Mittwoch, 19. April 2017

[Rezension] SMOKE



England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben füttern...


Als ich zum ersten Mal den Klappentext von "Smoke" gelesen habe war ich sofort von der Grundidee angetan. Man muss sich das einmal vorstellen, wenn jeder um einen herum und man selbst raucht, sobald man negative Gedanken entwickelt. Nichts ist mehr geheim und jeder weiß über dein innerstes Bescheid. Ich war fasziniert von der Idee und habe mich gefragt wie so eine Welt wohl aussehen würde. Wäre immer alles voller Rauch? Könnte man überhaupt noch etwas sehen?
Der Einstieg war total spannend und ich wurde direkt in diese Welt hinein gezogen, bei der Rauch eine elementare Rolle im Alltag spielt. Er ist allgegenwärtig. Zunächst wird man in das Internatsleben eingeführt und lernt Thomas und Charlie näher kennen, dann gewinnt die Geschichte an Tempo und man gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Rauch und dem ein oder anderen Komplott. 
Leider haben die Figuren ihre anfängliche Sympathie mehr und mehr verloren, je war nur noch für sich selbst verantwortlich und alle anderen mussten selber schauen wie sie klar kamen. Stand man zu Beginn facettenreichen Charakteren gegenüber, so wurden diese leider im weiteren Verlauf mehr und mehr in die Rolle von Stereotypen gedrängt. Auch eine sich entwickelnde Dreiecksbeziehung hat mich leider nicht überzeugt. Sie wirkte erzwungen und kaum nachvollziehbar, zudem hab ich das Gefühl, dass heutzutage fast jedes Buch so etwas enthält und bin von der Thematik langsam genervt. Die Dreiecksbeziehung hatte zudem absolut keinen Einfluss auf die Handlung und war schlichtweg deplatziert und überflüssig. 
Je weiter die Geschichte voran schreitet umso mehr Längen scheinen sich zu bilden. Jede noch so kleine Begebenheit wird bis ins kleinste Detail vom Autor beschrieben und erklärt und ich hatte bei so mancher Seite Mühe damit während dem lesen nicht einzuschlafen. 
Die düstere Atmosphäre hält bis zum Schluss an und man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor um jeden Preis eine schlechte Welt erschaffen wollte, in der Gutes nicht mehr zu finden ist. Der Schluss der Geschichte hat meiner Ansicht nach den Vogel abgeschossen. Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern schlichtweg wütend und finde das Ende ganz furchtbar. 


Leider fällt mein Fazit sehr ernüchternd aus. Statt 600 Seiten hätten 400 auch locker gereicht um die Geschichte zu erzählen und langweilige Längen wären dadurch zu vermeiden gewesen. Zudem konnte ich das Handeln der Figuren oftmals nicht nachvollziehen und eine überflüssige Dreiecksbeziehung hat die Lesefreude ebenfalls getrübt. Das fragwürdige Ende hat dem ganzen dann noch die Krone aufgesetzt und lässt mich doch sehr enttäuscht zurück. 




Kommentare:

  1. Huhu liebe Bettina,

    das ist ja echt schade, dass das Buch so abgebaut hat. Dann weiß ich ja, dass ich es definitiv nicht lesen werde.

    Liebste Grüße
    Sonja

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  2. Hi Bettina!

    Das ist wirklich sehr schade! Ich war ja von dem Buch total begeistert!
    Dreiecksgeschichten kann ich auch nicht mehr sehen, aber hier war komplett anders dargestellt, wie sonst üblich und ich fand schon, dass das sehr großen Einfluss auf die Charaktere hatte.
    Aber jeder empfindet es eben anders ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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