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Samstag, 9. November 2019
[Buch vs. Film] Der große Gatsby
Hey meine Lieben,
nachdem wir in der Berufsschule in Internationale Literatur den großen Gatsby lesen und ich auch den Film dazu gesehen habe, schreit das ja förmlich nach einem neuen Buch vs. Film für euch:
Der Ich-Erzähler der Geschichte ist Nick Carraway, ein junger Mann, der sich 1922 in New York als Wertpapierhändler versucht und ein altes und bescheidenes Haus in West Egg auf Long Island an der Ostküste der USA bezieht. In dem palastartigen Nachbarhaus lebt Jay Gatsby, die Schlüsselfigur des Romans. Gatsby ist ein junger Millionär und undurchsichtiger Geschäftsmann, dessen geheimnisvolle Herkunft und sein unermesslich scheinendes Vermögen Stoff für viele Gerüchte bilden. Obwohl er in seinem Haus rauschende Tanzparty für die New Yorker Gesellschaft veranstaltet, ist er einsam, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt.
Der Roman wurde 1925 das erste Mal von F. Scott Fitzgerade, einem US-amerikanischen Autor veröffentlicht. Große Bedeutung erhielt das Werk allerdings erst Jahre nach dem Tod des Autors.
Der Roman wurde insgesamt fünfmal verfilmt, wobei sich mein Vergleich auf die Verfilmung aus dem Jahr 2013 bezieht. Produktion, Drehbuch und Regie übernahm hier Baz Luhrmann.
In den Hauptrollen sehen wir Leonardo di Caprio als Jay Gatsby, Toby Maguire (Spiderman) als Nick Carraway, sowie Carey Mulligan (Suffragette) in der Rolle der Daisy Buchanan und Joel Edgerton (Star Wars, Red Sparrow) als ihr Ehemann Tom Buchanan.
Die Besetzung hat mich sofort neugierig auf den Film gemacht. Leonardo di Caprio gehört für mich zu begnadetsten Schauspieler, die es jemals gegeben hat und vermutlich geben wird. Und auch in der Rolle des Jay Gatsby liefert er wieder einmal eine herausragende Vorstellung ab.
Es fällt direkt auf, dass bei der Umsetzung des Romans so gut wie alle bedeutenden Dialoge 1 zu 1 in den Film übernommen wurden. Das hat mich sehr gefreut, denn meistens wird ja doch sehr viel abgeändert, gekürzt oder verändert und man erkennt das Original kaum wieder. Wie in der Buchvorlage erlebt man den Film aus der Sicht von Nick Carraway und das ist wirklich gut gelungen.
Der größte Unterschied liegt wohl darin, dass Nick seine Geschichte einem Arzt in einer Psychiatrie erzählt. Dieses Element wird im Buch nirgends erwähnt. Wieso er bei diesem Arzt bzw. in der Einrichtung ist, wird auch nicht weiter erwähnt, das war dann etwas schade. Man hätte es auch einfach ganz weglassen können.
Als ich das Buch gelesen habe, viel es mir sehr schwer mich auf den Inhalt zu fokussieren. Die Geschichte verlief so glatt und emotionslos, ich konnte einfach keinen Zugang zur ihr finden. Das war bei dem Film ganz anders. Egal ob man skurrile Momente, humorvolles oder tiefgründige Szenen sieht, es löst etwas in einem aus und genau so soll es ja auch sein!
Ein wichtige Rolle in der Geschichte spielen die vielen überaus große Hauspartys bei Gatsby. Die Umsetzung hier ist einfach phänomenal. Der Prunk, die Kleider und Frisuren, Automobile und jedes noch so kleine Detail wurde absolut perfekt dargestellt. Ich habe mich direkt in die damalige Zeit zurückgesetzt gefühlt. Die gewählte Musik unterstreicht die Inszenierungen geradezu meisterhaft und für rund zwei Stunden wird man in eine völlig andere Welt hineingezogen.
2014 erhielt der Film (meiner Ansicht nach völlig verdient) den Oscar für das beste Szenenbild und das beste Kostümdesign. Im gleichen Jahr räumte der Film bei den AACTA kräftig ab und gewann in den Kategorien: Bester Schauspieler, beste Nebendarstellerin, bester Nebendarsteller, beste Regie, bester Film, beste Kostüme und auch das beste Szenenbild.
