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Samstag, 7. November 2020

[Rezension] Kingsbridge

©luebbe.de


England im Jahr 997. Im Morgengrauen wartet der junge Bootsbauer Edgar auf seine Geliebte. Deshalb ist er der Erste, der die Gefahr am Horizont entdeckt: Drachenboote. Jeder weiß: Die Wikinger bringen Tod und Verderben über Land und Leute. 
Edgar versucht alles, um die Bürger von Combe zu warnen. Doch er kommt zu spät. Die Stadt wird beinahe völlig zerstört. Viele Menschen sterben, auch Edgars Familie bleibt nicht verschont. Die Werft der Bootsbauer brennt nieder. Edgar bleibt nur ein Ausweg: ein verlassener Bauernhof in einem Weiler fern der Küste. 
Während Edgar ums Überleben kämpft, streiten andere um Reichtum und Macht in England. Unter ihnen: der gleichermaßen ehrgeizige wie skurpellose Bischof Wynstan, der idealistische Mönch Alfred und Ragna, die Tochter eines normannischen Grafen...

Edgar verliert bei dem Überfall der Wikinger nicht nur seine Liebe, sondern auch sein Zuhause und die Lebensgrundlage für sich und seine Familie. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu einem Weiler, bei dem sie fortan als Bauern leben und arbeiten sollen. Nicht gerade das Leben, dass der junge Edgar sich erhofft hat, zumal tief in seinem inneren besondere Talente in ihm schlummern.
Währenddessen steht für Ragna ihre Hochzeit kurz bevor und die damit verbundene Reise nach England zu ihrem Gemahl. Sie freut sich auf ihr zukünftiges Leben, ist aber auch unsicher wie sie in dem verregneten kalten Land empfangen werden wird. 
Noch ahnt keiner der beiden, dass ihre Wege einmal miteinander verwoben sein werden. 
Sowohl Edgar, als auch Ragna konnten mich sofort für sich gewinnen und ich habe mit beiden stark mitgefiebert. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden erzählt, wobei sie auch immer wieder aufeinander treffen und es so gemeinsame Momente gibt. 

Weitere wichtige Figuren sind der Bischof Wynstan und Mönch Alfred. Dem Bischof habe ich mehr als einmal die Pest an den Hals gewünscht, so sehr habe ich ihn verachtet. Er hat zweifelsohne ehrgeizige Ziele und scheut nicht davor zurück über Leichen zu gehen, um diese zu erreichen. Alfred ist das komplette Gegenteil. Ein frommer Mann, der zwar durchaus auch Ambitionen hat, jedoch auf die Hilfe Gottes vertraut und ein sehr religiöses Leben führt. Beide Charaktere füllen wichtige Nebenrollen aus und auch hier wird es einfach nie langweilig. 

Ken Follett zeigt uns mit diesem Buch die Entstehung von Kingsbridge, welches wir ja durch die anderen Bände bereits sehr gut kennen. Meine Erwartungen waren sehr hoch und wurden tatsächlich noch übertroffen. Für mich mit der beste Teil der Reihe! Ich hätte locker noch weitere 1000 Seiten lesen können und würde mich sehr freuen, wenn ich Ragna und Edgar wieder einmal in einem Buch begegnen darf. 

Ken Follett gehört zu den Altmeistern historischer Romane und mit seinem neuesten Epos hat er wieder einmal ein phänomenales Werk geschaffen. Ein literarisches Meisterwerk, dass man unbedingt lesen muss!



Donnerstag, 19. Oktober 2017

[Rezension] Das Fundament der Ewigkeit

© Quellenangabe: https://www.luebbe.de/

1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Wiederstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe...nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen - koste es was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen...


Nach vielen Jahren des Wartens gibt es nun endlich einen dritten Teil zur Kingsbrigde-Reihe und als bekennender Ken Follett Fan musste dieser natürlich sofort bei mir einziehen. Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt gut zu den anderen beiden Bänden. Inhaltlich bewegen wir uns dieses Mal allerdings in eine ganz andere Richtung. Es gibt zwar immer wieder Andeutungen und kurze Rückblicke zu "Die Säulen der Erde" und "Die Tore der Welt", aber die Geschichte selbst hat keinen direkten Bezug mehr zu den früheren Figuren.

