Samstag, 26. März 2016

[Rezension] Aprikosenküsse





Das Leben der jungen Foodjournalistin Hanna könnte so wunderbar sein. Hätte sie nur nicht diese Restaurantkritik geschrieben, wegen der eine italienische Gutsherrin einen Herzinfarkt erlitten hat! Als sie dann auch noch versehentlich in den Besitz der Urne gelangt, reist die von Schuldgefühlen geplagte Hanna nach Italien - und wird zum unfreiwilligen Opfer eines Testaments, das es in sich hat. Denn selbst über ihren Tod hinaus verfolgt Giuseppe Camini nur ein Ziel: ihren unleidlichen Enkel Fabrizio endlich in den Hafen der Ehe zu steuern. Eine Aufgabe, die ein ganzes toskanisches Dorf in Atem hält, ein Familiendrama heraufbeschwört und Hannas Gefühlswelt komplett durcheinanderwirbelt!


Typisch für Claudia Winter sind ihre liebevoll gezeichneten Charaktere, welche die ein oder andere Schwäche besitzen, aber im Verlauf der Geschichte stets an sich und ihren Herausforderungen wachsen. Dabei wird deutlich, dass man das Leben nicht immer zu ernst nehmen, sondern sich mehr auf die positiven Ereignisse konzentrieren sollte. 
Die Geschichte selbst erleben wir abwechselnd aus der Sicht von Hanna und Fabrizio. So kann man sich sehr gut in die jeweilige Situation der beiden hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedankengänge gut nachvollziehen. Leider gab es durch diesen gewählten Schreibstil vereinzelt kleinere Wiederholungen der Geschehnisse, wodurch unnötige Längen entstanden sind. 
Dennoch lässt sich die Geschichte flüssig und schnell lesen und man versinkt komplett in der von Claudia Winter erschaffenen Heimat der Camini's. Neben Aprikosenfelder und dem Ristoranti erlebt man nicht nur die wunderschöne Landschaften Italiens, sondern begegnet auch einem typischen italienischen Dorf und seine zum Teil sehr faszinierenden Einwohner. 
Mit ihrer detailreichen, witzigen aber auch charmanten Schreibweise hat Autorin Claudia Winter einen sehr gelungen Liebesroman geschaffen, bei dem der Humor definitiv nicht zu kurz kommt. Neben dem ganzen Spaß schneidet sich auch immer wieder ernstere Themen an, die zum Nachdenken anregen. Diese vielfältige Mischung an Emotionen und Gefühlen, haben mir sehr gut gefallen und ich hatte richtig viel Spaß beim Lesen. 



Bei "Aprikosenküsse" handelt es sich wahrlich um einen Wohlfühlroman, bei dem man vom Reisefieber gepackt wird und am liebsten sofort zu den Camini's fahren möchte. Auch die himmlisch klingenden Speisen machen im wahrsten Sinne des Wortes Hunger auf mehr. 



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