Obwohl dies nur äußerst selten der Fall ist muss ich sagen, dass mir dieses Mal der Film um einiges besser gefallen hat als die Buchvorlage. Die Schauspieler, insbesondere di Caprio verkörpern ihre Figuren meisterhaften und schaffen es dadurch die Gefühle in mir hervorzurufen, die ich beim Lesen so sehr vermisst habe. Eine grandiose Umsetzung dieses Klassikers, die man auf jeden Fall gesehen haben muss!!
Samstag, 11. Mai 2019
[Buch vs. Film] Red Sparrow
Hey meine Lieben,
letztes Jahr habe ich den Film "Red Sparrow" gesehen und war von der Story so angetan, dass ich tatsächlich im Nachhinein auch noch das Buch gelesen habe. Und das ist ziemlich untypisch für mich. Nun möchte ich euch gerne meinen Eindruck zwischen Buch und Film zeigen:
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| © goldmann-verlag.de |
"Red Sparrow" ist ein US-amerikanischer Thriller, der 2018 in den deutschen Kinos angelaufen ist. Die Buchvorlage stammt von Jason Matthews, der 2014 für sein Werk mit dem Edgar Award ausgezeichnet wurde.
In den Hauptrollen sehen wir Jennifer Lawrence (Silver Linings, Tribute von Panem) und Joel Edgerton. Ich selbst liebe Schauspielerin Jennifer Lawrence und musste mir den Film daher unbedingt ansehen. Für mich gehört sie zu den talentiertesten Schauspielerinnen, die Hollywood aktuell zu bieten hat.
Jennifer Lawrence schafft es die Figur der Dominika Egorowa zerbrechlich, roh, verführerisch aber auch sehr stark darzustellen.
In den Nebenrollen sind Matthias Schoenaerts, Charlotte Rampling und Jeremy Irons zu sehen. Regie wird von Francis Lawrence geführt und das Drehbuch hat Justin Haythe geschrieben. Beide haben in meinen Augen großartige Arbeit geleistet.
Nachdem ich den Film gesehen hatte war ich hin und weg. Gleichzeitig wurde ich etwas skeptisch, wie der Vergleich zum Buch wohl ausfallen würde, denn dieses umfasst stolze 700 Seiten. In der Verfilmung wurden einige Szenen aus dem Buch ganz weggelassen oder stark verdichtet dargestellt. Das ist in diesem Fall aber komplett unproblematisch, da der Autor doch oftmals vom Hauptplot abweicht. Während Matthews die Karten in seinem Roman relativ früh aufdeckt, werden im Film einige überraschende Wendungen eingebaut und die Enthüllungen etwas verzögert.
Eine weitere Abweichung ist der Schauplatz. Der Film selbst spielt in Budapest, während die Handlung im Buch in Helsinki stattfindet. Warum diese Änderung vorgenommen wurde erschließt sich mir nicht ganz, war jetzt aber auch nicht weiter schlimm.
Die sog. Spatzenschule in der Dominika zum Spatz ausgebildet wird, hat mich schockiert und fasziniert zugleich. Verfilmung und Buch behandeln diese Ausbildung ausführlich und es ist unvorstellbar wenn man bedenkt, dass es diese Schule in den 60er Jahren sogar wirklich gegeben haben soll.
Die 140 Minuten Laufzeit vergingen wie im Flug, da kamen mir die 700 Seiten beim Buch doch oftmals viel länger und ein wenig in die Länge gezogen vor. Der Film selbst ist ab 16 Jahren freigeben.
Sowohl Buch, als auch Film konnten mich von sich überzeugen, wobei mir letzterer sogar noch besser gefallen hat. Jennifer Lawrence begeistert einfach jedes Mal aufs Neue und verleiht der Verfilmung das gewisse Etwas. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten gefühlt und egal für welches Medium man sich entscheidet, die Geschichte lohnt sich auf jeden Fall!
