheit von Personen zu lesen, sobald sie diese berührt. 
Luna und Mathias sind zwei ganz besondere Menschen, die in Annes leben treten und ich habe beide sehr in mein Herz geschlossen. Bessere Freunde und Verbündete kann man sich für Anne gar nicht wünschen. 
Aber nicht nur die beiden haben es mir angetan. In der Geschichte taucht eine Vielzahl an Figuren auf, die alle ihre ganz eigene Geschichte haben. Aus Varnar, Elias und Od wurde ich zunächst nicht schlau und es warten einige Überraschungen auf den Leser. 

Die Handlung baut sich rasch auf und hat ein sehr hohes Spannungslevel. Ich bin durch die rund 800 Seiten nur so durchgeflogen und hatte das Buch nach kürzester Zeit ausgelesen. Die nordische Mythologie interessiert mich schon länger und ich finde es großartig, wie die Autorin die Götter, Sagen und Legenden in die Geschichte einfließen lässt. 

Besonders haben mich auch die verschiedenen Fähigkeiten der einzelnen Figuren. Man entdeckt immer wieder etwas Neues und es gibt mehr als überraschende Wendung in Ansuz. Zum Ende hin zieht das Tempo noch einmal ordentlich an und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Der Schluss ist hierbei noch offen und es wird deutlich, dass mindestens ein weiterer Band folgen wird. Ich habe mich richtig berauscht gefühlt, als ich die letzte Seite gelesen und das Buch zugeklappt hatte. Ich bin maximal begeistert von dieser Geschichte!


Ansuz hat geschafft, wovon ich nicht dachte, dass ich es noch einmal erleben würde. Aber tatsächlich begeistert mich diese Geschichte mindestens so sehr wie damals Harry Potter und ich spüre die gleiche Aufregung und Begeisterung mit den Figuren und ihren Erlebnissen. Einfach wow!! Definitiv mein Jahreshighlight für 2021!!



Montag, 14. Juni 2021

[Rezension] Gabe

 

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Hirka ist in der kalten, hierarchischen Welt der Blinden gelandet, wo sie als Halbblut zugleich angefeindet, wie verehrt wird. Sehr bald muss sie erkennen, dass der Durst nach der Gabe stärker ist als alles andere, und dass ein Kriegen gegen ihre Heimat Ym unausweichlich scheint. Und Hirka muss sich fragen, wofür sie kämpfen und auf wessen Seite sie stehen will...

Hirka hat einiges in Ymsland und der Menschenwelt erlebt und ist nun durch den Steinkreis bei den Umpiri in Dreysil gelandet. Die sogenannten "Blinden" sehen sie als schwach an und setzt gleichzeitig alle Hoffnung für ihr Volk in sie. Hirka sieht sich in einer neuen Welt bei ihrer Familie, die ihr fremder nicht sein könnte. Von jeder Seite droht Gefahr und dennoch setzt Hirka alles daran ihre eigenen Pläne durchzusetzen. 

In diesem Band lernt man endlich mehr über den Graal kennen, sowie die Totgeborenen, welche über tausend Jahre alt werden können. Die gesellschaftlichen Strukturen in Dreysil sind rau und schwer nachzuvollziehen. Hirka hat jedoch gute Instinkte und weiß sich zu behaupten. 

Parallel nehmen die Machtkämpfe und Intrigen in Ymsland zu und Rime sieht sich tödlichen Gefahren gegenüber. Durch den Schnabel muss er dem Graal dienen, während er alles versucht um den Schwarzröcken zu helfen. 

Sämtliche Handlungsstränge sind spannend und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Siri Petterson verknüpft sie schließlich überaus gelungen zu einem großen Finale und einen gelungeneren Abschluss kann man sich für diese Reihe gar nicht wünschen. 




Die Autorin hat hier eine ganz außergewöhnliche Geschichte erschaffen, die mir so in diesem Genre noch nicht begegnet ist. Die teils düstere Atmosphäre und die Originalität der Welt und Völker zusammen mit dem Einfluss nordischer Sagen ergeben ein großartiges Lesevergnügen. 




Mittwoch, 6. Januar 2021

[Rezension] Ferryman - Der Seelenfahrer

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Nach einem Zugunglück findet sich Dylan mitten im Niemandsland wieder, wo sie auf einen geheimnisvollen Fremden trifft. Tristan ist ein Ferryman, der Dylan sicher durch die Einöde führen soll - eine Reise voller Gefahren, die er schon tausendmal gemacht hat. Doch diesmal ist es für ihn mehr als eine bloße Aufgabe...


