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Montag, 6. Juli 2020

[Rezension] Ein Cottage für deinen Sommer

© fischerverlage.de

Adie Lou zieht von Chicago in einen Ferienort am Michigansee. Nach ihrer Scheidung plant sie den Start in ein neues Leben. Sie möchte das alte Sommerhaus ihrer Familie in ein stylisches Inn verwandeln, den perfekten Ort für gestresste Großstädter Aber sie muss ihr Herzensprojekt gegen Widerstände verteidigen. Wird sie es schaffen? Wer wird ihr zur Seite stehen? Und wird Adie Lou an ihrem Sehnsuchtsort auch ihr eigenes Glück finden?

Adie Lou wirft ihr altes Leben nach der Scheidung kurzerhand über den Haufen. Sie kündigt ihren Job und lässt ihr Zuhause zurück um noch einmal völlig neu anzufangen. Ihr Weg führt sie zu dem alten Cottage ihrer Familie am Michigansee. Mit einer Kernsanierung möchte sie das Gebäude in ein B&B verwandeln und so zu neuem Glanz verhelfen. 

Ich war fasziniert von Adie Lou's Idee, die Lebensmottos ihrer Eltern und Familie mit in die Umgestaltung einzubeziehen. Ich würde selbst am liebsten im Stein-Zimmer übernachten wollen, dessen Beschreibung hat mich sofort angesprochen. Auch sonst klingt die Lage einfach himmlisch. Strand, Meeresrauschen, Ruhe und ein heimeliges Cottage mit einer süßen Kleinstadt in der Nähe. Da bekommt man sofort Reiselust!
Die Autorin hat mich mit ihrem bildhaften Schreibstil verzaubert und mir dadurch viele schöne Lesestunden beschert. 

Doch nicht alles läuft glatt und Adie Lou muss sich einigen Schwierigkeiten entgegenstellen, allen voran der Dragoon Lady. Die alte Dame ist eine Nummer für sich und sie zu beschreiben gibt es nicht annähernd genug Worte auf der Welt. Ich fand die kleinen Kämpfe zwischen den beiden Damen auf jeden Fall äußerst unterhaltsam!

Der Roman selbst ist an manchen Stellen nicht ganz realistisch gestaltet, sondern eher in eine süße klebrige Zuckerwatte gebettet. Aber da ich genau auf so einen Roman Lust hatte, war das für mich dieses Mal kein Kritikpunkt. Manche Dinge gehen der Protagonistin sehr leicht von der Hand und Probleme verfliegen im Nu. Für mich war allerdings die romantische und positive Atmosphäre im Vordergrund und daher konnte ich diese kleinen Kritikpunkte gut ignorieren.

"Ein Cottage für deinen Sommer" ist ein überaus herzerwärmender Roman, der von Freundschaft, Liebe, Zuversicht, zweiten Chancen und Mut handelt. 


Freitag, 25. Oktober 2019

[Rezension] Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte

© fischerverlage.de
Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: ER soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken. Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert - und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvoll Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen. 
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung, nach der die Ankunft des >>Schwarzen Mondes<< in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird...

Dieser Reihenauftakt lag nun schon ein knappes Jahr auf meinem SuB und daher war es höchste Zeit das Buch endlich davon zu erlösen. Ich wünschte ich hätte das schon viel viel früher getan. Für mich war es zugleich das erste Werk von Bernhard Hennen.

Der Autor fackelt nicht lange rum und bereits nach wenigen Seiten befindet man sich mitten im Geschehen. Im weiteren Verlauf der Handlung musste ich leider feststellen, dass Bernhard Hennen wohl nicht allzu sehr an seinen Figuren hängt, denn kaum hat man einen Liebling stirbt dieser...Das war manchmal ganz schön fies und man kann es sich ähnlich wie in GoT vorstellen. 

Hauptfigur ist der junge Milan Tormeno, der zwar mit einem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen ist, allerdings ständig unter den Ausbrüchen und der Strenge seines Vaters leiden muss. Milan fällt es schwer sein vorherbestimmtes Schicksal anzunehmen. Er lernt die Meisterdiebin Felicia kennen und damit eine ganz neue Weltansicht. Sein bislang sehr beschauliches Leben verändert sich schlagartig und in ihm reift der Wunsch nach Rebellion. 
Für mich war es großartig seine Entwicklung verfolgen zu können. Anfangs war er sehr unsicher und beinahe ungelenk, aber mit jeder weiteren Szene scheint er an Erfahrung zu gewinnen und über sich hinaus zu wachsen. Ich freue mich schon sehr auf die weitere Zeit mit ihm in den nächsten Bänden. 

