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Dienstag, 17. November 2020

[Rezension] Eine bittere Wahrheit

© bertelsmann-verlag.de

Wie beweist man seine Unschuld und überführt einen Mörder wenn man als Tatverdächtige bereits hinter Gittern sitzt? Diese Frage stellt sich Tabitha Hardy, nachdem in ihrem SChuppen die blutüberströmte Leiche eines Lehrers aus ihrer Schulzeit gefunden wurde. Alle Indizien sprechen gegen die Außenseiterin, die erst vor Kurzem in den idyllischen Küstenort gezogen ist und hier weder Freunde noch Fürsprecher hat. Ganz auf sich allein gestellt und obendrein auch noch von ihrem Erinnerungsvermögen verlassen, muss ihr gelingen, was außer ihr keiner für möglich hält. 

Die Geschichte beginnt damit, wie Tabitha versucht die ersten Eindrücke in der Zelle zu verarbeiten und sich mit ihrer neuen Situation zu arrangieren. Sie befindet sich in Untersuchungshaft, des Mordes angeklagt und kann ihre aktuelle Situation noch gar nicht richtig begreifen. 

Zunächst glaubt Tabitha fest daran, dass alles nur ein Irrtum ist und sich innerhalb weniger Tage alles klären und sie selbst freikommen wird. Doch leider erhärtet sich der Verdacht gegen sie und ihr ganzes zukunüfntiges Leben steht auf dem Spiel. 

Tabitha möchte sich selbst verteidigen, obwohl sie keinerlei Ahnung von den Vorgängen vor Gericht oder ähnlichem hat. Die Flut an Informationen, Beweisen und Akten scheint sie fast zu erdrücken und nur langsam kämpft sie sich durch den Berg aus Unterlagen. Ihr Verteidigung läuft ziemlich skurril ab und so ganz ernst nehmen konnte ich die Protagonistin nicht. Viele Punkte werden mehrfach wiederholt und ab der Hälfte des Buches wurde es dann etwas zäh. 

Die Geschichte selbst ist in vier Abschnitte unterteilt. Dabei ist der letzte Teil der kürzeste und beschäftigt sich mit der endgültigen Aufklärung des Falls. Für mich war dieser Abschnitt viel zu kurz und unlogisch aufgebaut. Es werden lieblos Fakten hingeworfen, die mit den ersten drei Abschnitten kaum zusammenpassen. Für mich war der Schluss sehr unbefriedigend, da man das Gefühl hat, die Autorin musste noch irgendwie alles auf einen Punkt bringen und hatte aber keine Ahnung wie sie das tun sollte. Hier hätte ich mir deutlich mehr erwartet.

Ein starker Einstieg und Aufbau der Geschichte, der allerdings abflaut und in einem unbefriedigtem Ende mündet. Für mich nur ein durchschnittlicher Roman, der durchaus mehr Potenzial gehabt hätte. 







Mittwoch, 5. Juni 2019

[Rezension] Schuldig

© bertelsmann-verlag.de

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Dorf zusammen ein paar Ferientage verbringen. Einer von ihnen, Hirosawa, kommt nachts bei einem Autounfall auf einer kurvenreichen Bergstraße ums Leben. 
Drei Jahre später holt das schreckliche Ereignis die ehemaligen Studienkollegen ein: Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an ihrem Freund beschuldigt werden. 
Von wem stammen die Briefe? Und was ist in jener verhängnisvollen Nacht tatsächlich geschehen?


Das Cover hat mich wirklich umgehauen. Zunächst lässt sich überhaupt kein Zusammenhang zwischen ihm und der Geschichte selbst erkennen, aber mit der Zeit versteht man die tiefere Bedeutung. Einfach genial umgesetzt!

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Fukase. Der Kaffeeliebhaber ist ein ruhiger, in sich gekehrter Mensch, der sehr zurückgezogen lebt. Nachdem Erhalt des Briefes beginnt Fukase Hirosawas Leben zu hinterfragen und Nachforschungen anzustellen. 

"Schuldig" ist ein äußerst treffender Titel und die Autorin hat es großartig umgesetzt. Was macht es mit einem Menschen, wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen wird. Vorwürfe, Geheimnisse und Angst spielen hier eine große Rolle und nach und nach taucht man immer tiefer in das Leben der Freunde ein. 

Die Spannung findet eher unterschwellig statt, aber das passt einfach perfekt. Es brodelt unter der Oberfläche und ich war die gesamte Handlung über bis zum zerreißen gespannt, denn man spürt einfach, dass es noch einen ganz großen Knall geben wird. Der kam dann auch und hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen. Einen solchen Plottwist hätte ich im Leben nicht erwartet, einfach grandios von der Idee bis zur Umsetzung. 


"Schuldig" hat hohes Potenzial es in meine Top 10 dieses Jahr zu schaffen. Ich war total sprachlos, als ich die letzte Seite gelesen hatte und selten so geschockt von dem Ausgang einer Geschichte.


Vielen lieben Dank an Bertelsmann für das Rezensionsexemplar!

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Bertelsmann und erhält Werbung für "Schudlig" von Kanae Minato.