Posts mit dem Label Jensen Svea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jensen Svea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. Juli 2021

[Rezension] Nordwestzorn

 

© harpercollins.de

Der neue Fall von Kommissarin Anna Wagner hat es in sich: Vor mehr als 15 Jahren verschwand ein Junge aus einem Sommercamp bei St. Peter-Ording, eine Leiche wurde nie gefunden. Im Fokus der Ermittlungen standen damals drei Männer, von denen allerdings nur der Leiter des Camps angeklagt und nach einem öffentlichkeitswirksamen Indizienprozess freigesprochen wurde. Den Verdacht, sich an dem Jungen vergangen zu haben, konnte jedoch keiner der Männer je wieder vollständig abstriefen. Als der damalige Camp-Leiter nach vielen Jahren im Ausland nach St. Peter-Ording zurückkehrt und nach kurzer Zeit spurlos verschwindet, ist der Soko schnell klar: Nur wenn sie den alten Fall lösen, haben sie vielleicht eine Chance, den Mann zu retten...



Bei "Nordwestzorn" handelt es sich um den zweiten Band einer Reihe. Grundsätzlich kann man die Geschichten unabhängig voneinander lesen, da die Fälle nichts miteinander zu tun haben. Allerdings wird das Leben der Ermittler ebenfalls in die Handlung mit eingeflochten und daher würde ich empfehlen, die Reihe wie vorgesehen zu lesen. 

Anna Wagner ist nun die Leiterin der Abteilung für alte/ungelöste Fälle und hat somit einen festen Platz in St. Peter-Ording. Direkt ihr erster Fall ist eine ziemlich schwierige Herausforderung. Vor mehr als 15 Jahren verschwand ein Junge, dessen Leiche nie gefunden wurde. Es gab mehrere Verdächtige, jedoch wurde nie ein Täter gefasst. Der Einstieg in diesen Fall liest sich sehr spannend, da man auch immer wieder die Erlebnisse einiger Personen, zu den damaligen Ereignissen gezeigt bekommt. 

Leider verliert sich der Fall mehr und mehr in Seilschaften, Vertuschungen und mir kam es auch sehr unwirklich vor, dass gleich mehrere Beamte der Polizei damals in zwielichtige Geschäfte/Intrigen verwickelt sein sollten. Die Ermittlungen verlieren sich in unzähligen Einzelgesprächen und die Spannung flaut kontinuierlich ab. Nach etwa der ersten Hälfte wusste ich dann auch wie der Fall ausgehen wird und die Lesefreude war noch geringer. 
Für mich war dieser Band kein Vergleich zum Vorgänger, der mir extrem gut gefallen hatte.


Für mich war dieser Teil im Vergleich zu dem ersten der Reihe ein ziemlicher Flop. Es gab keine Emotionen, die Ermittlungen ziehen sich wie Kaugummi und den Ausgang des Falls wusste ich auch viel zu früh. Einziger Pluspunkt dieses Mal sind die beiden tollen Ermittler, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. 



Freitag, 5. März 2021

[Rezension] Nordwesttod

© harpercollins.de

 

Aus der Landeshauptstadt Bayerns ins ferne Kiel: Kommissarin Anna Wagner braucht nach ihrer Scheidung einen Tapetenwechsel. Sie zieht in den Norden, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Gleich ihr erster Fall führt sie nach St. Peter-Ording an die Nordseeküste: Nina Brechtmann, eine junge Umweltaktivistin aus einer einflussreichen Hoteliersfamilie, wird vermisst. Hat ihr Verschwinden etwas mit den aggressiven Expansionsplänen ihrer Familie zu tun, wurde sie vielleicht entführt? Oder hütete die junge Frau ein Geheimnis? Anna Wagner und der örtliche Dienststellenleiter Hendrik Norberg ermitteln unter Hochdruck, dnen niemand weiß, wann genau Nina Brechtmann verschwunden ist...und jede Minute zählt. 


Anna Wagner verschlägt es nach ihrer Scheidung von Bayern in den Norden Deutschlands, während sich Hendrik Norberg aufgrund des Todes seiner Frau nach St. Peter Ording versetzen lässt. Beide hatten es zuletzt ziemlich schwer und versuchen mit den neuen Arbeitsplätzen einen Neustart. 

Der Fall scheint zunächst überhaupt kein richtier Fall zu sein. Nina Brechtmann ist nach ihrem Urlaub nicht wieder auf der Arbeit erschienen. Weder ihre Familie, noch Kollegen haben eine Ahnung wo sie sein könnte. Die Spuren führen zunächst alle ins Leere und die Ermittlung gleichen nach der Suche einer Nadel im Heuhaufen. 
Mit der Zeit kristallisieren sich mehrere verdächtige Personen heraus und für mich war lange unklar wer nun worin genau verwickelt ist. Dadurch war es richtig spannend und ich konnte mich komplett in der Geschichte verlieren. 

Die Handlung ist eher ruhiger erzählt und auch das Privatleben der Protagonisten wird thematisiert. Es findet sich ein neues Team zusammen und dabei hat jeder auch noch sein eigenes Päckchen zu tragen. Die Balance zwischen Beruf und Privatem ist wirklich gut gelungen. Das Setting trägt ebenfalls zu einem schönen Lesegefühl bei, denn mit der malerischen Küstenstadt hat man eine tolle Kulisse für diese Geschichte. 

Ein durchaus überzeugender, leichter und angenehm geschriebener Kriminalroman, der mich hervorragend unterhalten hat. Ich hoffe auf weiter Fälle für die sympathischen Ermittler!