Samstag, 24. November 2018
[Buch vs. Film] Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Hey meine Lieben,
dieses Mal habe ich mich für einen sehr emotionalen Film entschieden, den ich neulich - zum inzwischen dritten Mal - angesehen habe. Mit Das Schicksal ist ein mieser Verräter hat John Green eine berührende Geschichte geschaffen, die etwas ganz besonderes ist.
"Krebsbücher sind doof", sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch.
Das Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" wurde erstmals 2012 veröffentlicht. John Green ist bekannt für seine emotionalen Werke und besonders bei Jugendlichen allseits beliebt. Ich habe die Geschichte von Hazel und Gus sehr gerne gelesen, wobei ich durchaus die ein oder andere Träne in den Augen hatten.
Zwei Jahre später sollte dann auch die Verfilmung folgen, in deren Hauptrolle Shailene Woodley in der Rolle der Hazel und Ansel Elgort als Gus zu sehen sind. Der Charakter Peter Van Houten wird von Willem Dafoe verkörpert, in meinen Augen eine vortreffliche Wahl!
Bei der Verfilmung ist mir direkt aufgefallen, dass man sich relativ stark an der Buchvorlage orientiert hat. Die meisten Dialoge wurden exakt übernommen und die wenige Details die verändert oder weggelassen wurden, waren nicht weiter schlimm.
Zu Beginn der Geschichte ist die Atmosphäre sehr drückend, beinahe schon depressiv, aber mit der zunehmenden Zuneigung zwischen Gus und Hazel ändert sich dies. Trotz ihrer Krankheiten und dem Kampf dagegen ist die Stimmung oft sehr fröhlich, humorvoll und beinahe ausgelassen. Diese Emotionen werden sowohl im Buch als auch im Film gekonnt transportiert und hinterlassen beim Leser/Zuschauer eine Gänsehaut.
Da ich das Buch zu erst gelesen habe wusste ich natürlich bereits was passieren wird. Dennoch hat mich das Ende im Film überrascht, da hier das Tempo sehr gestrafft würde. Ich hätte mir gewünscht, dass man den Ereignissen mehr Zeit und Raum gibt, wie es im Buch der Fall ist. Das ist jedoch mein einziger Kritikpunkt.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich sowohl vom Buch als auch von der Verfilmung sehr überzeugt bin und beides von Herzen gerne weiter empfehle. Es ist toll, dass die Regie sich sehr stark an die Buchvorlage gehalten hat und es kaum Abweichungen gibt. Auch die Arbeit der Schauspieler ist großartig und es macht richtig Spaß sich diesen Film anzusehen.
Freitag, 4. Mai 2018
[Buch vs. Film] Winterkartoffelknödel
Hey meine Lieben,
dieses Mal möchte ich bei "Buch vs. Film" den Reihenauftakt der Eberhofer-Reihe von Rita Falk vorstellen. Dieses Mal habe ich nicht das Buch gelesen, sondern das Hörbuch gehört und mir anschließend den Film angesehen.
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| © Quellenangabe: http://www.der-audio-verlag.de/ |
Franz Eberhofer, vor kurzem noch ein angesehener Kommissar bei der Münchner Polizei, wird strafversetzt - ausgerechnet in sein niederbayerisches Heimatdorf. Dort treiben ihn zwar erneut seine stocktaube Großmutter und sein Beatles hörender Vater in den Wahnsinn, doch ansonsten geht es in seinem Leben eher beschaulich zu. Bis eines Tages eine Reihe von seltsamen Unfällen die Idylle stört und seinen kriminalistischen Ehrgeiz weckt.
Zunächst möchte ich einmal kurz anmerken, dass "Winterkartoffelknödel" bei den Büchern der erste Band ist, jedoch erst als zweites verfilmt wurde. Constantin Film hatte zunächst der eigentliche zweite Band "Dampfnudelblues" besser gefallen und wollten daher diesen verfilmen und die Resonanz abwarten, bevor sie sich an "Winterkartoffelknödel" heran wagen.
Bislang wurden insgesamt vier von neun Büchern verfilmt, zuletzt "Grießnockerlaffäre" 2017. Dieses Jahr soll allerdings noch der fünfte Film "Sauerkrautkoma" erscheinen.