Schülerin Dylan will endlich ihren Vater kennen lernen und nimmt vor lauter Vorfreude und Aufregung einen früheren Zug als geplant. Dieser fährt in einen Tunnel, den er jedoch nicht mehr verlassen wird. Ein Unfall. Als sie aus dem Tunnel läuft trifft sie auf einen Jungen, dem sie von nun an folgen soll zu ihrem Ziel, den dies ist Dylans letzte Reise. 

Tristan ist ein Ferryman, dessen Aufgabe es ist, Verstorbenen auf ihrer letzten Reise den Weg zu zeigen und sie zu beschützen. Seit mehr als 100 Jahren geht er dieser Aufgabe nun nach und Dylan ist zunächst nur eine weitere Person auf einer unendlich langen Liste. 

Nach dem Aufeinandertreffen der beiden fingen für mich recht bald die "Probleme" an. Dylan verliebt sich mehr und mehr in ihren Ferryman und ich habe mich immer gefragt warum. Er tut nichts besonderes, ist anfangs sogar eher distanziert und kühl und dennoch verfällt sie ihm komplett. Das hat mich ziemlich genervt, weil es total unlogisch ist und auf keinerlei Grundlage basiert. Ihr einziger Lebensinhalt besteht darin einem hübschen, fremden Beschützer hinterherzurennen. 

Auch sonst bleibt die Geschichte eher flach und die Autorin verliert sich oft in den bildhaften Beschreibungen ihrer Wanderung. Zwar gibt es die ein oder andere gefährliche Situation aber die sind auf jeden Fall noch ausbaufähig und hätten besser genutzt werden können. Ich bin bis zuletzt dabei geblieben, da ich dann doch wissen wollte wie dieser Band endet, begeistern konnte mich das Buch jedoch nicht. Ich hoffe sehr, dass im zweiten Teil mehr Tiefe geboten wird.

Ein interessanter Reihenauftakt, der durchaus seine starken Momente hat, jedoch auch noch Luft nach oben lässt. Ich hoffe, die Autorin nutzt das vorhandene Potenzial im nächsten Band etwas geschickter. 



Sonntag, 4. Oktober 2020

[Rezension] Was ist mit uns

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Sommer in New York. Für Praktikant Arthur, den verträumten Broadway Liebhaber, ein absoluter Traum. Für den frisch getrennten Ben, der mit seinem Ex zur Sommerschule muss, ein wahrer Albtraum. Aber für beide nimmt der Sommer eine unerwartete Wendung, als sie einander kurz begegnen und danach nicht wieder vergessen können. Quer durch die Stadt begeben sie sich auf die Suche nach dem anderen, nach ihren Gefühlen und nach der Antwort auf die Frage: Was ist das mit uns?

Arthur ist auf dem Weg zu seinem Sommerpraktikum, als er bei der Post Ben begegnet, der gerade versucht die letzten Erinnerungen an seinen Ex loszuwerden. Ihre Unterhaltung dauert nur einen flüchtigen Augenblick, doch der Moment brennt sich beiden tief ein und sie können den anderen nicht mehr vergessen. Einziges Problem, sie kennen weder den Namen, noch Kontaktdaten des anderen und eine schier ausweglose Suche in New York beginnt. 

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Arthur und Ben erzählt, wodurch man als Leser hautnah die Gefühlen und Gedanken der beiden miterlebt. 
Arthur ist 16 Jahre alt und kommt aus Georgia und ist nur den Sommer über in New York, für ein Praktikum. Ben ist eingefleischter New Yorker, der die Sommerschule besuchen muss, und dort täglich auf seinen Ex trifft. Langsam kommen die beiden sich näher und es entstehen erste zarte Gefühle. Die Dates verlaufen etwas holperig und die beiden benötigen eine Anläufe, bis es halbwegs läuft. 

Beim Lesen merkt man überhaupt nicht, welcher Autor welchen Part geschrieben hat und beide Schreibstile verschmelzen zu einem. Ich habe die Protagonisten sehr ins Herz geschlossen und ich bin total vernarrt in die beiden. Man erfährt viel aus dem Leben von Ben und Arthur, sie wirken sehr authentisch und real auf mich. Es gibt immer wieder Probleme und Hindernisse, die beiden einige Steine in den Weg legen. Dennoch stehen sie für ihre Gefühle ein und versuchen einen gemeinsamen Pfad zu finden. Dabei kommt die Romantik auf keinen Fall zu kurz und als Leser wird einem eine wundervolle Liebesgeschichte dargelegt.


