Freitag, 29. Januar 2016

[Rezension] Eine Liebe im Schatten der Krone






Edinburgh, 1561. Voller Stolz blickt das Land auf seine neue Königin. Das Glück von Fiona Fraser scheint vollkommen, als Mary Sutart sie unverhofft an ihren Königshof beruft. In den Hallen von Holyrood Palace erwartet sie die Chance auf eine glänzende Zukunft. Doch das Leben als Vertraute der Monarchin zeigt schon bald seine Schattenseiten. Marys Hochzeit war ein folgenschwerer Fehler. Unerbittlich intrigiert der neue König gegen seine Frau und ihren Hofstaat. Ein blutiges Ränkespiel um Macht und Verrat nimmt unaufhaltsam seinen Lauf - und schon bald muss Fiona erkennen: Hier entscheidet sich nicht nur das Schicksal einer leidenschaftlichen Herrscherin, sondern auch ihr eigenes. 



"Eine Liebe im Schatten der Krone" habe ich von bloggdeinbuch.de als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank an dieser Stelle. Verlegt wird das Buch durch books2read.
Zunächst habe ich mich etwas schwer damit getan in die Geschichte hinein zu kommen, da die warmherzige Fiona leider eher naiv dargestellt wird. Im Laufe der Geschichte durchlebt sie jedoch eine Wandlung und dann kam ich auch besser mit ihr klar. Mary wiederum war mir von Beginn an sehr sympathisch und sie ist mir eine gute Freundin geworden, mit der man gemeinsam bangt, trauert, hofft und kämpft. Das Liebesleben der beiden Frauen ist zunächst im Klappentext gar nicht erwähnt, konnte mich aber mehrfach überraschen und hat sich gut in die Geschichte eingefügt. 
Die Mischung aus historischen Fakten und fiktiven Charakteren ist Bettina Pecha meisterhaft gelungen. Als Leser wird man direkt in die Epoche, das Leben und auch die Landschaft hineingezogen und ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Die intensive Recherche der Autorin macht sich auf jeder einzelnen Seite bemerkbar und das Lesen zu einem wahren Hochgenuss. Im Nachwort erklärt Bettina Pecha, dass sie die Geschichte von Mary Stuart so belassen hat, wie sie in Wirklichkeit passiert ist und so hat man mit "Eine Liebe im Schatten der Krone" nicht nur einen unterhaltenden Roman, sondern auch gleiche eine kleine Geschichtslektüre. 



"Eine Liebe im Schatten der Krone" stellt für mich einen sehr unterhaltsamen und gelungenen Roman dar, den ich jedem weiterempfehlen kann. Auch die in die Geschichte eingebunden historischen Fakten waren sehr interessant, wirkten aber zu keiner Zeit wie trockener Geschichtsunterricht. Im Gegenteil, ich hatte viele schöne Lesestunden!



Dienstag, 26. Januar 2016

[Rezension] Der Lauf der Zeit






"Du hattest die Kreuz Dame!", rief Heinrich Kanne aus, und satt zufrieden lachte Bruno von Halcan. "Natürlich ich, wer denn sonst?" Sie spielten Doppelkopf und Bruno hatte die ganze Runde, alle drei Freunde, bis zur letzten Karte über sein Blatt im Unklaren gelassen. Er hatte erst zuletzt die zweite Kreuz Dame ausgespielt, dadurch die Gegenpartei irritiert, ein paar schöne Punkte gemacht und das Spiel gewonnen. 

Seit seiner Schülerzeit liebt der schüchterne Bruno von Halcan Margarete Leuchtenfeld. In den fünfziger und sechziger Jahren geht er zur Schule, studiert in den Achtundsechzigern und wird Anwallt. Als er Erfolg hat, verlässt ihn Margarete...




