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Sonntag, 2. Januar 2022

[Rezension] Waggon vierter Klasse

 

© cbt-verlag.de


Sommer 1948: Die 16-jährige Martha ist aus Ostpreußen nach Bayern geflüchtet. Mit ihrem Vater wohnt sie in einem ausrangierten Bahnwaggon am Rand des Dorfes.
Um den Waggon ranken sich Gerüchte, vor allem um seinen früheren Bewohner Alois Roth. Der Mann ist in der Nazizeit spurlos verschwunden. Martha beginnt nachzufragen. Aber im Ort möchte niemand darüber sprechen. Es gibt Dinge, die sollte man besser ruhen lassen, heiß es nur. Doch Martha lässt sich nicht beirren. Sie will die Wahrheit herausfinden, auch wenn sie wehtut. 

Bereits mit seinem vorheringen Roman "Nebel im August" hat Autor Robert Domes mich sehr berührt. Es ist doch noch einmal etwas ganz anderes, wenn man über Schicksale der NS-Zeit erfährt, die nicht irgendwo, sondern vor der eigenen Haustüre passiert sind. Und auch dieses Mal spielt der Roman im Allgäu der damaligen Zeit. 

Martha ist zusammen mit einem Teil der Familie vor den Russen geflohen und kommt schließlich in Obergünzburg, einem kleinen Dorf mit 2000 Einwohnern an. Die Mutter ist mit den beiden jüngsten Brüdern noch in der Heimat geblieben. Da es mehr Flüchtlinge als Platz gibt, landet die kleine Familie außerhalb des Dorfes in einem ausrangierten Bahnwaggon und lebt dort mehr schlecht als recht. Als Martha erfährt, dass bereits vor ihnen jemand hier gelebt hat, wird sie neugierig. 

In einem zweiten Handlungsstrang, der rund 40 Jahre vorher beginnt, lernt man Alois Roth kennen, einen aufgeweckten und schlauen Jungen aus Obergünzburg. Eben jener, der einmal selbst in dem Waggon vierter Klasse leben wird. Ich habe mir öfter gedacht, dass Alois Roth so viele Chancen gehabt hätte, wäre er nur in einer anderen Zeit geboren worden. 

Beide Erzählstränge haben mich gefesselt und dafür gesorgt, dass ich das Buch nahezu auf einen Rutsch ausgelesen habe. Das Leben der Mensch war damals sehr hart und heutzutage kann man das ganze Ausmaß kaum erfassen. Es hat mich sehr berührt die beiden Schicksale zu verfolgen und man spürt, wie viel Liebe und Detail Robert Domes in den Roman gesteckt hat. 



"Waggon vierter Klasse" hat mich sehr ergriffen, denn man spürt hautnah wie sehr die Menschen damals kämpfen mussten. Robert Domes hat erneut ein großesartiges Werk über ein wichtiges Stück Zeitgeschichte geschrieben. 





Montag, 22. März 2021

[Kurz-Rezension] Ella im Abseits

 

© cbt-verlag.de


Ella ist zurückhaltend, kleidet sich uncool und drückt sich merkwürdig aus. Ihre Mitschüler finden sie komisch und halten sie auf Abstand. Was Ella auch versucht, sie findet keinen Anschluss - geschweige denn Freunde. Hauke, der beliebteste Junge der Klasse, merkt schnell, dass man Ella gut lächerlich machen kann. Er lässt sie in der Pause nicht mitspielen, lädt sie nicht zur Chat-Gruppe ein und macht ihr den Schulalltag zur Qual. Kim und Jeremy wagen es nicht, sich gegen Hauke zu stellen, denn sie fürchten, selbst zu Opfern zu werden. Die Situation wird immer schlimmer, bis Ella eines Tages spurlos verschwindet...


Ella hat es alles andere als leicht in der Schule, denn das Mobbing ihrer Mitschüler nimmt einfach kein Ende. Egal ob sie versucht den anderen aus dem Weg zu gehen oder über deren fiese Sprüche zu lachen, Ella findet einfach keinen Anschluss. Niemand aus ihrer Klasse möchte ihr helfen, aus Angst selbst zum Opfer zu werden und so ist Ella immer einsamer. 