Die Welt die Bernhard Hennen geschaffen hat erinnert stark an unser Mittelalter so um 1300 rum und trifft daher genau meinen Geschmack. Die Städte, Gassen, Märkte und Details werden dabei so ausführlich beschrieben, dass man das Gefühl hat selbst durch die Straßen zu schlendern oder über die Dächer der Stadt zu blicken. 

Eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen die verschiedenen Mären. Dabei geht es um Trolle, Riese, einen Krähenmann und viele andere teilweise sehr furchterregende Gestalten. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass hinter diesen Erzählungen weit mehr steckt als nur Schauergeschichten für Kinder. Doch was es damit auf sich hat, findet ihr am besten selbst heraus!

Bernhard Hennen hat einen herausragenden Reihenauftakt kreiert, der definitiv Lust auf mehr macht! Schauplätze, Figuren, Spannungsbogen einfach alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und ich kann es gar nicht erwarten zu erfahren wie die Geschichte weiter geht! Ganz klare Leseempfehlung!!!


Montag, 4. März 2019

[Rezension] Einer wird sterben

© https://www.fischerverlage.de/verlage/fischer_scherz

Eines Morgens steht es plötzlich da. Das schwarze Auto. Mitten in der ruhigen Blumenstraße in einem gehobenen Wohnviertel. Darin ein Mann und eine Frau, die reglos dasitzen. Stundenlang, tagelang. Nach und nach macht diese stumme Provokation die Anwohner nervös. Allen voran Stella Johannsen, die sich immer und immer wieder die eine Frage stellt: Was wissen sie? Über die schreckliche Nacht vor sechs Jahren, als Stella und ihr Mann Paul einen schweren Unfall hatten. Einen Unfall, bei dem ein Mensch starb. Sind sie deswegen hier? Was werden sie tun? Und wie viel Zeit bleibt Stella noch?

Eines Morgens steht an der Straße ein Auto, in dem zwei Personen sitzen. Nichts kann sie dazu bewegen weiter zu fahren und ihren Grund weshalb sie dort ganze Tage verbringen, erfährt niemand. Höchst eigenartig und verdächtig und irgendwie auch beunruhigend. Ich konnte die beklemmende Atmosphäre und die Sorgen der Anwohner sehr gut nachvollziehen, ich würde mich auch nicht wohl fühlen, würde jemand tagelang vor meinem Haus campieren. 

Erzählt wird die Sicht von Stella, die ein sehr (wie man meinen möchte) glückliches Leben führt. Sie hat einen tollen Mann, wohnt in einer Villa und scheint es gut getroffen zu haben. Wäre da nicht dieses große Geheimnis, dass seit Jahren an ihr nagt und sie von ihnen heraus aufzuzehren droht. 
Obwohl man sehr langsam an Stella's Leben herangeführt wird und sie durch ihren Alltag begleitet, blieb sie mir merkwürdig fremd. Auch ihre Naivität und Unbeholfenheit haben es mir schwer gemacht einen Zugang zu ihr zu finden. Teilweise hab ich mich gefragt, wie sie überhaupt selbstständig in ihrem Leben klar kommen möchte, so fixiert ist sie auf ihren Ehemann Paul. 

Wiebke Lorenz versteht sich darauf an den richtigen Stellen Cliffhanger einzubauen, die die Neugier des Lesers wecken. Für mich hat sich das Buch mit der Zeit zu einem Pageturner entwickelt und ich habe es beinahe auf einen Rutsch gelesen. Leider driftet die Autorin immer wieder in Nebensächlichkeiten ab. So muss man teilweise sehr geduldig sein, ehe offene Fragen geklärt werden. 

In den letzten Kapiteln steigert sich die Spannung noch einmal deutlich und mündet in einem finalen Höhepunkt. Ganz überzeugen konnte mich das Ende jedoch nicht, da die letzten Seiten etwas zu konstruiert sind um wirklich glaubwürdig sein zu können. Wer das Buch liest, wird wissen welche Stelle ich meinen, mehr sagen möchte ich an dieser Stelle nicht, da ich sonst sehr fies spoilern würde. 