Über Bloggdeinbuch.de habe ich "Der Lauf der Zeit" als Rezensionsexemplar erhalten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür. Veröffentlicht wurde das Buch über die epubli GmbH
Die Thematik des Buches hat mich zunächst doch sehr angesprochen und ich habe mit großer Vorfreude zu Lesen begonnen. Die Freude wurde jedoch schnell getrübt. Zum einen hatte ich besonders zu Beginn große Probleme mit dem Schreibstil, da ich das Gefühl hatte regelrecht von Schachtelsätzen erschlagen zu werden. Zum anderen scheint Friedrich von Bonin sehr darum bemüht seinen Lesern das Geschehen nahe zu bringen. Leider jedoch verliert er sich oft in Beschreibungen, wodurch der rote Faden der Geschichte verloren geht. So beschreibt er beispielsweise den Tisch an dem Bruno mit seinen Freunden spielt, bis ins letzte Detail der Verzierungen und mit den Stühlen, sowie der Wasserkaraffe verfährt er eben so. Dadurch enstehen unnötige Längen, die das Lesen sehr anstrengend werden lassen. Auch einen Spannungsbogen habe ich bis zu letzt vermisst. Die Geschichte plätschert wie ein langsamer Bach vor sich hin, aber wirklich interessant oder fesselnd wird es nie. Der Einblick in das Leben eines Anwalts, der uns hier gewährt wird ist zwar durchaus nicht uninteressant allerdings ist es mir persönlich für ein gutes Buch zu wenig. 



"Der Lauf der Zeit" ist alles in allem eine schöne Idee, allerdings nicht sehr passend umgesetzt. Es fehlt an Spannung, da der Autor sich zu sehr in Details verliert und der Inhalt so recht trocken und lahm wird. 




Gemeinsam Lesen #04



"Gemeinsam Lesen" ist eine Aktion von Asaviel, die von Schlunzenbücher weitergeführt wird.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Ich lese derzeit "Die Geisha" von Arthur Golden und bin auf Seite 28/570.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Um mich von meinen Sorgen abzulenken, ging ich am folgenden Morgen in dem Teich schwimmen, der von unserem Haus aus gesehen ein Stück landeinwärts in einem Kiefernwäldchen lag. 

3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden. (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst)

Ich habe vor einigen Jahren bereits die Verfilmung zum Buch gesehen und den Film seither immer wieder mal angeschaut. Ich liebe die Geschichte einfach und freue mich nun sehr endlich das Buch zu lesen. Bereits zu Beginn (ich bin ja noch nicht sehr weit) erfährt man schon einige Details, die im Film nicht enthalten sind. So kann man sich noch besser in die kleine Chiyo und ihren Werdegang hinein versetzen. 

4. Was hast du vor einem Jahr gelesen? Erinnerst du dich noch an Einzelheiten dieser Geschichte?

Ich muss gestehen, dass ich kurz spicken musste da ich es nicht mehr genau wusste. Vor einem Jahr habe ich den ersten Band der Selection-Reihe gelesen. Und natüüüürlich weiß ich noch viele Einzelheiten, da ich die Reihe liebe. Ich muss immer noch den dritten Band lesen oder naja was heisst muss, ich will unbedingt, aber komm einfach nie dazu ^-^

Montag, 25. Januar 2016

[Rezension] Evil





Eine Vorstadt in den USA der Fünfzigerjahre. Kein schlechter Ort, um seine Jugend zu verbringen - weitab von McCarthys Kommunistenjagd, dem Kalten Krieg und der Atombombe. Doch dieser Ort hat auch seine düsteren Seiten, wie der junge David bald erfahren wird. Denn in der kleinen ruhigen Sackgasse, in der er und seine Freunde wohnen, geschehen in einem Keller Dinge, von denen niemand weißt und die auch nicht ans Tageslicht kommen sollen. Was passiert, wenn der Wahnsinn ungebremst seinen Lauf nimmt und das Böse von den Menschen Besitz ergreift? 




