Dienstag, 7. Juli 2015

[Rezension] Im Hause Longbourn





"Wenn Elizabeth Bennet ihre Petticoats selbst waschen müsste", dachte Sarah, "würde sie bestimmt sorgfältiger mit ihnen umgehen". Es ist Waschtag auf Longbourn, und das Hausmädchen Sarah müht sich über Wäschebottichen und träumt dabei von einem anderen, aufregenderen Leben. Als der junge James auf dem Hof auftaucht, scheint er wie die Antwort auf ihre Stoßgebete - doch James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft, das das Leben auf Longbourn für immer verändern könnte. 



Als ich den Klappentext sah wusste ich sofort, dass ich dieses Buch haben MUSS! Ich liebe Jane Austen's Stolz und Vorurteil und nun einmal hinter die Kulissen sehen zu können und die Dienstboten und deren Leben zu entdecken, einfach wundervoll. Ich möchte an dieser Stelle noch anmerken, dass man "Stolz und Vorurteil" nicht gelesen haben muss, um bei diesem Buch Freude und ein paar schöne Lesestunden zu haben.
Es war wirklich toll, wie immer wieder kleine Schlüsselszenen aus "Stolz und Vorurteil" in dieses Buch mit eingespannt wurden und ab und an durchblitzten. 
Altbekannte Gesichter wie die Bennets, Mr. Bingley und Mr. Darcy tauchen zwar immer wieder auf, bleiben aber im Hintergrund, wodurch der Hauptfokus die ganze Zeit auf den Bediensteten liegt. 
So lernen wir Mr. und Mrs Hill, die kleine Polly, James und natürlich Sarah näher kennen, wobei Sarah die Hauptfigur der Romans darstellt. 
Sarah hat es nicht immer leicht und ihr Leben ist geprägt von Arbeit. Besonders der Waschtag ist ihr sehr verhasst, da es eine harte und nicht sehr angenehme Arbeit ist, bei der man das Gefühl hat, sie nimmt gar kein Ende. Doch trotz all dem hat Sarah Träume, sie möchte einmal ein besseres Leben, eines in dem sie nicht mehr die Wäsche anderer Leute säubern muss. 
Als James schließlich auf Longbourn erscheint, fühlt sie sich magisch zu ihm angezogen. Doch ist er wirklich das was sie will? Und welches Geheimnis umgibt ihn?
Während man bei Jane Austen von tollen Bällen und bezaubernden Gesellschaften liest, erfährt man hier, was die Vergnügungen der Bennets für das Personal bedeuten. Zusätzliche Wäsche, den ganzen Abend im kalten bei der Kutsche stehen und auf die Herrschaften warten und viele schlaflose Nächte. 
Jo Baker zeigt sehr eindrucksvoll auf, wie die Gesellschaft damals aufgebaut war, und wie schwer man es hatte sich nach oben zu arbeiten, wenn man aus ärmlichen Verhältnissen kam. Hier hatten die Mädchen und Frauen kaum Chancen, bei den Männern sah es ein wenig besser aus. 


Wer "Stolz und Vorurteil" liebt, für den ist dieses Buch ein wahres must read!, denn es stellt eine wundervolle Ergänzung zu Jane Austens' Meisterwerk dar und rundet das Gesamtbild perfekt ab. 



Kommentare:

  1. Hallöchen,

    eine schöne Rezension, „Stolz und Vorurteil“ muss man einfach lieben!
    Das Buch liegt schon eine zeitlang auf meinem Wunschstapel.
    Werde es bald mal davon erlösen :)

    Nadine ♥

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    1. Ich wünsche dir dann ganz viel Spaß mit dem Buch. Es ist einmalig!!

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  2. Hey :)

    hört sich nach einem MUST HAVE für mich an!
    Danke für die Rezi - das Buch wandert sofort auf meine WuLi ♥

    Liebe Grüße,
    Tanja

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