In den Hauptrolle des Franz Eberhofer sehen wir Sebastian Bezzel, der bereits als "Tatort"-Kommissar bekannt ist. Ex-Kollege Rudi Birkenberger wird von Simon Schwarz verkörpert. Susi, die Dauergeliebte von Franz wird wiederum von Lisa Maria Potthoff dargestellt. In den weiteren Rollen sind Eisi Gulp, Enzi Fuchs, und Kabarettist Sigi Zimmerschmied zu sehen. Mir gefällt die Besetzung durchweg sehr gut und die Charaktere aus dem Buch werden einfach grandios dargestellt.
Ich hatte mir ganz zu Anfang etwas ganz anderes unter dieser Krimireihe vorgestellt und mit viel mehr Spannung gerechnet und deutlich weniger Humor. Daher war ich dann schon etwas enttäuscht, dass der eigentliche Kriminalfall in den Hintergrund tritt und das Leben der Figuren den meisten Raum einnimmt. Mit der Zeit konnte ich mich aber damit arrangieren und die Geschichte hat mir dann auch recht gut gefallen.
Regisseur Ed Herzog hat sich bei der Verfilmung erstaunlich genau an das Buch und auch die darin enthaltenen Dialoge gehalten. Zudem war Rita Falk bei der Auswahl der Schauspieler miteinbezogen, durfte das Drehbuch durchlesen und Tipps zur Umsetzung geben und sie war auch immer wieder selbst am Set mit dabei. Diese nahe Zusammenarbeit zwischen Autor und Filmleuten spürt man sehr deutlich und die Umsetzung ist gut gelungen.
Insgesamt begegnet man in der Verfilmung zu "Winterkartoffelknödel" einigen schrägen Figuren, die auf mich im Film noch skurriler gewirkt haben als im Buch. Auf mich wirkte die gesamte Szenerie zu klamaukig. Mir hat außerdem das typisch heimisch, bayerische Gefühl gefehlt, welches in dem Hörbuch durchaus vermittelt wurde.
Die Verfilmung zu "Winterkartoffelknödel" reicht für mich nicht ganz an das Buch heran, da die Figuren zu überzeichnet sind und dem Film deswegen einen Teil seiner Glaubwürdigkeit rauben. Er wirkte eher wie eine Aneinanderreihung von Gags und einen roten Faden, der durch den Film führt, sucht man vergeblich. Insgesamt hatte ich mir mehr erhofft und bin mir noch nicht sicher, ob ich mir weitere Verfilmungen zur Eberhofer-Reihe ansehen möchte.
Samstag, 13. Januar 2018
[Buch vs. Film] Die fünfte Welle
Hey meine Lieben,
ich dachte mir es wäre mal wieder Zeit für "Buch vs. Film" und habe mich dieses Mal für "Die fünfte Welle" entschieden.
Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Cassie hat seit der Ankunft der Andren fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie vor dem Tod. Aber kann sie ihm trauen? Sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält...
Nachdem "Die fünfte Welle" ins Kino kommen sollte und mir der Trailer sehr gut gefallen hat, wollte ich damals unbedingt das Buch lesen, ehe ich mir den Film im Kino ansehe.
Das Buch selbst war im Jahr 2013 ein Bestseller. Ein Jahr später folgte die Fortsetzung "Das unendliche Meer" und 2016 dann noch ein dritter Band "The last Star".
In den Hauptrollen sehen wir Chloe Grace Moretz (bekannt aus Kick-Ass) als Cassie, Nick Robinson als Ben Parish und Alex Roe verkörpert Evan Walker. Diese Besetzung ist passend gewählt und wirklich gelungen. Die Leistung der Schauspieler ist ganz gut, aber nicht überragend. Schuld daran ist meiner Ansicht nach das Drehbuch von Susannah Grant, Aktiva Goldsman und Jeff Pinkner.
Die Geschichte beginnt mit den ersten vier Wellen, die einen Großteil der Menschheit tötet. Ausgelöst wurden diese sog. Wellen von Aliens. Leider sieht man diese nicht ein einziges Mal in dem gesamten Film und das finde ich schon ziemlich schwach. Ein Raumschiff ist alles was man von den Aliens zu sehen bekommt und das ist wirklich ein bisschen mickrig. Da hatte ich mit etwas ganz anderem gerechnet.