Mit "Einer wird sterben" hat Wiebke Lorenz einen kurzweiligen und dennoch hoch interessanten Thriller erschaffen. Die Figuren hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe vertragen und der Schluss war nicht ganz mein Fall. Trotzdem hat mich das Buch sehr gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter. 


Vielen Dank an den Scherz Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Scherz Verlag und enthält Werbung für "Einer wird sterben" von Wiebke Lorenz.

Montag, 8. Oktober 2018

[Rezension] Mein Herz gehört dir

©fischerverlage.de

Lucy Mulvaney und Colton Abbott haben eine aufregende Affäre, und keiner ahnt etwas davon. Das ist auch gut so, denn Lucy gefällt die Leichtigkeit des prickelnden Abenteuers. Außerdem hängt sie sehr an ihrem turbulenten Leben in New York City. Butler, die kleine Stadt in Vermont, wo Colton lebt wäre nichts für sie. 
Als Lucy und Colton ein heißes Liebeswochenende im Ferienhaus der Abbotts verbringen, werden sie erwischt - und schnell wissen alle Bescheid. Colton kommt das gerade recht, denn er empfindet für Lucy mehr als nur Leidenschaft. Nur wie kann er sie davon überzeugen, dass es für die wahre Liebe viele Wege geben kann?


Hier handelt es sich um den dritten Band der Reihe, welche aktuell sechs Teile umfasst. Die beiden Vorgänger mochte ich sehr gerne und daher war für mich sofort klar, dass ich die Buchreihe gerne weiterlesen möchte. Man kann die Bände auch gut einzeln lesen, aber es ist doch ein anderes Gefühl, wenn man die Figuren von Beginn an begleitet. 

Auf die große Vorfreude folgte allerdings bald die Ernüchterung. 
Colton und Lucy kannte ich bereits ein wenig und beide haben bei mir bislang einen sympathischen Eindruck hinterlassen. Nun lernt man sie endlich näher kennen, möchte man meinen. Colton lebte bislang sehr zurückgezogen und alleine, man könnte fast schon einsam sagen. Durch Lucy wagt er sich nach und nach aus seiner Abgeschiedenheit heraus und man merkt ihm an, wie er sich durch die gemeinsame Zeit mit ihr mehr und mehr verändert. 
Lucy hingegen hat im Verlauf der Geschichte keine Veränderung durchlebt. Sie bliebt ziemlich unnahbar für mich und ich hab keinen Zugang zu ihr finden können. Zum Teil ist sie mir sogar ein wenig unsympathisch geworden. 

Gut gefallen haben mir dafür die Tagebuchauszüge von Colton, in denen man viel über die Produktion des Ahornsirups erfährt. Diese Ausschnitte waren hoch interessant und man kann einiges dabei lernen. Ich habe auch regelmäßig Heißhunger auf Ahornsirup bekommen. 

Insgesamt passiert leider eher wenig in diesem Band und die Geschichte tritt oft auf der Stelle. Die Autorin hat einige erotische Momente eingebaut, die meiner Ansicht nach so nicht nötig gewesen wären. Zudem ist weniger manchmal mehr. Denn allein davon konnte die Geschichte nicht leben. 
Es war toll alte Bekannte wieder treffen zu können, aber im Großen und Ganzen hat mir hier einfach doch zu viel gefehlt. 



Der dritte Band kann mit seinen beiden Vorgängern leider überhaupt nicht mithalten. Die Personen sind fade und allein durch Erotikszenen bekommt die Geschichte auch nicht das gewissen Etwas, das sie so dringend nötig gehabt hätte. Wirklich schade, und ich hoffe sehr, dass die Autorin bei den nächsten Bänden wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet.


Montag, 16. April 2018

[Rezension] Der Sommerdrache - Die ewigen Gezeiten

© Quellenangabe: https://www.fischerverlage.de/

Maia ist von klein auf vertraut mit Drachen, schließlich wächst sie als Tochter des Brutmeisters in einem wolkenverhangenen Drachenhorst auf. Sie fiebert dem Tag entgegen, an dem sie ihren eigenen Drachen bekommen soll, doch kurz bevor es so weit ist, beansprucht das Militär sämtliche Jungtiere, weil an den Grenzen des Reiches ein Krieg droht. 