Mobbing ist ein wichtiges Thema und ich finde die Autorin zeigt sehr eindrücklich, was ein solches Verhalten beim Opfer auslösen kann. Leider habe ich auch einen großen Kritikpunkt. Im Klappentext wird ja erwähnt, dass Ella eines Tages verschwindet. Das Buch hat ca. 170 Seiten und zehn Seiten vor dem Ende passiert genau dieses Verschwinden. Der Schluss ist viel zu übereilt dargestellt, wenn man bedenkt, dass die Vorgeschichte 160 Seiten lang ist. Auch ist es nicht sonderlich realistisch geschrieben und ich konnte hier nur den Kopf schütteln. Keine Ahnung warum man das Buch derart abrupt enden lassen muss und im Klappentext versucht Spannung aufzubauen, die im Buch dann nicht mal ansatzsweise gegeben ist. 

Wäre das Buch 100 Seiten länger, hätte daraus ein richtig guter Roman werden können. Durch den übereilten Schluss, der zudem noch unrealistisch dargestellt ist, hat sich das Buch für mich zu einem ziemlichen Flop entwickelt. Total schade, denn Potenzial war definitiv da.








Samstag, 11. November 2017

[Rezension] Scherben der Dunkelheit

© Quellenangabe: 
https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd

Die sechzehnjährige Anouk verbringt die Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Kurz nach ihrer Ankunft gastiert der Dark Circus in der Nähe: ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Auch Anouk gerät schnell in seinen Bann und damit in einen Kosmos, den sie kaum für möglich hielt: Eine magische Welt öffnet sich vor ihr, in der sie den mysteriösen Zauberer Rhasgar kennenlernt. Doch der Dark Circus birgt mehr, als Anouk ahnt. Bald schon schwebt sie in tödlicher Gefahr und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Denn es gibt keine Regeln im Dark Circus bis auf eine: Nichts ist, wie es scheint...


Ich muss gestehen, dass ich mich so sehr in das Cover verliebt habe, dass ich das Buch unbedingt haben musste. Die düsteren Farben und dann noch das atemberaubend schöne Kleid der Protagonistin! Dank dem tollen Bloggerportal habe ich es auch als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen lieben Dank noch einmal dafür!

Zu Beginn war das Buch total packend und aufregend für mich. Man lernt die beiden Hauptfiguren kennen und natürlich den Dark Circus. Überall lauert Magie und der Circus ist wirklich ein ganz besonderer Ort, dessen dunkle und geheimnisvolle Atmosphäre mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Auch die Darsteller des Dark Circus werden näher vorgestellt und hier muss ich leider sagen, dass ich diese allesamt spannender und interessanter empfunden habe, als unsere beiden Hauptprotagonisten Anouk und Rhasgar. 
Anouk hat zuweilen eine sehr patzige Art an sich, die mir überhaupt nicht gefallen hat und Rhasgar wirkte immer wieder suspekt und fremd auf mich, ich wurde nicht warm mit ihm, leider. Das hat mir die Geschichte etwas erschwert, weil mir die Figuren beinahe schon gleichgültig waren und ich mit niemandem so richtig mitfiebern konnte. 

Während der Einstieg in die Geschichte wirklich großartig war, so lässt das Tempo mit dem weiteren Verlauf sehr stark nach. Der Schreibstil der Autorin wurde eher schwierig für mich und das war sehr schade. Gesa Schwartz beschreibt die Umgebung ausführlich und detailliert, was natürlich zu Beginn einer Geschichte großartig ist, da man sich so ein gutes Bild der einzelnen Szenen machen kann. Nach hinten hinaus, lässt es die Story leider sehr zäh werden, da man andauernd nur Beschreibungen liest und das eigentliche Geschehen schon fast auf der Strecke bleibt. Mit der Zeit habe ich mir auch wirklich schwer getan der Handlung überhaupt noch zu folgen und hätte bei so manchem Kapitel am liebsten ganz aufgehört zu lesen. 
Das war ziemlich enttäuschend, da der Plot selbst sehr hohes Potenzial für eine herausragende Geschichte aufweist. 