Von Evil hatte ich vorab schon viel gehört und soweit ich weiß soll es auch eine Verfilmung  zu dem Buch geben. Zunächst einmal muss ich allerdings sagen, dass ich den Titel sehr schlecht gewählt finde, da "Evil" überhaupt nicht zum Inhalt passt. Im Englischen lautet der Titel "The Girl next door", was ich um einiges treffender finde.
Jack Ketchum hat einen trockenen, schnörkelosen Schreibstil, der durchaus sehr gut zur Story passt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und erschafft ein schauriges, teilweise sehr ekelerregendes Horrorerlebnis. Leider jedoch ist ein guter Schreibstil nicht genug um ein Buch lesenswert werden zu lassen. Und der Plot selbst lässt doch sehr zu wünschen übrig. 
Was passiert ist ohne Zweifel schrecklich, grausam und abscheulich, allerdings ist das auch schon alles an der Geschichte. Es passiert insgesamt nicht wirklich viel und allein rund zweihundert Seiten drehen sich um diverse Foltermethoden und andere verabscheuungswürdige Dinge, die einem jungen Mädchen angetan werden. 
Meiner Meinung nach hat der Autor zu viel Arbeit in das Schockieren seiner Leser gesteckt und zu wenig in die Handlungen und Charaktere selbst. Auch ein Vorwort von Stephan King kann mich da nicht mehr wirklich begeistern. 




Trotz eines bildgewaltigen Schreibstils war "Evil" für mich kein sonderlicher Lesegenuss und ich würde das Buch nicht weiter empfehlen, besonders nicht an Fans dieses Gerne. Ich hatte mir hier deutlich mehr Action erwartet und weniger sinnloses aneinandergereihtes Foltern. 




Mittwoch, 20. Januar 2016

[Rezension] Witch Hunter






Die 16-jährige Elizabeth Grey sieht harmlos aus und ganz und gar nicht so, als könnte sie einen Hexer vergiften oder 10 Totenbeschwörer nur mit einem Schwert und einem Beutel Salz überwältigen. Trotzdem gehört Elizabeth zu den gefährlichsten Hexenjägern in Anglia. Doch als sie mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und selbst der Hexerei angeklagt. Wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich auf.

Doch was wird der Preis sein, den sie dafür bezahlen muss?




Ich habe Bücher ja schon öfter etwas schneller durchgelesen, aber bei diesem Buch war es mehr als nur schnell. Ich hatte das Gefühl die letzte Seite zuzuschlagen, kaum dass ich mit lesen begonnen hatte. 
Virgina Boecker ist es meisterhaft gelungen eine Kulisse zu schaffen, die mich schon nach wenigen Zeiten komplett in die Welt um 1558 eintauchen lies. Sowohl die Lebensumstände der damaligen Zeit, als auch die zu dieser Epoche üblichen Hexenverbrennungen werden bildhaft und anschaulich geschildert und man taucht komplett ein in der Welt von Elizabeth Grey und vergisst wirklich alles andere um sich herum. 
Aber nicht nur die Kulisse, sondern auch die Darstellung der einzelnen Charaktere ist der Autorin wirklich fabelhaft gelungen. So entwickeln sich nicht nur die Hauptprotagonisten im Verlauf der Geschichte weiter, sondern auch die Nebenfiguren, welche teilweise zunehmend an Bedeutung gewinnen. 
Die Handlung selbst gewinnt nach und nach immer mehr an Spannung und lässt einen nicht mehr los. Ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite und würde mich trotz abgerundetem Schluss über eine Fortsetzung der Geschichte freuen. 



Diese spannungsgeladene Geschichte kann ich allen Fans des Fantasy nur ans Herz legen, es lohnt sich definitiv! Ich bin von der ersten bis zur letzten Seite ausnahmslos begeistert!



Dienstag, 19. Januar 2016

Gemeinsam Lesen #03



"Gemeinsam Lesen" ist eine Aktion von Asaviel, die von Schlunzenbücher weitergeführt wird.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?  

Im Moment lese ich "Mit ganzer Seele" von Rachel Vincent und bin auf Seite 134/300.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Also, wer ist dieser Todd eigentlich?", fragte ich zwischen zwei Schlucken Cola. 

3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden. (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst)

Über die Soul Screamer - Reihe bin ich in letzter Zeit immer wieder gestoßen und habe sehr viel Begeisterung darüber mitbekommen. Außerdem ist das Cover einfach ein Traum und wirklich wunderschön gestaltet. Daher durfte der Auftakt diesen Monat nun endlich bei mir einziehen und knapp die Hälfte habe ich gestern bereits verschlungen. Ich finde die Geschichte unglaublich interessant und habe vor wenigen Seiten erfahren, was genau mit Kaylee los ist und was es genau mit Nash auf sich hat. Die beiden gefallen mir richtig gut (zusammen) und ich hoffe da entwickelt sich noch mehr zwischen den beiden ;)

4. In seiner Schulzeit begegnen einem diverse Bücher. Kannst du dich noch an einige davon erinnern? Sind sie in guter oder schlechter Erinnerung geblieben?