Eine herzerwärmende Liebesgeschichte, die schöner nicht sein könnte. Ich bin hin und weg von Ben und Arthur und kann diesen zauberhaften Roman nur empfehlen! Ein Meisterwerk!



Mittwoch, 18. September 2019

[Rezension] Das Ende

© https://www.w1-media.de/

Du bist 17 Jahre alt, es ist Sommer und nichts ist mehr wie zuvor. Denn du weißt, dass in wenigen Wochen ein riesiger Komet auf die Erde prallen und alles Leben auslöschen wird. Wie gehst du damit um, dein genaues Todesdatum zu kennen? Wie willst du die Zeit, die dir noch bleibt verbringen? Und vor allem, mit wem?

DAS ENDE ist die Geschichte von Simon und Lucinda in einer Welt vor dem Untergang. Die Tragödie um ihre Freundin Tilda bringt sie zusammen un wird zu einer gemeinsamen Obsession. Doch werden sie rechtzeitig Antworten auf all ihre Fragen bekommen?


Dieses Buch musste!!! ich unbedingt haben! Der Plot hat mich direkt gepackt und ich bin selbst sofort ins Grübeln geraten, wie ich wohl bei so einem Szenario reagieren würde. Verbringt man die Zeit mit Familie und Freunden zu Hause oder versucht man noch all die Dinge erleben, die man unbedingt einmal im Leben tun wollte? 

Lucinda hat mich in ihrer Rolle überzeugt. Sie ist bereits mit dem Thema Tod vertraut und reagiert daher weniger geschockt und verstört auf die Nachricht über den Kometen, als viele andere in ihrem Umfeld. Im Großen und ganzen scheint es, als hätte sich für sie kaum etwas geändert und dennoch ändert dieses Unglück alles. Ihren Gedankengängen konnte ich gut folgen und habe ihre Abschnitte gerne gelesen, es war tiefgründig, emotional und spannend. 
Dann ist da noch Simon. Mit ihm wurde ich leider bis zuletzt nicht ganz warm. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass es ihm total egal ist, dass in wenigen Wochen alles Leben auf der Erde ausgelöscht ist. Ich war mir unsicher ob Simon wirklich realisiert was da gerade passiert um ihn herum. 
Sein bester Freund konnte mich da viel mehr von sich überzeugen und ich hätte gerne mehr von ihm gelesen. 

Später spielt dann noch Tilda, Simons Freundin eine wichtige Rolle. Die Ereignisse rund um ihre Person waren zwar interessant, haben aber meiner Meinung nach zu viel Raum eingenommen. Ich hatte das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte dadurch in den Hintergrund verdrängt wurde. 

Der Schluss selbst war für mich sehr abrupt, wenn man bedenkt wie ausführlich die Szenen davor behandelt werden. Es hatte kein rundes Ende und ich habe weiterhin einige ungeklärte Fragen, auf die ich nun wohl keine Antwort erhalten werden. So ganz zufrieden bin ich daher nicht. 

Der Plot hat mich total neugierig gemacht, allerdings wurde das vorhandene Potenzial nicht gänzlich genutzt. Der "Kriminalfall" hat für meinen Geschmack zu viel Raum bekommen, wodurch das eigentliche Thema in den Hintergrund gerutscht ist. Gut gefallen haben mir dagegen die Einblicke in die Gedankenwelt der Jugendlichen und die ganz unterschiedliche Art mit der jeder mit diesem Schicksal umgegangen ist.


Vielen lieben Dank an den Arctis Verlag für das Rezensionsexemplar!
Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Arctis Verlag und erhält Werbung für "Das Ende" von Mats Strandberg.

Montag, 29. April 2019

[Rezension] Eine wie wir

© https://www.w1-media.de/arctis-verlagsgeschichte


Kay Donovan ist siebzehn und besucht die Bates Academy in Neuengland. Als ihre Clique die Mitschülerin Jessica Lane tot auffindet, gerät Kays sorgsam entworfenes Internatsdasein ins Wanken. Sie erhält einen verschlüsselten >>Racheblog<<, in dem Jessica sie und weitere Mädchen verschiedener Vergehen beschuldigt. Und ihr darin droht: Sollte Kay nicht jede Einzelne mit ihrem Fehltritt konfrontieren, würde ihr eigenes Geheimnis auffliegen...


