Sonntag, 24. April 2022

[Rezension] Schwarzlicht

 
© droemer-knaur.de

Eine Frau wird tot in einer von Schwertern durchbohrten Kiste gefunden. Missglückter Zaubertrick oder brutaler Mord? Die Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri bittet den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe. Wie Mina kommt auch Gedankenleser Vincent mit menschen nicht sonderlich gut zurecht, doch hat er ein Talent dafür, aus kleinsten Details erstaunliche Schlüsse über die Psyche eines Täters zu ziehen. Als Mina ein weiteres Opfer ausfindig macht und Vincent einen Countdown entschlüsselt, wird klar, dass die beiden einem Serienmörder auf der Spur sind. Und diese Spur führt an den dunkelsten Ort...

Mit "Schwarzlicht" startet eine neue Thrillerreihe aus der Feder von Camilla Läckberg in Zusammenarbeit mit Henrik Fexeus. 

In einem brutalen Mordfall ermittelt das Team von Mina Dabiri und zieht hierzu den Mentalisten Vincent Walder hinzu. Letzterer veranstaltet regelmäßig Shows und gibt Vorträge, wodurch er einen gewissen Grad an Berühmtheit erlangt hat. Zudem hat Vincent drei Kinder von zwei Frauen und seine Familie, insbesondere Frau Maria, halten ihn ordentlich auf Trab.
Kommissarin Mina Dabiri ist ebenfalls alles andere als gewöhnlich. Für sie sind Keime und Baktierien jeder Art die absolute Hölle und aufgrund ihrer Zwangsstörungen, bringt der Alltag so einige Probleme für sie mit. 
Auch der Rest des Ermittlerteams hat so seine Eigenheiten, aber dennoch klappt die Zusammenarbeit in der Gruppe relativ gut. 

Der Fall ist zunächst ziemlich geheimnisvoll und Zaubertricks scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Dazu gibt es noch einen Countdown, der darauf hindeutet, dass es weitere Opfer geben wird. Die Zeit wird immer knapper und die Ermittler setzen alles daran den Täter zu finden, ehe ein weitere Mord geschieht. 

Die Atmosphäre hat mich von Beginn an gefesselt und ich bin völlig in dem Fall versunken. Der Thrill und Nervenkitzel werden die gesamte Zeit über hoch gehalten und ich konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen. Es gibt zwar ein paar kleine Ungereimtheiten, aber insgesamt ist es ein wirklich gut durchdachter Thriller, der bis zum Ende schlüssig ist. Ich freue mich schon sehr auf weitere Fälle mit Mina und Vincent. 


Ein grandioser Reihenauftakt, den man sich als Thriller-Fan auf keinen Fall entgehen lassen sollte. 



Montag, 18. April 2022

[Rezension] Das Loft

 

© piper.de


Als Henning Järisch in der gemeinsamen Wohnung brutal getötet wird, weisen alle Spuren auf Sarah Hauptmann und Marc Lammert hin. Hat sie ihn getötet, war er es? Haben sie es gemeinsam getan oder läuft der Mörder noch frei herum? Und was hat ihre einst so große Liebe von einen Tag auf den anderen zerrissen? Bei den Vernehmungen erzählt jeder seine eigene Geschichte, aber nur eine kann wahr sein. Wenn überhaupt. 

Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Klappentext etwas irreführend und nicht ganz passend formuliert ist. Es wird nämlich überhaupt keine Leiche gefunden, sondern sehr viel Blut. 
Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Zum einen wäre da die Hamburger Polizei, angeführt von der neuen Kommissarin Bianca, die alles daran setzt den Fall zu lesen. Parallel dazu, erfährt man abwechselnd, wie es Sarah und Marc ergeht, die sehr schnell in den Fokus der Ermittlungen rücken und auch festgenommen werden. 
Die Kapitel der beiden werden sehr subjektiv geschildert und es geht auch immer wieder sprunghaft zu vergangenen Ereignissen von Marc, Sarah und ihrem Mitbewohner Henning. Schnell wird klar, dass nicht alles glänzt, was scheint. 

Prinzipiell hat mir diese Art der Erzählung sehr gut gefallen, da man so alle Seiten gut nachvollziehen und seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Jedoch waren mir die Figuren zu stereotypisch gezeichnet, da hätte ich mir mehr Tiefe und Echtheit gewünscht. Es gibt den Denker, den Schläger und das scheinbar naive Blondchen. Nicht sehr überzeugend. 

Dennoch liest sich die Geschichte sehr spannend und ich konnte bis zum Schluss nicht herausfinden bzw. erraten wie sich der Fall auflöst. Das liegt zum Großen Teil aber auch daran, dass die Auflösung, mehr als überraschend kommt und nicht sonderlich realistisch ist. Es wirkt ziemlich bei den Haaren herbeigezogen und ich habe mir die Frage gestellt, ob der Autor evtl. selbst nicht wusste, wie er den Fall sinnvoll lösen soll. Das war dann doch irgendwie enttäuschend. 

"Das Loft" ist für mich mehr Krimi als Thriller und obwohl die Geschichte wirklich spannend war, hat das seltsame Ende die Lesefreude getrübt. Daher von mir nur eine durschnittliche Punktebewertung. 