Da fallen mir sofort zwei Bücher ein, die wir damals ich glaube am Ende der Grundschule gelesen haben. Zum einen "Potilla und der Mützendieb" und zum anderen "Das Vamperl". Beide Bücher habe ich geliebt, ja eigentlich sogar die ganze Klasse und selbst die lesefaulen Jungs hatten Spaß daran. Ich habe die Bücher auch in den Jahren danach immer wieder mal gelesen, da beide Geschichten wirklich wundervoll sind. 



Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension] Die Farbe der Zukunft





VERBESSERUNG NICHT VERÄNDERUNG.

Dies ist das Motto von Annum Guard, der streng geheimen Zeitreiseorganisation der Regierung. Doch wie kann man die Vergangenheit verbessern, wenn in den eigenen Reihen ein Verräter ist, der die Zeitreisen für seine eigenen Zwecke nutzt und dabei sogar über Leichen geht? Amanda, Codename Iris, muss den Täter finden, bevor es zu spät ist. Denn Mitglieder von Annum Guard verschwinden spurlos, und Amanda wird das Gefühl nicht los, dass eine große Verschwörung im Gange ist. Doch wie viel will Amanda aufs Spiel setzen, wenn vielleicht sogar ihre eigene Familie in die Ereignisse verwickelt ist?




Nachdem mich der Auftakt der Reihe sehr begeistert hat, konnte ich es gar nicht abwarten den zweiten Band in meinen Händen zu halten und zu lesen. 
Auch dieses Mal bleibt Meredith McCardle ihrem bildhaften Schreibstil treu und nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Zeit. Wie bereits im Vorband ist mir auch hier aufgefallen wie viel Arbeit die Autorin in ihre Recherchen gesteckt hat. Sämtliche geschichtlichen Fakten und Schauplätze sind sehr detailliert beschrieben und man fühlt sich immer wieder aufs Neue in eine andere Zeit versetzt. 
Iris hat nach einigen Startschwierigkeiten bei Annum Guard nun endlich Freunde gefunden. Die Atmosphäre innerhalb von Guard hat sich dadurch deutlich zum positiven verbessert und diese Veränderung hat mir gut gefallen. In diesem Band bekommen die Nebenfiguren auch eine größere Rolle als zuvor und man lernt sie etwas besser kennen. Besonders Yellow ist mir ans Herz gewachsen und ich liebe ihre kämpferische Art einfach. Die Geschichte selbst erleben wir, wie bereits im Auftakt der Reihe aus der Sicht von Iris. So jagt man gemeinsam mit ihr durch die Zeit, trifft auf zahlreiche Gegner und falsche Fährten bis hin zum tragischen Wendepunkt der Geschichte. Das Ende lässt sehr viele Fragen offen und ich bin sehr gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Der Schluss hat mich ungläubig und teilweise auch entsetzt zurück gelassen und ich MUSS einfach wissen wie es weiter geht. Hoffentlich lässt uns Meredith McCardle nicht mehr lange auf den dritten Band warten. 




"Die Farbe der Zukunft" übertrifft den Auftakt meiner Meinung nach und hat mir noch besser gefallen. Die Kombination aus Agenten-, Thriller- und Zeitreiseaspekten machen die Zeitenspringer-Saga zu etwas ganz besonderem. Die Geschichte war noch rasanter und packender als der erste Band und ich freue mich schon enorm auf die Fortsetzung. 





Freitag, 15. Januar 2016

Autoreninterview mit Alexandra Fischer

Hey meine Lieben, 

heute möchte ich euch eine ganz besondere Autorin vorstellen und zwar Alexandra Fischer. Ich durfte vor kurzem ihren neuen Roman "Der Traum vom Horizont" vorab lesen und zusätzlich auch noch ein Interview mit ihr führen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken.