Maia weiß sich zu helfen: Als sie in den Wäldern einen von Wilderern getöteten weiblichen Drachen findet, vermutet sie, dass dort draußen ein Junges auf seine Mutter wartet. Kurzerhand macht sie sich auf die gefahrvolle Suche danach - und stößt auf ein Geheimnis, dass das Schicksal des ganzen Reiches verändern könnte. 


Das Buch erscheint am 25.04.2018 und ich durfte es vorablesen.

Drachen, immer wieder begegnet man ihnen im Genre Fantasy, doch zumeist bekommen sie lediglich eine Nebenrolle zugesprochen. Das ist hier ganz anders, denn in dieser Geschichte stellen die Drachen den Mittelpunkt des gesamten Geschehens dar. Ich fand Drachen schon immer aufregend und faszinierend und konnte es gar nicht abwarten in diese Geschichte einzutauchen. 

Maia fiebert gemeinsam mit ihrem Bruder Darian auf den wichtigsten Tag im ganzen Jahr hin, den Tag an dem sie endlich für ihre harte Arbeit belohnt und ihre eigenen Drachenküken erhalten sollen. Doch es kommt alles ganz anders und bald schon beginnt ein Kampf gegen die Zeit um Leben und Tod. 
Die beiden Geschwister habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Typisch für Schwester und Bruder herrscht nicht immer eitler Sonnenschein, sondern manchmal kracht es auch zwischen den beiden und sie zanken gehörig. Wenn es aber darauf ankommt halten sie immer zusammen und helfen einander, egal in welche Gefahr sie sich dabei begeben. Es war einfach toll die beiden gemeinsam zu erleben und zu sehen wie gut sie sich ergänzen und als Team fungieren. 

Die Welt die Todd Lockwood geschaffen hat ist einfach grandios. Überall im Land verteilt gibt es mehrere sog. Aerys, in denen die Zuchtmeister, deren Familie und die Drachen leben. Wie so ein Aery genau aussieht kann man sich sogar auf einer Zeichnung genauer ansehen und erhält so einen echt guten Überblick. 
Aber nicht nur das Setting hat mich beeindruckt, sondern vor allem auch die Drachen selbst. 
Man begleitet einige von klein auf, wie sie zunächst als Küken herumtollen, dann in Ausbildung gehen und schließlich endlich gemeinsam mit ihren Bundpartnern fliegen dürfen. Das mitzuerleben war mitunter sehr ergreifend, denn die Verbindung zwischen Drache und Reiter ist etwas ganz besonderes. 
Die Drachen selbst sind einfach großartig und genauso vielfältig in ihrem Wesen wie wir Menschen. Zudem können sie bis zu einem gewissen Grad mit den Menschen kommunizieren. 

Neben einer Landkarte, sind auch mehrere Zeichnungen innerhalb der Geschichte enthalten. Auf diesen sind oftmals die Drachen abgebildet und ihr Erscheinen und ihre Größe ist beeindruckend. 

Gegen Ende wird es immer spannender und ich konnte das Buch beim besten Willen nicht mehr aus der Hand legen. Es bleiben einige Fragen offen und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bald eine Fortsetzung geben wird, da die Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt ist. 



Ich bin schwer beeindruckt von dieser atemberaubenden Geschichte. Das Leben der Menschen und ihrer Drachen und ihr gemeinsames Schicksal haben mich mitgenommen auf eine abenteuerliche Reise, die gerade erst ihren Anfang gefunden hat. Ich hoffe sehr, dass es bald eine Fortsetzung geben wird. 




Vielen Dank an Fischer für das Rezensionsexemplar!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Fischer und enthält Werbung für "Der Sommerdrache" von Todd Lockwood

Sonntag, 21. Januar 2018

[Rezension] Kalte Angst

© Quellenangabe: https://www.fischerverlage.de/

Ein unbekannter mit einer Fliegenmaske dringt nachts scheinbar wahllos in Häuser und Wohnungen ein. Er lässt jedes Mal nur einen Überlebenden zurück und eine Botschaft: >>Erzähl es den anderen.<<

Max Bischoff , Profiling-Experte beim KK 11 Düsseldorf, erhält einen Anruf aus der Langenfelder Psychiatrie: Siegfried Fissmann, einer der Patienten dort und selbst ein verurteilter Mörder, sagt diese Tagen genau voraus. Bischoff muss sich auf Fissmann einlassen, wenn er weitere Morde verhindern will. Auch wenn das bedeutet, dass er dabei selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät...