Autorin Gesa Schwartz hat einen jugendlichen Fantasyroman geschaffen, der sich in eine düstere Atmosphäre hüllt. Die Story war für mich ein ziemliches Auf und Ab mit einigen Längen und stellenweise wird die Handlung auch abstrakt. Insgesamt kann ich den Roman daher leider nur als durchschnittlich bewerten. 



Vielen Dank an cbt für das Rezensionsexemplar!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit cbt und enthält Werbung für "Scherben der Dunkelheit" von Gesa Schwartz.

Samstag, 20. Mai 2017

[Rezension] Die Schatten von London

© Quellenangabe: 
https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd
Der Tag von Rorys Ankunft im altehrwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr jemand, der den Serienmörder kopiert. Unter den Augen der an den TV-Bildschirmen mitzitternden Londoner Bevölkerung tötet der Ripper trotz Überwachungskameras und observierenden Hubschraubern weiter - ohne eine Spur zu hinterlassen. Was keiner weiß: Eine Zeugin gibt es - Rory. Die junge Amerikanerin ist die Einzige, die den Mörder gesehen hat. Womöglich auch die Einzige, die ihn sehen kann? Und plötzlich ist der Ripper hinter Rory her...


Ich muss zugeben, dass dieses Buch ein reiner Cover-Kauf war und ich mir den Klappentext zuvor nicht groß durchgelesen hatte. Ich liebe Bücher die in England spielen und die Geschichte rund um Jack the Ripper ist immer wieder aufwühlend, schockierend und faszinierend zugleich. 
Rory kommt aus einem kleinen unscheinbaren Ort im Nirgendwo von Louisana und ist ein ganz normales Mädchen. Während sie sich langsam in den Internatsalltag und London einlebt geschehen jedoch einige Morde, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen. Ich mag Rory's aufgeweckte Art und man hat das Gefühl, sie ist wie ein Wasserfall und niemals still. Ihre Mitbewohnerin Jazza ist mit ihrer ruhigen und besonnen Art der perfekte Gegenpol für Rory. Neben den beiden gibt es noch eine handvoll weiterer Figuren, die für die Geschichte bedeutend sind. Lange im Gedächtnis sind sie mir aber irgendwie nicht geblieben, zumindest die Namen habe ich alle schon wieder vergessen. 
Die ersten 100 Seiten verlaufen noch etwas gemächlicher und genauso wie Rory gewöhnt man sich langsam an das Internat, den Alltag und London selbst. Danach nimmt die Geschichte an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich fast. Es wird zunehmend spannender und die Geschichte bekommt eine interessante Wendung. 
Man bekommt zudem Informationen zu Jack the Ripper und wie und wo die Morde damals genau passiert sind. Blutige Details halten sich jedoch in Grenzen. Das Ende war ein ziemlicher Show-Down und hat sich gut in die Geschichte eingefügt. Gleichzeitig macht er neugierig auf den zweiten Band, den ich mir auf jeden Fall zulegen werde. 


Alles in allem ist "Die Schatten von London" ein sehr gelungener Jugendroman, der trotz kleinerer Schwächen sehr lesenswert ist. Das Buch eignet sich für alle, die sich für London und die Morde von Jack the Ripper interessieren und empfehle es gerne weiter. 



Freitag, 19. Mai 2017

[Rezension] Der Prinz der Elfen

© Quellenangabe: 
https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd
Mitten im Wald von Fairfold schläft seit Jahrzehnten ein Elfenprinz in einem gläsernen Sarg. Hazel und ihr Bruder Ben vertrauen ihm all ihre Geheimnisse an. Doch mit sechzehn glaubt Hazel nicht mehr daran, dass der Prinz aufwacht. Bis der Sarg plötzlich leer ist und Hazel sich als Ritter in einem Spiel mit wechselnden Loyalitäten und gefährlicher Liebe beweisen muss...