Die erste Stunde des Films hat mir im Vergleich zum Buch sehr gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Dann driftet die Story leider in eine Art Teenie-Romanze ab, die nicht wirklich überzeugend dargestellt wurde. Gegen Ende wird es dann noch einmal sehr hektisch und die unterschiedlichen Handlungsstränge werden nur mittelprächtig und eher grob miteinander verknüpft. Meiner Meinung nach ist das größte Problem des Films, das Drehbuch selbst. Die Schauspieler wirken oftmals unterfordert und ich hatte wiederholt das Gefühl, dass sie nicht alles geben und zeigen konnten, da sie durch die einzelnen Szene und Texten stark eingeschränkt wurden. Der Film lässt kaum Raum für den Zuschauer, das Erlebte zu verarbeiten und so fällt es schwer sich über kleine Erfolge zu freuen oder etwa um Verstorbene zu trauern.
Insgesamt finde ich das Tempo des Films zu schnell und gerade wenn man das Buch nicht gelesen hat, könnte die erste halbe Stunde einige Fragen aufwerfen.
Positiv ist noch zu sagen, dass der Autor, der bei der Produktion ebenfalls involviert war, sämtliche Beteiligte praktisch gezwungen hat das Buch zu lesen. So bleiben die meisten Szenen unverändert und nur einige wenige Elemente werden abgeändert. Hätte man das Tempo des Films noch ein bisschen besser angepasst wäre der Film vermutlich wirklich großartig geworden, so aber bin ich etwas zwiegespalten.
Die Verfilmung von "Die fünfte Welle" ist eine nette Ergänzung für alle, die das Buch gelesen haben. Kennt man die Geschichte nicht kann es leicht passieren, dass man die Handlung verwirrend oder als zu schnell empfindet. Insgesamt konnte mich der Film leider nicht überzeugen und ich würde ihn als durchschnittlich einschätzen. Man kann ihn sich gut anschauen, wenn man keine hohen Erwartungen hat, man verpasst allerdings auch nichts wenn man es bleiben lässt.
Labels:
Buch vs. Film,
Yancey Rick
Samstag, 7. Oktober 2017
[Buch vs. Film] Die Tore der Welt
Hey meine Lieben,
nachdem mir "Die Säulen der Erde" von Ken Follett so gut gefallen haben, musste ich unbedingt auch den zweiten Band lesen. Dabei habe ich erfahren, dass dieser ebenfalls verfilmt wurde und die Verfilmung wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
England im Jahre 1327. Vier junge Menschen versuchen ihr Glück zu machen: der rebellische Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack. Sein Bruder Ralph, der in den Ritterstand aufstrebt. Das Mädchen Caris, das sich nach Freiheit sehnt. Und Gwenda, die Tochter eines Tagelöhners, die nur der Liebe folgen will.
Und da ist noch Godwyn, ein aufstrebender Mönch, der nur ein Ziel vor Augen hat: Er will Prior der Abtei von Kingsbridge werden. Um jeden Preis.
Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder ganz von der Atmosphäre und dem Leben in und um Kingsbridge eingenommen. Das Buch selbst spielt rund 200 Jahre nach dem ersten Band und dadurch hat sich einiges in der Stadt verändert und man lernt einige neue Figuren kennen.
Bei der Buchverfilmung handelt es sich um einen Vierteiler, der 2012 das erste Mal veröffentlicht wurde. Gedreht wurde erneut in Österreich und Ungarn, aber auch in der Slowakei und das verwendete Budget beläuft sich dabei auf rund 46 Millionen Dollar, also rund 6 Millonen Dollar mehr als beim Vorgänger. Die Crew selbst bestand aus rund 270 Mann und hinzu kamen dann auch noch ca. 7.500 Komparsen. Insgesamt wurde diese Verfilmung aber nur halb so oft angesehen, wie die zum ersten Band der Kingsbridge-Reihe. Während das Drehbuch wieder von John Pielmeier geschrieben wurde und Rola Bauer erneut als Produzentin fungiert, so hat die internationale Besetzung gewechselt.