Als ich das Buch beendet hatte wäre ich am liebsten (es war mitten in der Nacht) aufgesprungen und zu dem Autor gefahren um sämtliche Details zum dritten Band aus ihm heraus zu schütteln. Wie kann man nur so einen unfassbar fiesen Cliffhanger am Ende eines Buches schreiben? Ich mein wie soll ich denn mit so einem Abschluss und diesen ganzen Fragen in Ruhe auf den dritten Band warten? Ich brauche den dritten Band jetzt!!!

Aber der Reihe nach...Nachdem mir der erste Band wirklich gut gefallen hat und mir besonders die beiden Ermittler viel Spaß gemacht haben wollte ich "Kalte Angst" unbedingt lesen. In einem Interview hat Herr Strobel einmal gesagt, dass ihm beim Recherchieren für seine Reihe aufgefallen ist, dass die meisten Ermittler älter sind, depressiv und oder Probleme mit dem Alkohol haben. Er wollte gerne eine andere Richtung einschlagen und so kam er auf sein Ermittlerduo Bischoff und Böhmer. Während Max Bischoff 30 Jahre jung ist und frisch von der Schule kommt, mit einer Menge geballtem Wissen und Theorie, ist Böhmer ein Polizist vom alten Eisen. Kleinere Meinungsverschiedenheiten und Sticheleien sind da schon fast vorprogrammiert und so ist es wirklich spannend und auch immer wieder sehr lustig, die beiden bei ihrer Arbeit zu begleiten und beobachten. 
Außerdem haben wir es bei unseren Ermittlern nicht mit Überhelden zu tun, die keine Fehler begehen, nie zu Schaden kommen und alles perfekt machen. Im Gegenteil. Jeder von ihnen hat mit seiner eigenen Geschichte, und privaten Problemen zu kämpfen, durch die auch die Arbeit manchmal zur Zerreißprobe wird. 

Der Fall selbst war extrem spannend. Wie im Klappentext zu lesen ist, geht dieses Mal ein Mörder in Fliegenmaske umher. Immer wenn er wieder wo eingedrungen ist, ändert sich die Schrift und man weiß allein dadurch sofort, dass gleich wieder etwas Schreckliches geschehen wird. Diese Momente waren für mich zum Teil echt heftig und schwer zu lesen und man mag sich das Grauen, dass da passiert gar nicht näher vorstellen. Hier wird es mitunter sehr brutal. 

Ich bin immer wieder die ganzen einzelnen Details, die bei den Ermittlungen heraus gefunden wurden, durchgegangen und hatte wirklich keine Ahnung wieso der Täter das alles tut. Zum Ende hin wird es noch einmal richtig spannend und ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen, obwohl mir die Augen vor Müdigkeit schon fast zugefallen sind. Der Schluss war fulminant, spannungsgeladen und wirklich wirklich gut, bis auf diesen super fiesen Cliffhanger auf der letzten Seite. Also den dritten Band brauch ich auf jeden Fall!!!


"Kalte Angst" bietet alles, was man sich von einem Thriller nur wünschen kann. Ein herausragendes Ermittlerteam, einen spektakulären Fall, jede Menge Spannung und Nervenkitzel. Ich bin total begeistert und freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe. 



Mittwoch, 3. Januar 2018

[Rezension] Tiefe Narbe

© Quellenangabe: https://www.fischerverlage.de/

Max Bischoff ist der Neue bei der Mordkommission in Düsseldorf. Er ist jung und schwört auf moderne Ermittlungsmethoden, was nicht immer auf Gegenliebe bei seinem Partner Horst Böhmer stößt. Sein erster Fall beim KK11 hat es in sich. Auf dem Präsidium taucht ein verwirrter Mann auf, von oben bis unten mit Blut besudelt. Er kann sich an nichts erinnern, die letzte Nacht ist wie aus seinem Gedächtnis gelöscht. Wie sich herausstellt, stammt das Blut auf seiner Kleidungung nicht von ihm selbst, sonder von einer Frau, die vor zwei Jahren spurlos verschwand. Die für tot gehalten wird. Ist der Mann, der vor Max Bischoff steht, ihr Mörder? Als kurz darauf eine Leiche am Rheinufer gefunden wird verstricken Max Bischoff und Horst Böhmer sich immer tiefer im Dickicht der Ermittlungen, um einen Fall zu lösen, in dem lange nichts zusammenzupassen scheint...


