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Dienstag, 22. Juni 2021

[Rezension] Die Karte

 

© rowohlt.de


Er gehört zu deinem Training wie die Schuhe und der Soundtrack: dein Fitness-Tracker, mit dem du deine Laufstrecke online teilen kannst. Jeder kennt deine Lieblingsstrecken - auch jemand, der deinen Tod will...

Die Reihe um Kerner und Oswald geht in die vierte Runde. Idee des Plots sind Trainingstracking-Apps, die derzeit immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Ein spannendes Thema, dass wirklich hervorragend umgesetzt wurde. 

Laura und Eva führen ein zufriedenes und entspanntes Leben, bis Eva eines Abends wieder einmal laufen geht und dabei brutal ermordet wird. Ermittler Jens Kerner ist geschockt. Nur wenige Zeit vor ihrem Tod, hatte er noch mit ihr gesprochen, als er während einem anderen Fall ermittelt hat. Als es nicht bei einer Leiche bleibt, sondern eine weitere Läuferin tot aufgefunden wird, wird Kerner und seinem Kollegen Oswald schnell klar, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben. 

Wie man es von Winkelmann bereits kennt, wirft er den Leser direkt mitten ins Geschehen. Ein fesselnder Beginn, bei der zunächst viele Fragen offen lässt. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der beiden Ermittler, wobei man auch Einblicke in die Gedankenwelt des/r Täters/in erhält. Das große Mitfiebern und -rätseln beginnt und ich war beinahe genauso versessen darauf den Fall zu lösen, wie Kerner selbst. Die Kommissare tappen länger im Dunkeln und nur langsam werden verschiedene Verbindungen und Zusammenhänge klar. 



Mir hat es richtig Spaß gemacht wieder mit Kerner und Oswald auf Verbrecherjagd zu gehen! Eine umfangreiche Geschichte mit vielen Handlungssträngen und Spannungsmomenten, rundum ein perfekter Thriller!




Donnerstag, 20. Juni 2019

[Rezension] Die Lieferung

© rororo-verlag.de

Die Wohnungstür steht offen. Auf dem Tisch: eine Pizza. Niemand hat sie angerührt. Denn die Frau, die sie bestellt hat, ist spurlos verschwunden. 
Nur über Umwege finden Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald heraus, dass hinter diesem Vermisstenfall mehr steckt. Ein Täter, wie er perfider nicht sein könnte, fängt seine Opfer mit einer List und hält sie jahrelang gefangen. 
Alle verschwundenen Frauen waren allein zu Hause, alle haben Essen bestellt. Ihr letztes Lebenszeichen...

Das Grundszenario war für mich durchaus etwas beängstigend. Postboten, Lieferanten, Taxifahrer, alles Menschen die wir nicht kennen und denen wir doch jederzeit die Tür öffnen und quasi "vertrauen". Doch nicht immer sollten wir das tun...

Jens Kerner ist Ermittler durch und durch und wenn er sich einmal bei einer Spur fest gebissen hat, lässt er nicht so schnell wieder los. Dabei muss es seiner Meinung nach nicht immer komplett korrekt ablaufen, Hauptsache der Täter wird am Ende gefasst. 
Kollegin Rebecca Oswald sitzt im Rollstuhl und Arbeit daher ausschließlich von ihrem Büro aus. Außeneinsätze muss sie gezwungenermaßen ihren Kollegen überlassen. 
Rebecca hat mir als Ermittlerin richtig gut gefallen, weil sie trotz ihrer gesundheitlichen Probleme und Einschränkungen alles gibt, ein Sonnenschein ist und eine sehr wichtige Stütze für ihren Kollegen Jens. Eine bessere Kollegin kann man sich gar nicht wünschen. 

Während Jens und seine Kollegin Stück für Stück den vorliegenden Vermisstenfall durcharbeiten und aufklären wollen, kommt es zu weiteren Fällen dieser Art. Anstatt der Lösung näher zu kommen, werden die beiden vor immer mehr Rätsel gestellt und erst langsam kristallisiert sich die ganze Tragweite ihrer Ermittlungen heraus. 