[Rezension] Amelia - Alle Seiten des Lebens

 

© w1-media.de


Ihre Liebe zu Büchern hat Amelia und Jenna zusammengebracht, sie sind füreinander wie Schwestern und unzertrennlich - bis Jenna bei einem Autounfall stirbt. Mitten in ihrer Trauer erhält Amelia eine signierte Sonderausgabe ihres Lieblingsbuchs und begibt sich, in der Hoffnung auf eine Nachricht von Jenna, auf die Suche nach dem Absender. Dabei trifft sie ausgerechnet den jungen Starautor ihrer geliebten Orman-Chroniken, Nolan E. Endsley, der sich in einer idyllischen Kleinstadt vor der Welt zu verstecken scheint. Gemeinsam lernen Amelia und Nolan, Schritt für Schritt und Seite für Seite, dass es nie zu spät ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen. 

Jenna und Amelia lernen sich bereits als Kinder kennen und schnell entsteht eine unzertrennliche Freundschaft, die fürs Leben ist. Doch dann passiert genau das - das Leben. Und während in einem Moment noch alles in Ordnung war, die Zukunft fertig geplant, steht Amelia im nächsten Moment alleine da, denn Jenna ist tot. Als sie dann ihr Lieblingsbuch als Sonderausgabe auf sehr mysteriöse Weise erhält, macht sie sich auf die Suche nach dem Ursprung, hinter dem sie Jenna vermutet. 

In Lochbrook trifft Amelia auf Nolan und hier treffen zwei zerrissene Seelen und gebrochene Herzen aufeinander. Jeder hat seine eigenen Wunden und Narben und dennoch scheint die beiden vom ersten Moment an, ein unsichtbares Band zu verbinden. 

Die Geschichte ist kaum in Worte zu fassen, magisch, emotional, atmosphärisch und sehr berührend. Aber auch all diese Wörter werden der Handlung nicht gerecht. "Amelia - Alle Seiten des Lebens" hat mich auf eine unglaubliche Reise mitgenommen, die zeigt, dass es im Leben immer irgendwie weiter geht und nach jedem ab auch wieder ein auf kommt. 


Das Buch hat mich völlig in seinen Bann gezogen und ich konnte für einige Stunden dem Alltag entfliehen und einfach alles um mich herum vergessen. Wirklich ein großartiges Werk!





Sonntag, 10. April 2022

[Rezension] Die magischen Buchhändler von London

 

© penhaligon-verlag.de


Schon immer waren Buchhändler Hüter und Verbreiter von Wissen. Besonders gilt dies für die Mitglieder des Geheimbunds der magischen Buchhändler. Sie wissen um die übernatürliche Welt und beschützen die normalen Menschen vor ihren Schrecken. Einer dieser Buchhändler ist der junge Merlin. Klug, charmant und hervorragend ausgebildet ist er vielleicht der beste Buchhändler Londons - allerdings von der kämpfenden Sorte. Doch als er eine junge Frau vor einer Bestie rettet, ahnt er noch nicht, dass die Suche nach ihrem Vater auch ihn seinem größten Ziel näher bringt: Rache an den Mördern seiner Mutter nehmen.


Die 18-jährige Susan kommt nach London, um ihren Vater zu suchen, von dem sie nicht einmal den Namen kennt. Kaum dort angekommen wird sie von magischen Wesen verfolgt und angegriffen. Lediglich Merlins beherztes Eingreifen verhindert schlimmeres. Merlin gehört zum Geheimbund der magischen Buchhändler und eröffnet Susan eine völlig neue Welt. 

Als gelernte Buchhändlerin spitzen sich bei mir sofort die Ohren, wenn ich von so einem Plott höre und auch das Cover hat bei mir sofort Lust auf das Buch ausgelöst. Leider wurde diese Vorfreude sehr schnell enttäuscht. 
Zunächst kam ich mit den Protagonisten gar nicht klar. Merlin ist flippig, wirr und nur schwer zu durchschauen und Susan war mir das gesamte Buch über komplett unsympathisch. Sie hat einen "coolen" Spruch nach dem anderen auf Lager und akzeptiert die magische Welt und alles drum herum ohne mit der Wimper zu zucken, ja sie hat nicht mal fragen. Das ist alles andere als realistisch in meinen Augen. 

Nach einem rasanten Einstieg, bei dem man mit allerhand neuen Informationen zu der Welt, den Buchhändlern uvm. fast erschlagen wird, dümpelt die Geschichte nur noch so vor sich hin. Es passiert nicht sonderlich viel und nur das wenigste davon ist auch wirklich spannend. Ich kam einfach nicht rein in die Geschichte und habe dann viele Seiten nur noch überflogen. 

Das Ende selbst konnte es dann auch nicht mehr heraus reißen. Es hat einfach Spannung gefehlt und auch das gewisse Etwas. Ich denke nicht, dass mir diese Geschichte sonderlich lange im Gedächtnis bleiben wird. 


Für mich leider ein ziemlicher Flop. Ich hatte bei diesem großartigen Plot viel viel mehr erwartet.