Von links nach rechts beschrieben sehen wir zunächst Charlotte Riley als Caris, Tom Westen-Jones in der Rolle des Merthin, Nora von Waldstetten als Gwenda, Ralph gespielt von Oliver Jackson-Cohen und Godwyn verkörpert durch Rupert Evans. Im Vergleich zur ersten Verfilmung gibt es deutlich weniger bekannte Schauspieler. Lediglich einige Nebendarsteller wie Cynthia Nixon (Sex and the City) in der Rolle Petronilla's, David Bradley (Harry Potter) als Bruder Joseph oder Indira Varma (Game of Thrones) als Mattie Wise sorgen für ein wenig Star-Glanz.
Bereits zu Beginn sind mir die ersten Unstimmigkeiten im Vergleich mit dem Buch aufgefallen. Während die erste Verfilmung sich recht nah an der eigentlichen Geschichte orientiert, sind mir dieses Mal sehr viele Unterschiede aufgefallen und zum Teil war ich doch sehr stark enttäuscht.
Während sich im Buch die Hauptfiguren seit ihren Kindheitstagen kennen, so sind sie in der Miniserie schon junge Erwachsene als sie sich zum ersten Mal begegnen. Das hat mich im ersten Teil noch wenig gestört, aber im weiteren Verlauf dann deutlich mehr, da viele Hintergrundinformationen und Entwicklungen der Figuren einfach fehlen bzw. untergehen.
Ich war ziemlich erstaunt, als ich festgestellt habe, dass einige Charaktere, wie z.b. Caris' Schwester Alice, Elfrics Tochter Griselda oder Gwendas Mutter komplett fehlen. Hier wurde die Geschichte für die Verfilmung zum Teil massiv umgeschrieben und das hat mich extrem enttäuscht, da so viele tolle, wichtige oder spannende Momente verloren gegangen sind.
Mit am meisten verärgert hat mich allerdings die Rolle von Gwenda. Im Buch war sie eine meiner liebsten Figuren und sie hat über die Jahre in der sie zur Frau geworden ist, eine starke Entwicklung durchgemacht. Die fehlt in der Miniserie leider komplett und auch sonst habe ich ihren Charakter kaum wiedererkennen können.
Die Motive und Handlungen von Schwester Elisabeth und Philemon wurden ebenfalls verändert oder gar nicht näher erklärt.
Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Das Hauptset (der Markt von Kingsbrigde) wurde auf dem großen Gelände der Budapester Korda-Studios errichtet. Hier wurde zu "Die Säulen der Erde" ebenfalls gearbeitet.
Den historischen Rahmen der Geschichte spielen zum einen die Pest und auch der Hundertjährige Krieg. Im Bezug zu diesen Themen haben die Produzenten der Serie sich sehr detailgetreu an die Elemente und Szenen von Ken Follett gehalten und spannende Momente aber auch eindrucksvolle Bilder geschaffen.
Diese Verfilmung konnte mich leider überhaupt nicht so recht überzeugen und hat mich vielmehr etwas enttäuscht zurück gelassen. Natürlich kann man bei einem rund 1000 Seiten Wälzer nicht jede Handlung genauso im Film umsetzen, sondern muss kürzen. Während das mit der ersten Verfilmung wirklich großartig gelungen ist, so wurde mir hier zu viel gekürzt bzw. umgeschrieben. An manchen Stelle hat man die eigentliche Geschichte kaum noch wiedererkannt. Ich hatte mir hier deutlich mehr erhofft. Betrachtet man die Miniserie allerdings eigenständig ohne einen Vergleich zum Buch zu ziehen, so finde ich sie ganz gelungen.
Freitag, 7. Juli 2017
[Buch vs. Film] Stolz & Vorurteil
Hey meine Lieben,
"Stolz & Vorurteil" gehört zu meinen Lieblingsbüchern und ich habe es bereits unzählige Male gelesen. Zu diesem Werk gibt es zahlreiche Verfilmungen, ich möchte mich im Folgenden aber mit zwei näher befassen. Zum einen die Verfilmung aus 1995 und dann noch die aus 2005.