Andreas Winkelmann verzichtet zwar zum großen Teil auf blutige Szenen, dafür dringt er tief in die Psyche seiner Leser ein und sorgt für jede Menge Nervenkitzel und Spannungsmomente. Ich konnte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen, da ich kaum war ein Rätsel gelöst schon vor dem nächsten stand und unbedingt wissen wollte wie es aus gehen wird. 



Für mich war "Die Lieferung" mein erstes Werk von Winkelmann, mit Sicherheit aber nicht mein letztes. Das Buch hat sich zu einem Strudel entwickelt, der mich erst auf der letzten Seite wieder losgelassen hat. Der Autor weiß definitiv wie man seine Leser fesselt. 

Vielen lieben Dank an den rororo Verlag für das Rezensionsexemplar!
Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem rororo Verlag und erhält Werbung für "Die Lieferung" von Andreas Winkelmann. 

Samstag, 30. September 2017

[Rezension] Kalte Asche

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/

Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner DAvid Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord...


"Kalte Asche" stellt den zweiten Band der David Hunter - Reihe dar, wobei man sämtliche Bände auch gut als Einzelbände lesen kann. Nachdem mir der Auftakt der Reihe sehr gut gefallen hat, war ich sehr begierig darauf den Folgeband zu lesen.
Vorab möchte ich noch erwähnen, dass Simon Beckett bei den Beschreibungen seiner Leichen sehr drastisch ins Detail geht und schonungslos verschiedene Verwesungsmerkmale oder Verletzungen erklärt. Jemand der eher zart besaitet ist und sich schnell ekelt oä. sollte daher lieber die Finger von dem Buch lassen.

David Hunter hat mir auch in diesem Band sehr gut gefallen. Er macht einen besonnen Eindruck auf mich, bei weitem nicht so unfehlbar, wie es die Hauptfiguren in anderen Thrillern oftmals sind. 
Auch die anderen Figuren in dieser Geschichte sind gut beschrieben und ich konnte sie mir sehr leicht vorstellen. Leider hat der Autor sie mit einigen klischeehaften Eigenschaften ausgestattet, die in der Summe ein bisschen zu viel des Gutes sind. So gibt es mürrische Seemänner, eine extrem neugierige und überall herum spionierende Journalistin und einen ungehobelten Polizisten, der sich von niemandem etwas sagen lassen möchte und stets alles besser weiß.

Das Ende hat mich sehr überrascht. Ich hatte zwar eine Vermutung um wen es sich schlussendlich handeln könnte, was den Täter betrifft und war mir dessen auch ziemlich sicher. Als ich dachte, dass der Täter gefunden und die Morde aufgeklärt sind, warten allerdings noch ein paar Überraschungen auf den Leser, die es wirklich in sich haben. Zudem gibt es auf den letzten Seiten (wie man es vom Autor ja kennt) noch einen richtig fiesen Cliffhanger, der neugierig auf Band drei macht. 



"Kalte Asche" ist ein solider, spannender Thriller, der ohne brutale Szenen auskommt. Für ich war die Chemie des Todes ein kleines bisschen besser geschrieben, denn hier gibt es zu viele Zufälle und Klischees. Dennoch werde ich die Reihe weiter lesen und bin gespannt auf den dritten Band. 



Montag, 4. September 2017

[Rezension] Die Chemie des Todes

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/

STERBEN KANN EWIG DAUERN...

aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen - und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen.Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurück zu verfolgen. Und so entdecken die Yates - Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war...



Bereits am Klappentext merkt man sehr schnell, dass es sich hier um keine Lektüre für zarte Gemüter handelt. Insgesamt schreibt der Autor sehr detailreich, was gerade bei verwesenden Leichen und offenen Wunden nicht sehr angenehm ist. Ich lese solche Thriller häufiger, daher war das für mich kein Problem, wer sich aber schnell ekelt, sollte dieses Buch besser nicht lesen. 