Das Ermittlerduo bei diesem Fall könnte nicht unterschiedlicher sein. Während Max Bischoff auf moderne Ermittlungsmethoden setzt, ist sein Partner Horst Böhmer ein Polizist vom alten Eisen. Aufgrund ihrer doch recht verschiedenen Ansichten kommt es immer wieder zu kleinen Sticheleien zwischen den beiden, die sehr lustig mitzuerleben waren. 
Insgesamt habe ich beide Figuren eher als Stereotypen wahrgenommen, keiner von beiden konnte mich nachhaltig besonders überzeugen. Mit Max hatte ich zwischendurch so meine Probleme. Seine Liebe zu einer Frau (auf dich ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, Spoilergefahr) entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu schnell und wirkt wenig realistisch. 

Man begleitet Max und Horst bei ihren Ermittlungen und ich konnte richtig gut nachvollziehen wie frustrierend diese Arbeit manchmal sein muss. Da dreht man sich im Kreis und geht sämtliche Fakten gefühlt 1000 Mal durch, nur um am Ende keinen Schritt weiter zu kommen. Zeitweise wird die Geschichte etwas langatmig, da die Spannung deutlich abflaut, da die Ermittlungen nicht vorwärts kommen. 

Neben der Polizeiarbeit gibt es immer wieder kurze Einblicke in die Gedanken des Täters. Und diese lassen einen wirklich gruseln und fürchten. Ich war schockiert über die Phantasien und Vorstellungen des Mörders. 

Im gesamten Verlauf der Ermittlungen ist immer mal wieder jemand anders verdächtigt und ich bin ebenfalls lange im Dunkeln getappt. Gegen Ende hin führt ein kleiner Hinweis schließlich zum Täter. Es gab dabei ein paar Überraschungen, aber gleichzeitig war ich auch irgendwie enttäuscht. Nach so langen und anstrengenden Ermittlungen hätte ich mir ein spannenderen Abschluss gewünscht. Stattdessen wir der Fall eigentlich nur durch einen Zufall gelöst. Da wäre deutlich mehr Potenzial vorhanden gewesen. Auf mich hatte es den Eindruck gemacht, als wüsste der Autor selbst nicht wie den Schluss schreiben soll.

"Tiefe Narbe" ist für mich ein solider Thriller, der jedoch etwas vorhersehbar ist und manchmal konstruiert wirkt. Besonders gegen Ende wird Potenzial verschenkt. Wäre die Spannung nicht immer wieder abgeflaut wäre das Buch wirklich großartig gewesen, so ist es leider nur durchschnittlich für mich.


Sonntag, 11. Dezember 2016

[Rezension] Kein Tag ohne dich

© Quellenangabe: https://www.fischerverlage.de/
Nolan Roberts kann sein Glück kaum fassen - Hannah Abbott hat ihn geküsst! Schon lange ist Nolan heimlich in sie verliebt, doch noch nie war er dem großen Glück so nahe. Aber der Tod ihres Ehemannes hat ein tiefes Loch in Hannahs Herz gerissen, und sie weiß nicht, ob sie noch an die Liebe glauben kann. Dennoch fühlt sie sich von Nolan wie magisch angezogen. 

Als er ihr bei einer Autopanne hilfreich zur Seite steht, lädt sie Nolan zum Dank überraschend zum Essen ein. An diesem Abend ändert sich alles: Als er sie berührt, beginnt ihre Haut zu prickeln, sie verspürt ein tiefes Verlangen, und seine starken Arme lassen in Hannah lange verloren geglaubte Gefühle erwachen...