Nicht weniger als fünft Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Lande, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat Elizabeth die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben folgt sie hartnäckig ihrem eigenen Urteil...
Zunächst möchte ich euch einige Eckdaten zu den Filmen geben, ehe ich sie dann gemeinsam mit dem Roman vergleiche.
Zum einen gibt es die BBC-Miniserie aus dem Jahr 1995 mit Jennifer Ehle und Colin Firth in den Hauptrollen als Elizabeth und Mr. Darcy. Insgesamt handelt es sich hier um einen Dreiteiler mit einer Gesamtlaufzeit von 270 Minuten.
Die zweite Verfilmung aus 2005 ist eine Hollywood Verfilmung mit einer Spieldauer von 122 Minuten, hier wurde also einiges gekürzt im Vergleich zu der Miniserie. In den Hauptrollen haben wir Keira Knightley und Matthew McFayden.
Bezüglich der Besetzung muss ich sagen, dass mir Colin Firth als Mr. Darcy besser gefällt als Matthew McFayden. Während Colin Firth, die arrogante und stolze Art des Mr. Darcy perfekt darstellen kann, so wirkt Matthew McFayden oftmals eher gelangweilt. Dafür wird Elizabeth' Vater in der Verfilmung von 2005 von Donald Sutherland dargestellt, ein kleines Highlight wie ich finde. Bei der weiblichen Hauptrolle gefallen mir beide Schauspielerinnen sehr gut, wobei Keira Knightley stellenweise zu temperamentvoll wirkt.
Allein an der Länge der beiden Verfilmungen sieht man schon, dass bei der Version von 2005 deutlich gekürzt und zusammengefasst wurde. Insgesamt ist die Kürzung schon recht gut gelungen und man merkt, dass der Film sich bemüht, die Stimmung aus dem Buch wiederzugeben. Auch einige Zitate wurden direkt aus dem Roman übernommen, was mich sehr gefreut hat. Leider wirkt die Handlung besonders zum Ende hin sehr gequetscht und Ereignisse, die sich im Roman über ein oder zwei Wochen hinziehen, passieren hier innerhalb von zwei Tagen.
Da die BBC-Serie mit 4,5 Stunden Spieldauer deutlich länger ist, hat sie auch mehr Zeit und der Roman kann genauer wiedergegeben werden. So sind hier beispielsweise auch die Szenen vorhanden, in denen Mr. Darcy ein paar Sympathiepunkte sammeln kann. In der Version von 2005 fehlt das leider komplett.
Nun möchte ich ein wenig auf die Kostüme und Drehorte eingehen. In der Hollywood-Verfilmung gibt es zwar wunderschöne Kostüme, aber man merkt deutlich, dass bei der BBC-Serie besser recherchiert wurde. Bei der Version aus 2005 wurden die damaligen Umstände und gesellschaftlichen Regeln weniger berücksichtigt.
Die Drehorte sind in beiden Filmen einfach atemberaubend und es wurden wunderschöne Bilder und Momente geschaffen. Gedreht wurde bei beiden Filmen in England, z.b. im Lyme Park in Disley (erstes Bild von links) oder im Burghley House in Lincolnshire (viertes Bild von rechts).
Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Auszeichnungen eingehen, die die Verfilmungen bekommen haben. Die BBC-Serie hatte bei den BAFTA TV Awards sechs Nominierungen und hat folgende gewonnen: Beste Hauptdarstellerin in einem TV-Film -> Jennifer Ehle. Beim Emmy war die Serie in vier Kategorien nominiert und hat eine davon gewonnen: Bestes Kostümdesign einer Miniserie -> Dinah Collin.
Die Verfilmung von 2005 war ebenfalls in mehreren Kategorien nominiert ua. auch für den Golden Globe Award. Gewonnen hat der Film dann zum einen bei den BAFTA TV Awards in der Kategorie: Bestes Filmdebüt -> John Wright und beim Satellite Award: Bestes Kostümdesign -> Jacqueline Durran.