Meine Meinungen waren wirklich hoch an das Buch und das ist vielleicht auch der Grund warum, weshalb ich nun so enttäuscht bin. Mir fällt es dieses Mal richtig schwer die richtigen Worte für meine Rezension zu finden, denn irgendwie ist mein Kopf total leer. 
Holly Black ist eine Autorin, die ich eigentlich sehr schätze und ihre Werke immer gerne lese. Ich liebe ihre Art mystische Elemente mit Märchen und Folklore zu vermischen. Das ist ihr auch in diesem Buch sehr gut gelungen. Das ist dann aber auch schon fast das einzig gute an dem Buch. 
Bereits der Einstieg in die Geschichte viel mir sehr schwer, denn ich wurde das Gefühl nicht los, dass das Buch für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde. In einer der ersten Szenen, einer Partyszene, lernt man Hazel näher kennen und ich war von ihrem Verhalten irritiert und schockiert. Sie wurde mir auch im weiteren Verlauf der Geschichte nie ganz sympathisch, irgendwie konnte ich den ersten Eindruck von ihr nicht los werden. Ihr Bruder Ben wiederum war mir direkt total sympathisch und ich habe ihn sehr gerne, besonders sein musikalisches Talent war interessant für mich. Insgesamt bieten die Charaktere viel Potenzial, welches leider nicht ausgeschöpft wird, ihnen fehlt es einfach an Substanz. Dadurch wirkten sie blass und oberflächlich auf mich und ich habe nie richtig Zugang zur Geschichte gefunden. 
Die Story war zwar nicht uninteressant, fesseln konnte sie mich allerdings auch nicht wirklich. Holly Black verliert sich immer wieder in Ausschweifungen oder Erzählungen der Vergangenheit. Mich persönlich hätte viel mehr interessiert, was im Hier und Jetzt geschieht. Im Grunde wusste man durch den Klappentext schon alles was passieren würde und der Spannungsbogen blieb ziemlich flach.
Die Auflösung war dann auch nicht so herausragend wie ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt stellt das Buch einen ganz netten Jugendroman dar, aber meinen Geschmack hat er leider nicht getroffen. 


"Der Prinz der Elfen" hat leider so gar nicht meinen Geschmack getroffen. Es war mir insgesamt zu oberflächlich, zu sprunghaft und mir hat Tiefe gefehlt. Dennoch kann ich verstehen, wieso andere das Buch sehr gut bewerten. Es ist eine nette kleine Geschichte für zwischendurch, aber man sollte keine zu hohe Erwartungen haben.



Mittwoch, 19. Oktober 2016

[Rezension] Herz aus Nacht und Scherben

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https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd

In Venedig gerät die siebzehnjährige Milou in die Welt der Scherben: das Reich der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche. Auf der Suche nach spurlos im Nebel verschwundenen Menschen verliebt sie sich in den mysteriösen Rabenwandler Niv, doch sie weiß: Seine Welt ist nicht für sie bestimmt. Und mit jedem Augenblick zieht das Reich der Scherben sein Netz enger...



Vorab möchte ich direkt sagen, dass ich das Buch abgebrochen habe und meine Rezension daher nur ca. die erste Hälfte des Buches betrifft. Ich hatte hohe Erwartungen an "Herz aus Nacht und Scherben" aber leider konnte mich das Buch nicht so richtig begeistern und ich habe es dann aus verschiedenen Gründen abgebrochen. 
Die Geschichte spielt in Venedig und über die Kulisse habe ich mich richtig gefreut, da Venedig eine wunderschöne Stadt ist, die ich gerne selbst einmal besuchen möchte. 
Milou ist eine sehr sympathisch junge Frau, die sich gerne in Büchern vergräbt und dabei in Träumereien versinkt. Durch Niv lernt sie die Welt der Schatten und deren Bedrohung kennen, findet in ihm aber auch einen wahren Begleiter und Freund. 
Der Plot selbst hat viel Potenzial und obwohl es einige spannende Passagen gibt, in denen auch Märchen miteingeknüpft wurden, konnte mich die Geschichte nicht packen. Oftmals habe ich das Gefühl es wird mehr geredet als gehandelt und ich musste mich durch viele Seiten regelrecht durchquälen. Leider. Ich habe das Buch daher aktuell abgebrochen, werde es aber irgendwann nochmal lesen und ihm eine zweite Chance geben, denn die hat es definitiv verdient. 