Während in den beiden Vorbänden jeweils ein Architekt und seine Bauwerke im Vordergrund der Geschichte standen, so geht es dieses Mal um Spione und zwar die von Königin Elizabeth I. Diese Spione bilden die Grundlage für den heutigen Secret Service. Ich finde die englische Geschichte rund um König Henri VIII. sehr interessant und habe mich daher schon vor dieser Lektüre auch mit dem Leben von Königin Elizabeth I. und Maria Stuart befasst. Mich hat es sehr beeindruckt wie detailliert Ken Follett die einzelnen historischen Bezüge, Ereignisse und Personen in seine Geschichte hineinfließen lässt und mit den frei erfundenen Elementen verwebt. 
Den Hauptfokus der Geschichte bildet der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Dabei erfährt man die unterschiedlichen Ansichten, Ziele und Pläne beider Seiten und es kommt immer wieder zu geschickten Intrigen und Verschwörungen, bei denen auch vor Mord nicht zurück geschreckt wird. 

Eine der Hauptfiguren is Ned Willard, der in die Dienste von Königin Elizabeth I. tritt und Spion wird. Königin Elizabeth I. vertritt die Ansicht, dass niemand für seinen Glauben hingerichtet werden soll und diese Meinung teilt Ned ebenfalls. So wird er zu einem treuen Diener der Königin. Privat widerfährt ihm ein Unglück nach dem anderen und seine große Liebe scheint verloren. Im Laufe der Jahre erlebt man allerdings immer wieder einige interessante Wendungen in seinem Leben. 
Mit der Zeit lernt man sehr viele Figuren kennen, von denen ich einige wirklich in mein Herz geschlossen habe und andere abgrundtief hasse. Ich möchte hier allerdings nicht auf die Geschichte vorgreifen.

Der Schreibstil des Autors ist dabei gewohnt fesselnd und schon nach wenigen Seiten war ich komplett in die Geschichte eingetaucht und habe alles um mich herum ausgeblendet und vergessen. Ken Follett schafft es immer wieder verschiedene Handlungsstränge und Spannungsbögen aufzubauen, die sich am Ende in einem großen Finale bündeln. Normalerweise bevorzuge ich dann meistens die Kapitel zu einer bestimmten Person, während ich andere eher langweilig finde, aber das war hier überhaupt nicht der Fall. Und so waren die rund 1000 Seiten leider viel zu schnell zu Ende gelesen.


Dieser dritte Band der Kingsbridge-Reihe hat meine Erwartungen übertroffen, was ich wirklich nicht für möglich gehalten hätte. Besonders die historischen Elemente, welche von Ken Follett in die Geschichte hineingewebt wurden, haben mich begeistert und ich habe diese Passagen regelrecht verschlungen. Die Story war von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und ich hätte gerne noch mehr gelesen. Das Ende war viel zu schnell erreicht. Ich hoffe stark, dass auch dieses Buch verfilmt wird, wie seine beiden Vorgänger. 



Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Bastei Lübbe und enthält Werbung für "Das Fundament der Ewigkeit" von Ken Follett.

Samstag, 7. Oktober 2017

[Buch vs. Film] Die Tore der Welt


Hey meine Lieben, 

nachdem mir "Die Säulen der Erde" von Ken Follett so gut gefallen haben, musste ich unbedingt auch den zweiten Band lesen. Dabei habe ich erfahren, dass dieser ebenfalls verfilmt wurde und die Verfilmung wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. 


England im Jahre 1327. Vier junge Menschen versuchen ihr Glück zu machen: der rebellische Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack. Sein Bruder Ralph, der in den Ritterstand aufstrebt. Das Mädchen Caris, das sich nach Freiheit sehnt. Und Gwenda, die Tochter eines Tagelöhners, die nur der Liebe folgen will.
Und da ist noch Godwyn, ein aufstrebender Mönch, der nur ein Ziel vor Augen hat: Er will Prior der Abtei von Kingsbridge werden. Um jeden Preis.


Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder ganz von der Atmosphäre und dem Leben in und um Kingsbridge eingenommen. Das Buch selbst spielt rund 200 Jahre nach dem ersten Band und dadurch hat sich einiges in der Stadt verändert und man lernt einige neue Figuren kennen. 
Bei der Buchverfilmung handelt es sich um einen Vierteiler, der 2012 das erste Mal veröffentlicht wurde. Gedreht wurde erneut in Österreich und Ungarn, aber auch in der Slowakei und das verwendete Budget beläuft sich dabei auf rund 46 Millionen Dollar, also rund 6 Millonen Dollar mehr als beim Vorgänger. Die Crew selbst bestand aus rund 270 Mann und hinzu kamen dann auch noch ca. 7.500 Komparsen. Insgesamt wurde diese Verfilmung aber nur halb so oft angesehen, wie die zum ersten Band der Kingsbridge-Reihe. Während das Drehbuch wieder von John Pielmeier geschrieben wurde und Rola Bauer erneut als Produzentin fungiert, so hat die internationale Besetzung gewechselt. 


Von links nach rechts beschrieben sehen wir zunächst Charlotte Riley als Caris, Tom Westen-Jones in der Rolle des Merthin, Nora von Waldstetten als Gwenda, Ralph gespielt von Oliver Jackson-Cohen und Godwyn verkörpert durch Rupert Evans. Im Vergleich zur ersten Verfilmung gibt es deutlich weniger bekannte Schauspieler. Lediglich einige Nebendarsteller wie Cynthia Nixon (Sex and the City) in der Rolle Petronilla's, David Bradley (Harry Potter) als Bruder Joseph oder Indira Varma (Game of Thrones) als Mattie Wise sorgen für ein wenig Star-Glanz.


Bereits zu Beginn sind mir die ersten Unstimmigkeiten im Vergleich mit dem Buch aufgefallen. Während die erste Verfilmung sich recht nah an der eigentlichen Geschichte orientiert, sind mir dieses Mal sehr viele Unterschiede aufgefallen und zum Teil war ich doch sehr stark enttäuscht. 
Während sich im Buch die Hauptfiguren seit ihren Kindheitstagen kennen, so sind sie in der Miniserie schon junge Erwachsene als sie sich zum ersten Mal begegnen. Das hat mich im ersten Teil noch wenig gestört, aber im weiteren Verlauf dann deutlich mehr, da viele Hintergrundinformationen und Entwicklungen der Figuren einfach fehlen bzw. untergehen. 
Ich war ziemlich erstaunt, als ich festgestellt habe, dass einige Charaktere, wie z.b. Caris' Schwester Alice, Elfrics Tochter Griselda oder Gwendas Mutter komplett fehlen. Hier wurde die Geschichte für die Verfilmung zum Teil massiv umgeschrieben und das hat mich extrem enttäuscht, da so viele tolle, wichtige oder spannende Momente verloren gegangen sind.
Mit am meisten verärgert hat mich allerdings die Rolle von Gwenda. Im Buch war sie eine meiner liebsten Figuren und sie hat über die Jahre in der sie zur Frau geworden ist, eine starke Entwicklung durchgemacht. Die fehlt in der Miniserie leider komplett und auch sonst habe ich ihren Charakter kaum wiedererkennen können. 
Die Motive und Handlungen von Schwester Elisabeth und Philemon wurden ebenfalls verändert oder gar nicht näher erklärt. 

Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Das Hauptset (der Markt von Kingsbrigde) wurde auf dem großen Gelände der Budapester Korda-Studios errichtet. Hier wurde zu "Die Säulen der Erde" ebenfalls gearbeitet. 
Den historischen Rahmen der Geschichte spielen zum einen die Pest und auch der Hundertjährige Krieg. Im Bezug zu diesen Themen haben die Produzenten der Serie sich sehr detailgetreu an die Elemente und Szenen von Ken Follett gehalten und spannende Momente aber auch eindrucksvolle Bilder geschaffen. 