Beide Verfilmungen gefallen mir sehr sehr gut und ich habe sie schon unzählige Male angesehen. Dennoch schneidet bei mir die BBC-Serie ein bisschen besser ab, da sie sich durch ihre längere Spieldauer näher am Roman orientiert. Außerdem wurde hier eindeutig bessere Recherchearbeit geleistet und die Atmosphäre ist ein bisschen ruhiger und angenehmer als in der Version von 2005. Dennoch sind beide Buchverfilmungen sehr gelungen und ich empfehle sie von Herzen weiter.
Donnerstag, 6. April 2017
[Buch vs. Film] Tote Mädchen lügen nicht
Hey meine Lieben,
derzeit in aller Munde ist der Start der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht". Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jay Asher. Ich möchte euch nun gerne Buch und Serie näher vorstellen.
Das Buch habe ich bereits vor sehr vielen Jahren gelesen und war sehr überrascht, dass es nun auf einmal verfilmt wird und dann auch noch von dem Streaming-Giganten Netflix. Ich persönlich liebe die Produktionen von Netflix sehr und war daher gespannt wie die Verfilmung des Buches sein würde.
Joy Ashers "13 Reasons Why" war 2007 ein Bestseller, der von Cyber-Mobbing und möglichen Folgen handelt. Die Miniserie wurde im März 2017 veröffentlicht und ua. von Selena Gomez produziert. Zunächst war sogar Selena Gomez für die Hauptrolle vorgeschlagen, am Ende allerdings war sie dann doch nur hinter der Kamera tätig. Es gibt insgesamt 13 Kassetten und durch diese erfährt der Zuschauer nach und nach die Geschichte von Hannah und ihren Gründen Selbstmord zu begehen.
Die männliche Hauptrolle "Clay" wird von Dylan Minnette verkörpert, der bereits eine kleine Rolle in der bekannten Serie "Lost" inne hatte. Die bislang noch unbekannte Schauspielerin Katherine Langford spielt die zentrale Rolle von Hannah Baker.Es gibt einen Unterschied zwischen dem Buch und der Serie, auf den ich nun ein weniger näher eingehen möchte. Im Buch hört Clay sämtliche Kassetten in einer Nacht, während er sie in der Serie in einem Zeitraum von zwei Wochen anhört. Durch den Ausbau der Zeitachse konnten die Figuren weiterentwickelt und ihre Geschichte zentraler dargestellt werden. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn die Serie ebenfalls nur innerhalb einer Nacht spielen würde. Daher ist diese Änderung meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung. Ein weiterer Unterschied ist die Reihenfolge der Kassetten, wobei mich das nicht sonderlich gestört hat. Ich finde das die Umsetzung in der Serie hier ebenfalls gut gelungen ist.
In der Serie wird allerdings nicht nur das Verhalten der Teenager unter die Lupe genommen. Vielmehr wird auch ein Blick auf die Schule geworfen. Hätten Lehrer einschreiten können? Wie viel bekommen Lehrer oder Eltern von dem Schulalltag ihrer Kinder überhaupt mit? Führte Hannah ein Doppelleben oder konnte sie einfach nur sehr gut schauspielern?
Den Produzenten der Miniserie ist es gelungen ein Tabuthema respektvoll von allen Seiten zu beleuchten. Während man zunächst langsam in Hannahs Alltag eingeführt wird, so fragt sich der Zuschauer mit jeder weiteren Folge immer mehr, was Hannah dazu brachte sich umzubringen. Dabei wird aber nicht nur Mobbing thematisiert, sondern auch gesellschaftliche Probleme unter Jugendlichen sowie sexuelle Belästigung. Auf den Zuschauer prasseln eine Vielzahl an Informationen und Eindrücken ein. Doch was ist die Wahrheit? Die Lösung des Rätsels gibt es erst nachdem man alle 13 Kassetten angehört hat.
Mir persönlich hat die Serie extrem gut gefallen und ich finde die Produzenten haben bei der Umsetzung großartige Arbeit geleistet. Ich kann sowohl das Buch als auch die Serie von Herzen weiterempfehlen! Eine nervenaufreibende Geschichte, die Eindruck hinterlässt und zum Nachdenken anregt.
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