Die Welt aus Scherben ist mal wieder etwas Neues, was man so noch nicht erlebt hat und auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben ihre ganz eigenen Persönlichkeiten. Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln und es gab einige langatmige Abschnitte, die mich dann dazu bewogen haben, das Buch vorerst zu pausieren. Daher handelt es sich bei der Bewertung um eine vorläufige Einschätzung. 



Vielen Dank an cbt für das Rezensionsexemplar!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit cbt und enthält Werbung für "Herz aus Nacht und Scherben" von Gesa Schwartz.

Freitag, 19. Februar 2016

[Rezension] Schnee wie Asche

© Quellenangabe:  
https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit einem Ziel vor Augen: Die Magie und die Macht von Winter wieder zu erlangen. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie heimlich liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust danach zu suchen...




Die Grundidee der Geschichte rund um die Jahreszeiten-Königreiche fasziniert mich sehr und die Umsetzung ist wunderbar gemacht. Jedes Land hat seine ganz eigenen, zur Jahreszeit passenden Eigenschaften und Fähigkeiten. Auch optisch unterscheiden sich die Bewohner der einzelnen Jahreszeiten. Das hat mir richtig gut gefallen. Allerdings waren die vielen verschiedenen Namen anfangs doch etwas verwirrend und ich war sehr froh über die, am Anfang des Buches, enthaltene Karte. So konnte ich mir etwas Überblick verschaffen. 
Die Geschichte erleben wir aus der Sicht von Meira, wodurch wir ihre Persönlichkeit sehr gut kennen lernen. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung durch und es war immer wieder sehr spannend sie auf ihrem Weg und Abenteuer zu begleiten. Zudem ist sie kein - wie das in diesem Genre leider oft üblich ist - naives kleines Mädchen, sondern hat durchaus ihren eigenen Willen den sie auch durchsetzen will. Man muss Meira einfach mögen! Aber auch Sir und Mather habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Jeder hat seine ganz eigene Persönlichkeit und besonders der kämpferische und liebenswürdige Mather war mir von Beginn an sympathisch. Die Nebenfiguren und Gegendarsteller sind ebenfalls gut gezeichnet, wobei ich bei Theron noch sehr skeptisch bin und ihn so gar nicht einschätzen kann. Was sind seine wahren Ziele und Absichten? Wie ist er wirklich? Ich hoffe die Fragen werden in einem Folgeband geklärt. 
Im Verlauf der Geschichte warten einige Wendungen auf den Leser. Diese waren für mich teilweise doch sehr überraschend, an anderer Stelle wiederum sehr vorhersehbar. Mein Lesespaß wurde dadurch allerdings nicht getrübt und ich war von der ersten bis zur letzten Seite sehr gefesselt von der Geschichte. Am Ende hatte ich eigentlich mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger gerechnet, der aber zum Glück ausblieb. Dennoch bin ich schon sehr gespannt, wie die Geschichte sich weiter entwickeln könnte und hoffe es gibt bald eine Fortsetzung. 




"Schnee wie Asche" stellt einen gelungen Auftakt dar, bei dem man Lust auf mehr bekommt. Ich habe sehr hohe Erwartungen an die Folgebände und kann es gar nicht erwarten diese in meinen Händen halten zu können. Für Fantasy-Fans ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss!




Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] Liberty 9 - Sicherheitszone

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https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd





Liberty 9, ein riesiges Valley, ist Kendiras Zuhause. In völliger Abgeschiedenheit und umgeben von Schutzanlagen leben die zweihundert jungen Auserwählten nach einem vorgegebenen Tagesrhythmus: Morgenappell, Unterricht, computeranimierte Trainings für Körper und Geist. Kendira glaubt zu wissen, warum. Sie trainiert für einen höheren Zweck - doch nicht alle sind so privilegiert wie sie. Der junge Dante hat keine Zukunft. Kendira darf er sich eigentlich nicht nähern, doch eine unwiderstehliche Anziehungskraft bringt sie zusammen. Dantes Zweifel am grausamen System machen auch Kendira misstrauisch - und bringen beide in größte Gefahr. Denn Liberty 9 ist sicher - todsicher.