Bei "Kein Tag ohne dich" handelt es sich um den zweiten Band der Greenmountain-Reihe. Ich muss euch warnen, lest dieses Buch nicht ohne einen Berg Taschentücher, griffbereit neben euch. Normalerweise bin ich nicht sehr nah am Wasser gebaut, wenn es um Bücher geht, aber bei diesem Band sind die Tränen immer wieder geflossen und mein Bett war am Ende mit Taschentüchern übersät. 
Hannah Abbott ist eine tolle Protagonistin, die mich sehr beeindruckt hat. Sie ist überaus willensstark und voller innerer Stärke, ich weiß nicht ob ich in ihrer Situation so viel Kraft aufbringen könnte. Hannah hat man bereits kurz im ersten Band kennen gelernt und dort war sie mir direkt sympathisch. Sie nun besser kennen lernen zu dürfen und einen Einblick in ihr Leben zu bekommen, war wirklich toll. Nach dem Tod ihres Mannes war Hannah lange sehr zurück gezogen und konnte sich nicht vorstellen jemals wieder lieben zu können. Doch dann begegnet ihr Nolan und alles scheint sich zu ändern. Nolan Roberts ist auf den ersten Blick der Traum aller Schwiegermütter, doch er hat keine einfach Vergangenheit und versucht um jeden Preis diese vor Hannah zu verbergen. Nach Hannah's Schicksalsschlag hat er jahrelang geduldig auf sie gewartet ohne sich jemals größere Hoffnungen machen zu können. Aber auch der restliche Teil des Abbott-Clans kommt nicht zu kurzem in diesem Band und sie sind immer für ein paar Lacher und Überraschungen gut. Der Zusammenhalt der Familie Abbott ist rührend und bewundernswert und man muss sie allesamt einfach gern haben. 
Trotz mehrerer Schicksalsschläge, die in diesem Buch behandelt werden wirkt das Buch nicht zu niederschmetternd. Viel mehr schafft die Autorin es immer wieder romantische, humorvolle Passagen mit einfließen und die Geschichte zu einem wahren Erlebnis werden zu lassen.
Ich bin sehr gerne in das beschauliche Örtchen Butler zurück gekehrt, mit all seinen lieben Menschen und deren Lebensgeschichten. Jedes Mal fühlt es sich an als würde man nach Hause kommen und die Figuren sind mir allesamt sehr ans Herz  gewachsen. Nun freue ich mich schon sehr auf den dritten Band der Reihe, der zum Glück bald erscheinen wird. 


Der zweite Band der Greenmountain-Reihe kann locker mit seinem Vorgänger mithalten. Autorin Marie Force liefert eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich bin hin und weg und kann es kaum abwarten, den dritten Band lesen zu können. 



Sonntag, 2. Oktober 2016

[Rezension] Alles, was du suchst

© Quellenangabe: https://www.fischerverlage.de/


Cameron ist Webdesignerin in New York. Und nur weil sie diesen Auftrag wirklich dringend braucht, macht sie sich auf den Weg ins tiefste Vermont. Dort soll sie für einen familiengeführten Country-Store einen Online-Shop entwerfen, aber das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Will, der Sohn des Auftraggebers, ist zwar unglaublich sexy und sympathisch, doch von der Idee eines Internet-Auftritts ist er alles andere als begeistert. Schon fliegen zwischen Cameron und Will die Fetzen. Trotzdem kann Will das Verlangen, das er für Cameron empfindet, nicht leugnen - und die beiden verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Aber da ist mehr zwischen ihnen. Vielleicht sogar wahre Liebe?



"Alles, was du suchst" hat mich bezaubert und in ein wundervolles, idyllisches Butler mitsamt seiner liebevollen und einzigartigen Mitbewohner entführt. Der Charmer der Kleinstadt, der Elch der Stadt und die wundervolle grüne Natur überall um die Stadt herum laden zu einer entspannten Zeit zum Wohlfühlen ein. Fred und seine Begegnung mit Cameron waren ein toller Einfall der Autorin, der zu so manchem Lacher geführt hat. 
Zwischen Cameron und Will knistert es von Beginn an, aber unterschiedliche Lebensstile und -einstellungen gestalten die Beziehung zwischen den beiden nicht gerade einfach. Cameron hat mich durch ihre mutige und kämpferische Ader sofort begeistert und ich mag sie wirklich gerne. Etwas traurig gestimmt hat mich ihre Vergangenheit, die leider nicht so rosig war. Will wiederum hat mit neun Geschwistern eine wirklich große aber auch sehr herzliche und liebevolle Familie. Alle Mitglieder seiner Familie habe ich in mein Herz geschlossen und am liebsten wäre ich selbst ein Teil von ihnen. Sie sind einfach unglaublich!
Bei dieser Geschichte erlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der sowohl Humor als auch knisternde Leidenschaft und ein Hauch Erotik nicht zu kurz kommen. Mich hat die Story komplett in ihren Bann gezogen und ich kann es nicht erwarten, dass der nächste Band der Reihe erscheint, bei dem man dann Hannah näher kennen lernen wird. 