Alexandra Fischer, Jahrgang 1974, schreibt bereits seit sie es kann. Aus den ersten Buchstaben wurden Wörter, aus den Wörtern Sätze und aus den Sätzen schließlich Geschichten. Unvollendete, denn in jungen Jahren fand sie es stets spannender eine Geschichte zu beginnen anstatt sie zu beenden. Inzwischen schafft sie aber auch das und recherchiert für ihre historischen Romane gerne stundenlang in alten Texten, um ihren Büchern die Authentizität zu verleihen, die sie verdienen.


Ihre schöpferische Kraft holt sie sich im schönen Bayern, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem ehemaligen Bauernhof in einer Wohngemeinschaft mit Hund, Katzen, Kaninchen, Enten und Hühnern lebt. 



Das Interview:


Vielen lieben Dank Alexandra, dass du dir die Zeit für meine Fragen nimmst. 

1. Magst du vielleicht erst ein bisschen was zu dir erzählen?
Oh je, muss ich? Was soll ich da nur sagen? Ich bin eine teetrinkende Schreibbessesene, die auf dem Land lebt und einen halben Zoo in ihrem Haus und auf ihrem Grundstück beherbergt. 

2. Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen, was war der Auslöser?
Da gab es eigentlich keinen Auslöser, zumindest keinen, der mir bewusst ist. Ich habe schon als Kind geschrieben. Ganz früher habe ich die Geschichten aufgemalt und später dann in Worte gefasst. Ich noch ganze Schulbücher voll von Geschichten zu hause rumliegen. Nicht immer zur Freude meiner Lehrer hatte ich schon von klein auf viel Fantasie. Eigentlich schreibe ich seit ich denken kann. Nur veröffentlicht habe ich erst sehr viel später. 

3. Hat sich dein Leseverhalten durch das Schreiben verändert?
Eigentlich erst in letzter Zeit. Als Jugendliche war ich eine totale Leseratte. Ich habe immer und überall gelesen. Seit ich professioneller schreibe, habe ich manchmal ein Zeitproblem. Neben Job und Familie muss man sich immer entscheiden ob man nun gemütlich liest oder was zu Papier bringt. Meistens fällt die Wahl dann auf das Schreiben, weil ich es einfach liebe. Außerdem bin ich durch meine historischen Romane gezwungen, viel zu recherchieren. Da hat man oft gar keine Lust mehr, sich abends nochmal ein Buch vorzunehmen. Leider muss ich sagen. Ich würde gerne wieder mehr lesen. 

4. Dein neuer Roman "Der Traum vom Horizont" spielt ja in Deutsch-Samoa rund um 1900. Wie sammelst du Ideen für deine Schauplätze, was inspiriert dich?
Ideen habe ich eigentlich andauernd, beim Musik hören oder beim Fernsehschauen oder im Urlaub. Entscheidend ist dann, wie sehr mich ein Thema packt, denn bei mir heisst es immer: ganz oder gar nicht. Wenn ich einen Schauplatz gefunden habe, der mich fasziniert, will ich so viel wie möglich darüber lernen. Da wird dann gegoogelt und nachgelesen bis zum Umfallen. Deutsch-Samoa hat mich deswegen neugierig gemacht, weil mir ehrlich gesagt nie wirklich bewusst war, dass Deutschland mal Kolonien in der Südsee hatte. Das war für mich ein sehr spannendes Motiv. Vor allem weil der Gouverneur von Samoa für die damalige Zeit sehr fortschrittlich gedacht und regiert hat.

5. Wo in und in welcher Atmosphäre schreibst du am liebsten deine Bücher?
Es soll ja Autoren geben, die an jedem Ort und zu jeder Tageszeit schreiben können. Das finde ich sehr bewundernswert, denn das kann ich leider gar nicht. Ich schreibe am liebsten (und vor allem effektivsten) in unserer Küche mit Blick auf die Wiesen und Felder. Da ist auch alles in greifbarer Nähe, was ich brauche. tee und was zu futtern. Wenn ich mal richtig im Schreiben drin bin, vergesse ich auch völlig die Zeit. Dann kann es passieren, dass drei Stunden rum sind und ich frage mich, ob jemand an der Uhr gedreht hat. Außerdem habe ich es gerne ruhig. Musik, vor allem von einer meiner Lieblingsbands, lenkt mich ziemlich ab. Da singe ich dann mit, kann mich irgendwann nicht mehr konzentrieren und springe am Ende auf, um zu tanzen.

