Donnerstag, 2. März 2017

[Rezension] Die Sklavin des Sultans


Marokko 1677: Hinter den Mauern des prächtigen Sultanspalastes von Meknès fristet Nus-Nus, der Sohn eines verfeindeten Stammesfürsten, ein tristes Leben als Sklave. Eines Tages wird er in die brutalen Intrigen des grausamen Sultans Moulay Ismail hineingezogen. Zur selben Zeit wird die junge Engländerin Alys Swann von berberischen Piraten entführt und an den Hof von Meknès gebracht. In ihrem Überlebenskampf am Hof treffen Alys und Nus-Nus aufeinander und werden zu innigen Freunden. Doch als Alys zur Lieblingsfrau des Sultans aufsteigt und ihm einen Sohn schenkt, setzt Zidana, die einflussreiche Hauptfrau, alles daran, die gefährliche Nebenbuhlerin auszuschalten. Und dafür ist ihr jedes Mittel recht...


Die Autorin hat einen sehr blumigen, ausschmückenden Schreibstil, der mir bereits zu Beginn Probleme bereitet hat. Durch die vielen Ausschweifungen entstehen ungewollt einige Längen. 
Die Geschichte selbst erlebt man zum einen aus der Perspektive des Sklaven Nus-Nus und dann aus der Sicht von Alys. Nus-Nus war für mich schwer einzuschätzen und ich fand es irgendwie seltsam wie frei er sich als Sklave bewegen kann, ich hätte als Herrscher Angst, er könnte fliehen wenn er ständig alleine beim Markt Besorgungen erledigt. Alys wiederum war mir sehr sympathisch und die Entführung und deren Folgen sind alles andere als leicht für sie zu ertragen. Sie wird beinahe wie ein Stück Vieh an den Sultan Ismail verschachert und anschließend mit Gewalt seinem Willen unterworfen. 
Die Autorin beschreibt sehr ausführlich, wie das Leben im Harem sich gestaltet und dabei wird schnell deutlich, dass die Frauen der Gnade ihres Herrschers hilflos ausgeliefert sind. Doch nicht nur ihm sind sie ausgeliefert, sondern auch der Gnade und der Laune der Hauptfrau Zidana, eine Frau, die man auf keinen Fall unterschätzen sollte. 
Insgesamt waren diese Beschreibungen, also beispielsweise der Alltag im Harem oder das turbulente Treiben auf dem Markt, oftmals interessanter als die eigentliche Geschichte.
Die Freundschaft zwischen Alys und Nus-Nus lässt sehr lange auf sich warten und abgekauft habe ich ihnen diese dann ehrlich gesagt nicht. 
Die Autorin verliert sich in vielen Details und dadurch wird die Story zum einen recht unübersichtlich, aber auch langatmig. Ich musste mich sehr durch die Seiten durchquälen und habe dann ab ca. der Hälfte das Buch schweren Herzens abgebrochen. Mein Interesse war dahin und Hoffnung, dass es noch einmal spannender werden könnte hatte ich ebenfalls nicht mehr. Wirklich sehr schade. 


Die Grundidee für "Die Sklavin des Sultans" bietet viel Spielraum und Potenzial, welches von der Autorin nicht optimal ausgenutzt wurde. Unnötige Längen und wenig überzeugende Figuren haben mich schlussendlich dazu bewogen das Buch abzubrechen. Wem ein ausschweifender Schreibstil mehr zu sagt könnte meiner Meinung nach dennoch Gefallen an dem Buch finden, weshalb es noch durchschnittlich von mir bewertet wird. 



1 Kommentar:

  1. Es ist so schade, wenn Charaktere nicht überzeugen können.
    Da kann die Geschichte noch so gut sein.
    LG

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