"Alles, was du suchst" ist ein mehr als nur gelungener Reihenauftakt. Die ausdrucksstarke Erzählweise der Autorin lassen den Liebesroman zu einem wahren Lesehochgenuss werden und ich habe mich ein wenig an die Boulder-Reihe von Mila Brenner erinnert gefühlt. Für mich ist dieses Buch ein ganz klares Muss für alle die Lust auf ein wenig Romantik und große Gefühle haben. 



Freitag, 3. April 2015

[Rezension] Der Untergang Barcelonas

© Quellenangabe:
https://www.fischerverlage.de/

Barcelona um 1700: Zuvi ist vierzehn, etwas großmäulig, ein Taugenichts mit rabenschwarzem Haar. Als ihn der Graf Vauban auf sein Schloss einlädt, ändert sich Zuvis Leben schlagartig. Vauban, der berühmteste Baumeister seiner Zeit, lehrt ihn, die sichersten und schönsten Festungsmauern zu bauen, und Tochter Jeanne führt ihn in die Liebeskunst ein. Aber dann tobt der Spanische Erbolgekrieg und Zuvis Heimatstadt Barcelona droht, eingenommen zu werden. Zuvi, inzwischen vom Leben gereift, unternimmt alles, um seine geliebte Stadt zu retten. Mit knisternder Spannung und funkensprühendem Humor erzählt Albert Sánchez Piñol die atemraubende Geschichte Barcelonas - ein Meisterwerk. 



Die Leseprobe des Buches hat mir sehr gut gefallen und so war ich zunächst total glücklich das Buch tatsächlich im Rahmen einer Leserunde gewonnen zu haben. 
Der Schreibstil ist an sich sehr angenehm und flüssig zu lesen, aber auch sehr besonders. Die Geschichte wird von Zuvi, der Hauptfigur des Romans erzählt. Dabei geht es mitunter recht derb und humorvoll, aber auch ironisch zur Sache, was nicht unbedingt typisch für einen historischen Roman ist. 
Ich zumindest kannte einen solchen Schreibstil bei diesem Genre bislang nicht und war daher recht überrascht aber auch begeistert von dem Buch. Die ersten 100 Seiten flogen nur so dahin und die Geschichte nahm mich sehr in ihren Bann. 
Nach diesen 100 Seiten wurde das Lesen jedoch immer mühseliger und anstrengender und verlor mehr und mehr die Freude an dem Buch. Am Ende des Buches gibt es zwar ein Personenregister, aber auch das konnte mir nicht dabei helfen die unzähligen Namen zu unterscheiden, geschweige denn sie mir zu merken. Ständig kamen neue Personen hinzu und ich wurde zunehmend verwirrter und habe mehrfach den Überblick verloren. 
Durch diese Verwirrung über die vielen Namen konnte ich mich nie richtig in die Geschichte einfinden und hatte auch das Gefühl, dass einfach nichts rüber kam. Die meisten Personen wirkten sehr distanziert und blass auf mich, was wirklich sehr schade ist. 
Wie bereits erwähnt, wird die Geschichte aus der Perspektive von Zuvi erzählt. Dadruch weiß man als Leser von Beginn an, dass Zuvi am Leben ist, was dem Buch die restliche Spannung komplett nimmt. Im Laufe der Geschichte gerät Zuvi öfter in brenzlige Situationen, aber so wirklich spannend wird es nie, da man ja weiß, dass er alles irgendwie überstehen wird. 
Das Ende wurde dann noch einmal etwas spannender als die Abschnitte zuvor, aber es konnte die Geschichte auch nicht mehr zum Positiven führen. Im Gegenteil. Das Ende hat mir überhaupt nicht zugesagt und ich war wirklich enttäuscht. 
Sehr schön und positiv finde ich allerdings die vielen Skizzen und Bilder, mit denen das Buch bestückt wurde und die die Geschichte wunderbar ergänzen. 



Ich dann das Buch leider nicht wirklich empfehlen, da es mich eher an einen Bericht als einen Roman erinnert und auch viel zu langatmig ist. Hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es wohl abgebrochen.



Vielen Dank an Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Fischer Verlage und enthält Werbung für "Der Untergang Barceolonas" von Sánchez Albert Pinol.