Für mich war es mein erstes Buch von Simon Beckett und bereits die ersten Seiten haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen und der Autor hat es mehr als einmal geschafft, mich auf eine falsche Fährte zu führen. 

David Hunter ist forensischer Anthropologe und man erhält viele interessante Einblicke in seine Arbeit. Für mich hätten es auch noch ein bisschen mehr sein können, denn diese Passagen waren überaus spannend. Zunächst war ich etwas verwundert, weshalb ein so renommierter Anthropologe aufs Land zieht, aber mit der Zeit kann man immer mehr hinter Davids Fassade blicken und lernt seine Vergangenheit und Beweggründe kennen. 
Neben David begleitet man auch noch die Bewohner Mahams, sowie die Polizei durch die harten Zeiten dieses kleinen Örtchens. 

Ich war erschüttert, wie schnell der enge Zusammenhalt der Gemeinde zerbricht und die ersten Anfeindungen und Unterstellungen sich ihren Weg in die Köpfe der Leute bahnen. Wo Freundschaft oder gute Nachbarschaft war, ist plötzlich nur noch Hass. 
Simon Beckett schafft es den Spannungsbogen bis auf die letzten Seiten aufrecht zu erhalten. Der Schluss selbst war gut und hat auch gut zur Geschichte gepasst, war mir persönlich jedoch ein klein wenig überzogen. 


"Die Chemie des Todes" war mein erster Beckett und mit Sicherheit nicht mein letzter. Der Autor hat einen soliden Thriller geschaffen, der mir einige spannende Lesestunden beschert hat. Dennoch hat mir das gewisse Etwas gefehlt, weshalb ich einen Punkt in meiner Bewertung abziehe. 



Sonntag, 16. Oktober 2016

[Rezension] Null

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/


David Caine führt ein gefährliches Doppelleben. Tagsüber begeistert er seine Studenten für Quantenphysik und Wahrscheinlichkeitsrechnung, nachts taucht er ab in die Welt der Pokerclubs in Manhatten. Der brillante Mathematiker kann in sekundenschnelle die Gewinnchancen seiner Mitspieler berechnen. Doch eines Nachts unterläuft ihm ein Fehler, und sein Leben gerät außer Kontrolle. Eine atemberaubende Jagd beginnt, bei der David Caine nicht nur um sein Leben fürchten muss, sondern auch um seinen Verstand. 



Da ich "Gnosis" von Adam Fawer sehr mochte und es allgemein heisst, dass "Null" noch besser sein soll, musste ich das Buch natürlich auch unbedingt lesen. 
Mir hat die Geschichte auch gut gefallen, allerdings nicht so gut wie "Gnosis". Der Einstieg war für mich alles andere als einfach und ich habe verhältnismäßig lange gebraucht um in die Geschichte hinein zu finden. Es passieren viele verschiedene Handlungen parallel und man versteht am Anfang noch gar nicht worum es eigentlich geht. Durch die ständigen Perspektivwechsel fiel es mir zudem auch schwer mich in die Figuren hineinzuversetzen und ein Gefühl für sie zu entwickeln. Die meisten blieben mir leider bis zum Schluss unnahbar oder fremd. 
David Caine stellt die Hauptfigur da was ihm passiert ist einfach ungeheuerlich. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, hätte ich auch das ein oder andere Mal befürchtet den Verstand zu verlieren. 
Typisch für Adam Fawer enthielt auch dieses Werk von ihm, einige wissenschaftliche Fakten und Erläuterungen. So gab es ua. Beispielrechnungen zur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Solche Aspekte muss man mögen und auch definitiv Interesse dafür zeigen, ansonsten kann das Buch schnell kompliziert, unverständlich und dadurch langweilig werden. Ich bin selbst alles andere als ein Mathegenie, konnte den Erklärungen aber gut folgen und habe Mathe mal von einer interessanten Seite kennengelernt. 
Die Geschichte folgte konstant einem roten Faden und war zu keiner Zeit langweilig. Mich komplett fesseln vermochte sie aber leider auch nicht. Dafür gab es zu viele langatmige Passagen oder unnötigen Gespräche, die alles in die Länge gezogen haben. Dennoch halte ich das Buch für gelungen und gut zu lesen. 