Liberty 9 stellt den Auftakt meiner Reihe dar und war nicht mein erstes Buch von Rainer M. Schröder. Bereits frühere Werke des Autors, wie beispielsweise die Reihe um Abby Lynn mochte ich sehr gerne. Daher hatte ich auch recht hohe Erwartungen an die Geschichte, die leider jedoch nicht so ganz erfüllt wurden. 
Widmen wir uns zunächst einmal den Charakteren. Kendira stellt die weibliche Hauptfigur da und zählt zu den Privilegierten in Liberty 9. Sie ist mir zwar nicht unsympathisch, aber irgendwie konnte ich einfach keinen Draht zu ihr finden. Kendira ist mir zu flach, hat nichts spannendes oder interessantes an ihrem Charakter. Mit Dante, der männlichen Hauptfigur erging es mir genauso. Die beiden, aber auch Kendira's Freunde wirken alle recht nett, aber das war es dann auch schon. Hier hat mir einfach etwas besonderes gefehlt, dass die Charaktere auszeichnet. 
Der Schreibstil ist typisch für Rainer M. Schröder sehr detailliertet und er verliert sich oft in seinen ausschweifenden Beschreibungen. Dadurch wurden sowohl die Charaktere als auch die Story selbst vernachlässigt. Der Plot hat viel Potenzial, das leider aber nicht ausgeschöpft und vollständig genutzt wurde. So wirken viele Handlungen zu konstruiert und haben mich nicht richtig in die Geschichte eintauchen lassen. Ich wollte durchaus wissen wie es weiter geht und bin auch neugierig auf den zweiten Band aber fesselnde Spannung kam leider nicht auf. 



Ein guter Plot, bei dem es leider die Umsetzung etwas gescheitert ist, da Handlung und Charaktere zu plump und einfach gestaltet sind. Dennoch lässt sich das Buch gut lesen und ich bin neugierig auf den zweiten Band. 



Montag, 13. Juli 2015

[Rezension] Die Novizin

© Quellenangabe: 
https://www.randomhouse.de/Verlag/cbj-Jugendbuecher/16000.rhd




Sonea wird als Novizin in die Gilde der Magier aufgenommen - ein Privileg, das sonst nur Adligen zuteil wird. Aber bald schon findet sie sich im Zentrum einer gefährlichen Verschwörung wieder: Akkarin, der Oberste Lord der Gilde, hütet ein düsteres Geheimnis, das Sonea vor eine schicksalhafte Wahl stellt...