Ich habe mich riesig auf das Buch gefreut, da mich die Grundidee grob an Pretty Little Liars erinnert hat und die Serie mochte ich damals sehr gerne. 
Das Cover selbst gefällt mir gut und es symbolisiert den Internatscharakter sehr gut. 

Protagonistin Kay hat mir ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Anstatt sich ihrer ach so wichtigen Clique anzuvertrauen bzgl. des Racheblogs, spricht sie lieber mit einem fremden Mädchen, dem sie bis dato keinen zweiten Blick geschenkt hatte. Das war für mich nicht so ganz glaubwürdig und auch wie deren Zusammenarbeit zustande kommt, war eher fragwürdig. 
Bis zum Schluss wurde mir Kay nicht sonderlich sympathisch, da ich mich mit ihrem selbstsüchtigen Verhalten kein bisschen identifizieren kann. 
Spencer wiederum mochte ich wiederum richtig gerne und sie hat ihre Rolle auch authentisch verkörpert. 

Die Story selbst hat mich gut unterhalten, allerdings war sie an der ein oder anderen Stelle etwas vorhersehbar. Hier wäre es schön gewesen, wenn es etwas mehr Spannung und Geheimnisse gegeben hätte. 
Der lebendige Schreibstil sorgt allerdings dafür, dass man die Lügen und Intrigen hautnah miterlebt und es wird deutlich welch verheerende Folgen Mobbing haben kann. Besonders in der heutigen Zeit ist das Thema leider immer wieder sehr präsent und die Autorin hat sich der Thematik wunderbar angenommen.


"Eine wie wir" ist eine tragische und emotionale Geschichte über eine junge Frau, die sich sowohl mit ihrer Vergangenheit, als auch Gegenwart und Zukunft auseinander setzen muss. Mobbing, Freundschaft und Ehrlichkeit spielen eine zentrale Rolle und wurden überzeugend von der Autorin zusammengefügt. Lediglich Kays Art und stellenweise fehlende Spannung sorgen dafür, dass ich leider ein paar Punkte abziehen muss.



Donnerstag, 14. Februar 2019

[Rezension] Die Rabenringe - Fäulnis

© https://www.w1-media.de/produkte?verlag=arctis

Hirka ist in der fremden Welt der Menschen gestrandet. Hier trifft sie auf Menschenjäger und Totgeborene und sehnt sich nach Rime, ihrem einzigen echten Freund. Doch ihr Kampf ums Überleben verblasst, als sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt und verstehen lernt, dass die Quelle der Fäulnis seit über tausend Jahren nach Freiheit strebt. Das Schicksal zweier Welten und derjenigen, die sie liebt, scheint immer mehr in Hirkas Händen zu liegen... 


Das Warten hat ein Ende und mit "Fäulnis" liefert uns die norwegische Autorin Siri Pettersen den zweiten Band der Rabenringe. 

Hirka hat Ymsland hinter sich gelassen und ist mit einer, ihr völlig unbekannten Welt konfrontiert. Nur langsam gewöhnt sie sich an die Menschen und die ungewohnte Umgebung und ich konnte total gut nachvollziehen, dass sie ihre Heimat sehr vermisst. Ich selbst habe mich im ersten Band in Ymsland deutlich wohler gefühlt. 

Während Rime alles daran setzt sie zu finden, muss Hirka sich entscheiden wem sie letztlich vertrauen und welchen Weg sie einschlagen möchte. 
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden erzählt. Miteinander kommunizieren ist den beiden leider nicht möglich und so weiß nur der Leser selbst, wie es tatsächlich um beide steht. Die Autorin transportiert die Sorgen und Ängste der beiden glaubhaft und direkt und ich habe mit ihnen gelitten. 

Interessante Wendungen halten das Spannungslevel recht hoch und diese Fortsetzung kann gut mit dem ersten Band mithalten. Dieses Mal gibt es allerdings nicht nur High Fantasy Elemente, sondern auch Urban Fantasy spielt eine bedeutende Rolle. Für mich etwas ungewohnt, aber mit der Zeit habe ich mich gut darauf einstellen können. Die raue und teilweise düstere Atmosphäre spiegelt die Probleme von Rime und Hirka nur zu gut wieder und ich konnte mich vollständig in der Geschichte verlieren. 
Nun heisst es wieder warten, bis der dritte und finale Band erscheinen wird. 