6. Wie lange dauert der Prozess von der ersten Idee bis zur Fertigstellung eines Buches bei dir?
Oh, das kann ich so pauschal nicht sagen. Da ich ja Selfpublisherin bin setzt mir niemand außer ich mir selbst irgendwelche Fristen. Bei meinem ersten Roman "Joli Rouge" hat es so ein Jahr gedauert, dann kommt aber noch das Lektorat, die Überarbeitung und das Coverdesign hinzu...hm, vielleicht so anderthalb Jahre. So in etwa war das auch bei "Der Traum vom Horizont". Das sollte schneller gehen denke ich mir oft, aber wie gesagt, es gibt ja noch Job und Familie und da muss das schreiben dann bisweilen zurückstehen.

7. Gibt es bei deinem aktuellen Roman, einen Lieblingscharakter für dich oder eine Figur, mit der du dich vergleichen würdest, die dir ähnlich ist?
Das mit der Frage nach den Lieblingscharakteren ist ja immer ein bisschen so, als sollte man sagen, welches seiner Kinder man am liebsten hat. Das ist schwierig. Sie wachsen einem alle ans Herz, in dem aktuellen Roman sogar Karl, der Fiesling. Und weil jeder Autor ein wenig Gott spielt, wenn er seine Figuren erschafft, ist es auch so, dass mir keine der Figuren ähnelt. Jede hat ein wenig von mir und dann auch wieder gar nicht. Vielleicht wäre ich in der damaligen zeit eher wie Martha, gewesen, aber vielleicht wäre auch eine Helene aus mir geworden, wer weiß?

8. Hast du auch manchmal Schreibblockaden und wenn ja, wie gehst du damit um?
Ja, die habe ich. Meistens in der Mitte meiner Bücher. Bis dahin hat man im Optimalfall seine Charaktere, die Handlungsstränge miteinander verknüpft und den Plot in die richtige Richtung gebracht. Der Leser ist dann (hoffentlich) von der Geschichte in den Bann gezogen und jetzt muss man das Ganze auf das Finale hinführen. Da hänge ich dann oft und frage mich, ob ich den Leser mit gewissen Passagen nicht langweile. Ob  manche Dialoge nicht überflüssig sind und die Geschichte dadurch an Spannung verliert. Das ist dann der Moment, in dem gar nichts mehr geht. Da redet dann Kopf gegen Herz und andersrum und die Finger weigern sich, zu tippen. Diese Blockade überwinde ich meistens, indem ich die Geschichte für einige Tage weglege und versuchte, nicht mehr darüber nachzudenken. Wundersamer Weise löst das den Knoten in meinem Kopf. Grundsätzlich helfen auch lange Spaziergänge mit meinem Hund, um wieder in meinen Schreibfluss zu finden.

9. "Der Traum vom Horizont" hat mir viele schöne Lese-Momente beschert, kannst du das Buch in drei Wörtern beschreiben?
Puh, das ist mal eine schwierige Frage. Das geht nicht, fällt mir da jetzt spontan ein. Vielleicht: "Gesellschaftliche Zwänge überwinden". Das ist heute schon kompliziert und war damals quasi nicht möglich. Das wird ja auch allen meinen Figuren zum Verhängnis, weil sie alle etwas wollen, was in der Gesellschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts einfach nicht möglich war.

10. Abschließend, gibt es schon neue Projekte über die du uns ein wenig verraten kannst?
Dadurch, dass "Der Traum vom Horizont" gerade abgeschlossen und veröffentlicht wurde, habe ich noch keine konkreten Pläne für einen neuen historischen Roman im Kopf. Es gibt Ideen, aber das ist noch alles sehr vage und zu früh, um darüber zu sprechen. Aber ich habe ja dieses Jahr unter meinem Pseudonym Andie F. Andersson ein Jugendbuch veröffentlicht "Rockherz". Da schreibe ich gerade an der Fortsetzung, die "Rockleben" heissen wird und vermutlich Mitte 2016 erscheint. Ist jetzt natürlich etwas vollkommen anderes als das historische Genre, aber vielleicht fühle ich mich gerade deswegen so wohl damit. Manchmal muss man auch mal neue Wege gehen, um nicht irgendwann festzustecken. Doch natürlich wird es auch einen weiteren historischen Roman von mir geben, aber voraussichtlich erst 2017. 