Diese Verfilmung konnte mich leider überhaupt nicht so recht überzeugen und hat mich vielmehr etwas enttäuscht zurück gelassen. Natürlich kann man bei einem rund 1000 Seiten Wälzer nicht jede Handlung genauso im Film umsetzen, sondern muss kürzen. Während das mit der ersten Verfilmung wirklich großartig gelungen ist, so wurde mir hier zu viel gekürzt bzw. umgeschrieben. An manchen Stelle hat man die eigentliche Geschichte kaum noch wiedererkannt. Ich hatte mir hier deutlich mehr erhofft. Betrachtet man die Miniserie allerdings eigenständig ohne einen Vergleich zum Buch zu ziehen, so finde ich sie ganz gelungen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

[Rezension] Die Tore der Welt

© Quellenangabe: https://www.luebbe.de/

England im Jahre 1327. Vier junge Menschen versuchen ihr Glück zu machen: der rebellische Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack. Sein Bruder Ralph, der in den Ritterstand aufstrebt. Das Mädchen Caris, das sich nach Freiheit sehnt. Und Gwenda, die Tochter eines Tagelöhners, die nur der Liebe folgen will.
Und da ist noch Godwyn, ein aufstrebender Mönch, der nur ein Ziel vor Augen hat: Er will Prior der Abtei von Kingsbridge werden. Um jeden Preis.


Ken Follett konnte mich bereits mit seinem Reihenauftakt "Die Säulen der Erde" restlos begeistern und ganz 18 Jahre später ist dann die Fortsetzung "Die Tore der Welt" erschienen. Ich war sehr gespannt darauf, wieder nach Kingsbridge zurückzukehren und zu entdecken, welche Geschichte nun auf mich wartet. 

In diesem Band steht allerdings nicht der Bau einer Kathedrale im Vordergrund, vielmehr steht diese nun schon seit 200 Jahren. Nichtsdestotrotz begleiten wir auch in diesem Buch einen Baumeister auf dem Weg seine großen Träume zu verwirklichen. Methin hat mir als Protagonist sehr gut gefallen, und er hat mich mehr als einmal an den jungen Jack von früher erinnert. Auch die Ideen und Entwürfe seiner Arbeit haben mir gut gefallen und dank detailreicher Beschreibungen konnte ich mir alles bis ins kleinste Detail vorstellen. 
Neben Methin spielt sein Bruder Ralph eine bedeutende Rolle, wenn auch keine sehr sympathische. Mehr als einmal habe ich ihm die Pest an den Hals gewünscht, aber dennoch muss ich sagen, dass auch diese Figur sehr gelungen ist. 
Mit Gwenda und Caris gibt es dann auch noch zwei weibliche Hauptfiguren in der Geschichte und sie sind ebenfalls vielschichtig gezeichnet und haben mich in ihrer Rolle komplett überzeugen können. Caris ist mitunter manchmal etwas starrköpfig und Gehorsam fällt ihr oftmals alles andere als leicht. Auf der anderen Seite ist sie ein sehr leidenschaftlicher und ehrgeiziger Mensch und immer mit Herzblut bei der Sache. 
Gwenda ist etwas ruhiger vom Wesen und hat es wirklich nicht leicht im Leben. Hier hat es Ken Follett sehr eindrucksvoll geschafft, die verschiedenen Lebensumstände aufzuzeigen und wie sehr sich die gesellschaftliche Stellung auf das alltägliche Leben der Mensch zu dieser Zeit ausgewirkt hat. 
Neben Ralph gibt es dann noch einen zweiten Widersacher und zwar Godwyn. Er möchte um jeden Preis Prior von Kingsbridge werden und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Auf ihn war ich mehrere Male mehr als nur wütend und es hat mich auch immer wieder schockiert wie skrupellos er sich verhält. 

Dieser Roman spielt, wie zuvor kurz angesprochen, rund 200 Jahre später als der erste Band. Der Bau der Kathedrale ist abgeschlossen und Kingsbridge wächst und wächst. Nun befinden wir uns geschichtlich im aufstrebenden England, zu Zeiten des Hundertjährigen Krieges und der Pest. Besonders die Anfänge der Pest und wie die Menschen damit umgegangen sind fand ich sehr interessant. Gerade im Bereich der Medizin habe ich hier einige spannende Einblicke erhalten.