Eine einzigartige Atmosphäre und ganz besondere Charaktere sorgen dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Nach kleinerer Probleme am Anfang konnte mich die Autorin doch noch sehr von sich überzeugen.


Vielen Dank an den Arctis Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Arctis Verlag und enthält Werbung für "Die Rabenringe - Fäulnis" von Siri Pettersen.

Montag, 6. August 2018

[Rezension] Die Rabenringe - Odinskind

© Arctis Verlag

Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist - ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles in ihrem Leben: Sie wird verachtet und verfolgt. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat...


Wie ihr wisst bin ich ein großer Fan vom Arctis Verlag, da sie einfach wundervolle Bücher herausgeben, die so ganz anders sind als das was man sonst liest. Bislang konnte mich jedes Buch begeistern und auch dieses Mal war das wieder der Fall. 

Als Leser erlebt man die Geschichte abwechselnd aus drei Erzählperspektiven. So lernt man die Figuren sehr gut kennen und es viel mir leicht mich in sie hinein zu versetzen. 

Zu allererst wäre da Hirka. Sie lebt mit ihrem Vater am Rande eines Dorfes und fällt vor allen Dingen dadurch auf, dass sie im Gegensatz zu allen anderen Ymlingen keinen Schwanz hat. Ein Unfall, wie Hirka und auch der Rest der Gemeinde glaubt. Erst mit 15 Jahren erfährt sie die Wahrheit und daraufhin ändert sich ihr Leben schlagartig. Sollte jemand dieses Geheimnis lüften, so wäre ihr Leben in Gefahr. Mich hat es erstaunt wie schnell sich Hirka an ihre neue Lebenssituation anpassen kann und was für eine Kämpfernatur sie ist. Damit hatte ich anfangs gar nicht gerechnet. Für mich war sie eine tolle Protagonistin und ich bin mir sicher, dass man in den folgenden Bände eine weitere Entwicklung bei ihr sehen wird. 

Neben Hirka wäre da noch Rime, ihr bester Freund. Er ist der Sohn einer berühmten Ratsfamilie und hat es nicht leicht, als er sich dazu entschließt seine eigenen Ziele zu verfolgen und nicht den ihm vorbestimmten Weg einzuschlagen. Rima versucht Hirka irgendwie zu helfen, wobei das meistens gar nicht mal so einfach ist. Ich hab ihn sehr in mein Herz geschlossen und es war toll mitanzusehen, wie er für seine eigenen Wünsche kämpft und sich nicht dem Willen anderer beugt. 

Die dritte Perspektive erlebt man aus der Sicht von Urd, der nach dem Tod seines Vaters, dessen Platz im Rat einnimmt. Mir viel es zu Beginn sehr schwer Urd zu durchschauen und einschätzen zu können. Er wirkt sehr geheimnisvoll und scheint aber mehr über Hirka und ihre Vergangenheit zu wissen. Ein interessanter Charakter, den man auf keinen Fall unterschätzen sollte. 

Das Setting hat mich total umgehauen und ich bin hin und weg! Nicht nur die Beschreibungen der Landschaften und Örtlichkeiten, sondern auch die vielen Elemente der nordischen Mythologie, die die Autorin einfließen lässt, machen das Buch zu etwas ganz besonderem. Siri Petterson hat viele lebendige Bilder in meinem Kopf geschaffen, durch die ich das Gefühl hatte direkt mitten im Geschehen zu sein und nicht nur von außerhalb zuzusehen. Ich bin komplett in der Welt versunken und habe wirklich alles um mich herum vergessen. 

Der Schreibstil ist bildgewaltig und sehr lebhaft und man fliegt regelrecht durch die Seiten. Ich hatte das Buch binnen zwei Tage ausgelesen und kann es gar nicht abwarten den nächsten Band verschlingen zu können. Es gibt einen fiesen Cliffhanger zum Schluss und einige offene Fragen, die im zweiten Teil geklärt werden dürften. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt!


Ich hatte hohe Erwartungen an "Odinskind", die jedoch allesamt noch übertroffen wurden. Eine fesselnde, beeindruckende Geschichte mit so vielen verschiedenen Facetten, dass man sie einfach nur lieben muss. Dieses Buch zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights und ich kann nur empfehlen es zu lesen!