Vielen Dank Alexandra, dass du dir für meine Leser und mich die Zeit genommen hast die Fragen zu beantworten!! :-)


Liebe Grüße
eure

[Rezension] Der Traum vom Horizont





Apia, 1902: Die adelige Familie von Bahlow kommt aus Potsdam in die Kolonie Deutsch-Samoa, um dort einen Neuanfang zu wagen. Während der ehrgeizige Karl von Bahlow davon besessen ist, sich als Pflanzer einen Namen in der Kolonie zu machen, erleben seine Frau Rosa und die drei Töchter Grethe, Helene und Martha den Umzug in die neue Heimat auf ihre ganz eigene Weise. Die fremdartige Kultur der Südsee verändert jede der vier Frauen, beschwört schicksalhafte Begegnungen herauf und zeigt ihnen den Zauber der Liebe. Besonders ein geheimnisvoller Weltenbummler beeinflusst das Schicksal der Familie nachhaltig, während sich die Ereignisse schließlich überstürzen und im Ausbruch des ersten Weltkriegs gipfeln, der alles auseinanderzureißen droht.




"Der Traum vom Horizont" durfte bei mir Dank der lieben Autorin Alexandra Fischer bereits schon vor Veröffentlichung einziehen. Ich habe mich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut und noch mehr über die Geschichte selbst. 
Während dem Lesen ist mir immer wieder aufgefallen wie genau und aufwendig die Autorin recherchiert haben muss, so viele kleine aber nicht unbedeutende Details fließen in die Geschichte mit ein. Man bekommt einen großartigen Einblick in die Lebensumstände der damaligen Zeit und vor allem wird auch immer wieder deutlich wie schwer es für Frauen damals war, ihre Träume und Wünsche zu verfolgen und in die Tat umzusetzen. 
In der Geschichte begleiten wir die Familie von Bahlow, wobei jedes Familienmitglied eine wichtige Rolle belegt. Die vier Frauen könnten in ihrer Art und ihrem Charakter nicht unterschiedlicher sein und dennoch habe ich mich sofort mit allen verbunden gefühlt, mit ihnen gelitten und mitgefiebert und gebangt. Es war oft sehr herzzerreißend mitzuerleben wie schwer sie es haben ihre Lebensträume zu verwirklichen, besonders auch durch den Druck des Familienoberhauptes. Karl von Bahlow, ein Charakter den ich zutiefst unsympathisch finde und dem ich gerne das ein oder andere Mal Kontra gegeben hätte. Durch seine strenge, jähzornige, resolute aber auch gewalttätige Art unterdrückt er sowohl seine Frau, als auch seine drei Töchter und macht ihnen das Leben zum Teil zur Hölle. Mehr als einmal war ich beim Lesen sehr froh, dass wir heutzutage keine so Zustände mehr haben und Frauen durchaus ihre eigene Meinung äußern und ihr Leben frei gestalten können so wie sie es möchten. 
Die Handlungen haben mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen und gefesselt und ich war ein wenig traurig, als ich dann fertig mit lesen war, da ich die Familie gerne noch weiter auf ihrem Lebensweg begleitet hätte. 




"Der Traum vom Horizont" ist ein packender, herzzerreißender Roman über das Schicksal einer Familie in Deutsch-Samoa, die man nicht so schnell wieder vergisst. Ich bin von vorne bis hinten restlos begeistert!!



Donnerstag, 14. Januar 2016

Top Ten Thursday



10 Bücher, auf die ich mich 2016 freue, die aber noch nicht erschienen sind


Da ich eher dazu neige über Bücher drüber zu stolpern und mir eher selten Bücher vormerke hab ich heute eine Top 5 für euch. Ich  bin mir aber sicher, dass dieses Jahr noch einige Bücher kommen auf deren Erscheinungstermin ich mich freuen werde.