Obwohl das Buch mit rund 1300 Seiten ein gewaltiger Wälzer ist, kam mir das Lesen so viel schneller vor als bei manch einem Buch mit 1000 Seiten weniger. Ich kenne kaum einen anderen Autor, der es so gut versteht so realistische Bilder in die Köpfer seiner Leser zu zaubern, wie Ken Follett. Ich war so tief in die Geschichte versunken, dass ich das Gefühle hat einen Film zu sehen, der vor meinen Augen ablief. Die eigentlichen Buchstaben, Wörter und Sätze habe ich gar nicht mehr bewusst wahrgenommen. Für mich kann der zweite Band auf jeden Fall mit seinem Vorgänger mithalten und ich bin schon sehr gespannt wie es nun im neuen Teil "Das Fundament der Ewigkeit" weitergehen wird. 


Mit diesem Band hat Ken Follett eine bildgewaltige und spannende Fortsetzung geschaffen, die für mich ein wahres Meisterwerk ist! Ich bin begeistert und werde das Buch bestimmt noch öfter lesen, denn mit jedem Mal kann man wieder etwas neues entdecken. Für Historienfans ist dieses Buch, nein die ganze Reihe ein Muss und ich empfehle es von Herzen gerne weiter. 



Sonntag, 19. März 2017

[Buch vs. Film] Die Säulen der Erde


Hey meine Lieben, 

"Die Säulen der Erde" von Ken Follett gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und ich habe noch nie einen derart großen Wälzer gelesen, der spannender geschrieben war. Was Ken Follett auf rund 1000 Seiten geschaffen hat, kann man wahrlich als Meisterwerk bezeichnen und heute möchte ich für euch das Buch mit der Verfilmung vergleichen. 




England 1123-1173: Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, der junge Prior von Kingsbridge, träumt davon, eine Kathedrale zu errichten. Er und Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die kluge Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe der Traum Gestlat annimmt und die Säulen der Erde buchstäblich in den Himmel zu wachsen beginnen...


Das Buch habe ich bereits vor vielen Jahren gelesen und das nicht nur einmal. Ich war anfangs etwas abgeschreckt durch die vielen Seiten und hatte die Befürchtung die Geschichte könnte zu langatmig geschrieben sein. Doch das Gegenteil ist der Fall und ich war gefangen von der Atmosphäre des Mittelalters im damaligen England und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. 
Ken Follett hat lange davor zurück geschreckt sein Werk verfilmen zu lassen, da er Angst hatte es könnte bei einer normalen Spielfilmlänge zu viel gekürzt werden. 2010 war es dann endlich soweit und die Verfilmung wurde veröffentlicht, in vier Teilen und mit einer Gesamtlaufzeit von rund 400 Minuten. Dabei muss gesagt werden, dass es sich bei der Verfilmung um keine 1:1 Umsetzung handelt, denn das ist aufgrund der Komplexität der Geschichte einfach nicht umsetzbar. Sämtliche Veränderungen wurden allerdings von Ken Follett abgesegnet und er war sogar zeitweilig bei der Produktion dabei. 
Gedreht wurde hauptsächlich in Ungarn und Österreich, wobei die Produktion trotz eines 40 Millionen Dollar Budgets nicht mit den ganz großen Kinoproduktionen mithalten kann.
Tom Builder wird von Rufus Sewell verkörpert und die Rolle von Philip wird von Matthew Macfadyen gespielt. In den weiteren Rollen finden sich namhafte Schauspieler wie Ian McShane, Natalie Wörner, Otto Götz und Donald Sutterland, den man beispielsweise aus der Verfilmung von Panem kennt. Zudem hatte auch Ken Follett selbst eine kleine Rolle inne. 

Die erste halbe Stunde wirkte der Film auf mich etwas gehetzt, da Schlag auf Schlag eine Figur nach der anderen eingeführt wird. In nur wenigen Augenblicken erfahrt man hierbei ob es sich um einen Charakter auf der Seite der Bösen oder auf der Seite der Guten handelt. Ich für meinen Teil kannte ja bereits das Buch und konnte der Handlung daher gut folgen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das etwas schwierig ist wenn man den Film sieht ohne die Geschichte zu kennen. 