Wieder einmal konnte mich Adam Fawer mit einer ganz besonderen Geschichte und herausragenden Recherchearbeiten begeistern. "Null" ist eine sehr komplexe und nicht leicht zu verstehende Geschichte, aber genau solche Geschichten liebe ich zwischendurch. Das Mitgrübeln und -fiebern mit den Protagonisten, die Hetzjagden, bei denen man den Atem anhält. Für mich ist "Null" sehr gelungen und ich empfehle es gerne weiter. 



Donnerstag, 23. Juni 2016

[Rezension] Gnosis

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/


Der brillante Mathematiker Laszlo Kuehl besitzt eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er ist Empathiker und kann sich so weit in andere Menschen einfühlen, dass er ihre Gedanken beherrscht. Laszlo weiß aber auch um die dunkle Seite dieser Gabe und versucht ein ganz normales Leben zu führen. Doch damit ist es vorbei, als er, ohne es zu wissen, die apokalyptischen Pläne eines Sektenführers durchkreuzt....



Ich lieeeeeeeeeeebe es!!! Ich liebe dieses Buch so so sehr!! Wow, einfach nur wow *im siebten Himmel schwebe*
Normalerweise ist Science-Fiction ja überhaupt nicht mein Fall, aber dieses Buch wurde mir von meinem besten Freund empfohlen und dem wiederum von seinem Lieblingslehrer. Da beide total begeistert waren, hat mich dann doch die Neugier gepackt und ich musste es auch unbedingt lesen. Aber genug der Schwärmerei, ich komm mal lieber zum Inhalt ;)
Vorab sollte man unbedingt wissen, dass dieses Buch mit so einigen wissenschaftlichen Details gespickt ist, die die grauen Zellen wieder auf Trab bringen. Dabei geht es sowohl in psychologische und theologische Bereiche, aber auch in die Physik. Wer mit diesen Themen so gar nichts anfangen kann, der sollte evtl. die Finger von dem Buch lassen. Einige Aspekte werden sehr ausführlich beschrieben und sind zum Teil auch etwas komplizierter, allerdings hat mir das extrem gut gefallen. (Und ich war in Physik immer eine Niete in der Schule). Man merkt gerade in diesen Abschnitten sehr deutlich wie viel Arbeit Adam Fawer in seine Recherchen gesteckt hat. Ich bin sprachlos und wirklich sehr beeindruckt. 
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und man erhält sehr detaillierte Einblicke in die Erlebnisse, Gefühle und Gedanken der Protagonisten. Sämtlichen Charakteren wird genügend Raum gelassen um sich zu entfalten. 
Die Story nimmt ein recht rasantes Tempo an und ich war so sehr von den Geschehnissen gefesselt, dass mir gar keine Zeit zum Nachdenken blieb. Es passieren immer wieder überraschende Ereignisse oder Wendungen mit denen ich so überhaupt nicht gerechnet hätte und die mich teilweise sprachlos oder auch geschockt zurück ließen. Zum Schluss gipfelt alles in einem spektakulären Höhepunkt und ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit diesem Ende. Ich bin absolut begeistert. Das Buch war bis zur letzten Seite, ja bis zum letzten Satz spannend ohne Ende und ich werde definitiv auch "Null" von Adam Fawer lesen. 



"Gnosis" ist ein actionreicher, spannender Science-Fiction Thriller, den ich allen ans Herz lege, die gerne auch mal ein bisschen mitdenken beim Lesen und sich nicht nur berieseln lassen wollen. Für mich ist es das beste Buch, welches ich dieses Jahr bis jetzt gelesen habe. Leider kann ich nur maximal 5 Herzen vergeben, verdient hätte es aber mindestens 7 Herzen.