Nachdem ich Band 1 regelrecht inhaliert habe, konnte ich es nicht abwarten endlich zu erfahren wie es mit Sonea in der Gilde weitergehen wird. 
Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen begleitet man Sonea und ihren neuen Alltag in der Gilde. Dieser Strang war für mich unglaublich fesselnd, denn ich fand es sehr interessant ihren Unterricht zu verfolgen und ihre Fortschritte mitzuerleben. 
Der zweite Handlungsstrang verfolgt Dannyl auf seinen Reisen. Diesen Abschnitt habe ich ab und an richtig gehasst. Er war ständig auf der Suche (nach was möchte ich hier nicht verraten) und diese wurde derart langatmig beschrieben, dass es irgendwann einfach nur noch langweilig war. Da hätte ich die Abschnitte manchmal am liebsten überblättert und gar nicht gelesen. 
Hoher Lord Akkarin lernt man nun etwas näher kennen, wobei seine Ziele zunächst im Verborgenen bleiben und man ihn nicht wirklich durchschauen kann. Seine Figur gefällt mir sehr gut und war ein klarer Pluspunkt für mich in diesem Band, da er neuen Schwung reinbringt. 
Sonea hat sich meiner Meinung nach in dieser Fortsetzung eher zurück- anstatt weiterentwickelt. Während sie im ersten Band selbst den höchsten Magiern trotzt und die Stirn bietet, lässt sie sich nun von ihren Klassenkameraden schikanieren und sich den Alltag in der Schule zur Hölle machen. Diese Entwicklung finde ich sehr schade und ich hoffe, dass sie im dritten Band wieder mehr Selbstvertrauen hat. 
Ebenfalls schade fand ich es, dass die Diebe, Soneas Freunde praktisch kaum noch vorkommen. Hier hätte ich gerne erfahren, wie es ihnen weiter ergeht und ob sie weiterhin mit Sonea befreundet sind oder nicht. 
Der Schreibstil von Trudi Canavan war erneut sehr bildhaft und detailliert, was ich an ihr so sehr liebe. Man versinkt komplett in einer anderen Welt und nimmt um sich herum nichts mehr wahr. Und genau das liebe ich am Lesen. 
Am Anfang des Buches findet man eine Karte der Stadt und der Gilde und am Ende gibt es noch einen Glossar, der die wichtigsten Personen und Begriffe noch einmal in Kürze erklärt. 



Dieser zweite Teil enthält zwar einige langatmige Passagen rum um Dannyl's Reisen, die allerdings durch den spannenden Alltag Sonea's und die mehr als interessanten Kämpfe in der Arena, wieder wett gemacht werden. Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band, der auch schon in den Startlöchern liegt.




Mittwoch, 18. März 2015

[Rezension] Abby Lynn - Verraten und verfolgt

Die Rechte für das Bild liegen beim Verlag.

Australien, 1808: Mehr als drei Jahre hat Abby Lynn bereits in der Sträflingskolonie verbracht. Inzwischen ist ihr der fünfte Kontinent beinahe zur Heimat geworden, und die Zeit, die sie mit einer Aboriginie-Familie durch das Buschland zog, hat ihr den Blick für ein Australien jenseits der Siedlungsgrenzen geöffnet.

Mit ihrem Mann Andrew möchte Abby sich endlich auf der Chandler-Farm Yulara häusliche einrichten - doch Yulara wird dem Erdboden gleich gemacht. Von einkehrender Ruhe ist keine Rede: Abby und Andrew müssen sich erneut trennen...



Das Cover ist wie schon bei den beiden Vorgängern schön gestaltet und passt sehr gut zum Inhalt. 
Der Schreibstil ist wieder flüssig und angenehm zu lesen, rutscht aber manchmal ein wenig ins Kitschige ab. Auch die wörtliche Rede wirkt etwas steif ab und an, aber das kennt man bereits aus den ersten beiden Bänden und ist somit kein Problem für mich gewesen..
Der dritte Band ist der Erste, der sich nicht hauptsächlich mit Australien, seiner Landschaft und Geschichte befasst sondern mit den Charakteren selbst.
Weiterhin stehen Abby und Andrew im Fokus und die anderen Charaktere lernt man eher nur oberflächlich kennen. Man trifft auf alte Bekannte, aber auch ein paar neue Gesichter, wobei es mich nicht gestört hat, dass man viele Personen nicht näher kennen lernen darf. 
Die Geschichte selbst hat mich wie sollte es anders sein, sehr gut unterhalten. Ein bisschen gestört hat mich jedoch, dass manche Geschehnisse meiner Meinung nach zu optimistisch geschildert wurden. Ich glaube, dass Abby in der Realität aus mancher Situation nicht so einfach raus gekommen wäre, wie es in dem Buch der Fall ist. 
Mir hat der dritte Band deutlich besser gefallen als sein Vorgänger, da dieses Mal Abby und ihre Geschichte im Vordergrund stehen und nicht Australien. So waren auch deutlich mehr Spannungsmomente gegeben. 

Das dritte Buch, "Abby Lynn - Verraten und verfolgt", gibt der Reihe nach Band zwei wieder neuen Schwung und sollte auf jeden Fall gelesen werden.