Die Komplexität der Vorlage kann nicht erreicht werden, aber mit Fortlauf rückt das immer mehr in den Hintergrund. Die Macher schaffen es die düstere Atmosphäre des Mittelalters einzufangen und die Spannung dabei konstant hochzuhalten. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Setting rund um den Kathedralenbau, der sehr aufwändig und detailliert konstruiert wurde. Auch die Kostüme und Landschaft kann überzeugen und lädt den Zuschauer auf eine Reise in die Vergangenheit ein. 
Ein wenig enttäuscht war ich zum Teil von den Kampfszenen bei denen es Donald Shutterland oftmals mühelos gelingt seine deutlich jüngeren Kontrahenten in Schach zu halten. Hier hätte dem ein oder anderen Schauspiel etwas mehr Kampftraining gut getan. 
Insgesamt habe ich mich über die komplette Laufzeit hinweg sehr gut unterhalten gefühlt und finde die Umsetzung des Romans ist mehr als nur gut gelungen.


Mit der Verfilmung ist ein Kunstwerk entstanden, dass man eher eigenständig sehen sollte, als eine Anlehnung an den Roman. Durch einen großartigen Cast, überzeugende Kulissen und jede Menge Spannung ist es den Machern gelungen ein großartiges Werk zu schaffen, dass ich jedem Mittelalterfan ans Herz legen kann. Man kann den Film gut ansehen ohne das Buch zu kennen, allerdings würde ich beides empfehlen, da sich die Werke gegenseitig gut ergänzen.

Sonntag, 10. Mai 2015

[Rezension] Die Säulen der Erde

© Quellenangabe: https://www.luebbe.de/




England 1123-1173
Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, der junge Prior von Kingsbridge, träumt davon, eine Kathedrale zu errichten. Er und der Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die kluge Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe der Traum Gestalt annimmt und die Säulen der Erde buchstäblich in den Himmel zu wachsen beginnen...



Bei "Die Säulen der Erde2 handelt es sich um einen historischen Roman, der im 12. Jahrhundert spielt und mit seinen 1296 Seiten wahrlich ein Wälzer. Ich war zunächst etwas unsicher ob mir dieses Buch gefallen kann und hatte Angst es könnte an vielen Stellen langatmig werden. 
Ken Follett beschreibt unglaublich anschaulich das Leben im Mittelalter. Die gesamte Geschichte spielt über einen Zeitraum mehrere Jahrzehnte und die unterschiedlichen Figuren werden durch einen Großteil ihres Lebens begleitet. Vorrangig geht es in dem Roman um den Bau der Kathedrale, dennoch erfährt man aber auch viel über das Leben der Protagonisten, deren Schicksal mit dem der Kathedrale verknüpft ist. 
Die Geschichte wird aus der Perspektive von fünf verschiedenen Hauptfiguren erzählt. Das wären zum einen Tom Builder ein Baumeister, sein Stiefsohn Jack, Grafentochter Aliena, Prior Philip und William Hamleigh, Sohn einer Adelsfamilie. Durch diese vielen Perspektiven ist man immer auf dem Laufenden und kann das Handeln und die Denkweise aller Protagonisten sehr gut mitverfolgen. 
Die Lebensumstände aller Charaktere werden sehr detailliert dargestellt und auch Gefühle kommen nicht zu kurz. Die Verschmelzung vieler Haupt- und Nebenfiguren, sorgt für eine sehr rasante Handlung und es wird nie langweilig, da man als Leser immer wieder von unerwarteten Ereignissen und Wendungen überrascht wird. Intrigen, Machtspiele, Verrat, Hingabe, Liebe und vieles vieles mehr bietet uns dieses wunderbare Werk von Ken Follett. 
Aber nicht nur die Charaktere, auch die Landschaften, der Bau der Kathedrale selbst, aber auch der Krieg werden sehr anschaulich und umfassend beschrieben. Man bekommt tolle Einblicke in das Mittelalter und besonders interessant waren für mich die Arbeiten am Bau der Kathedrale. So erfährt man beispielsweise wie man Entfernungen bemessen hat oder aber auch wie ein Bauplan erstellt wurde. 
Für mich bietet das Buch alles, was mein Leserherz höher schlagen lässt. Spannung, Liebe, Emotionen, tolle Charaktere und all das bei einer wunderbaren Kulisse. 


"Die Säulen der Erde" ist ein absolutes Meisterwerk von Ken Follett und der beste historische Roman, den ich je gelesen habe. Ein absolutes must read!