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Montag, 18. Februar 2019

[Rezension] Die ewigen Toten

© https://www.rowohlt.de/verlage/wunderlich

Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert. 
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl der nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten in denen noch jemand liegt...

Bei "Die ewigen Toten" handelt es sich um den sechsten Fall für David Hunter. Nachdem ich vom dritten Band wirklich sehr enttäuscht war, hatte ich die Reihe erst einmal pausiert. Der Klappentext dieser Neuerscheinung klang dann aber so gut, dass ich dem Autor noch einmal eine Chance geben wollte. Obwohl mir zwei Bände dazwischen fehlen konnte ich die Story gut lesen und hatte keinerlei Verständnisprobleme. 

Dieses Mal liefert Simon Beckett ein sehr schauriges Setting und eine beklemmende Atmosphäre umgibt das Krankenhaus und seine Geschichte. 
Während David Hunter mit seiner aktuellen privaten Situation zu kämpfen hat, verstrickt er sich immer tiefer in den Ermittlungen zu diesem höchst ungewöhnlichen Fall. 

Die anthropologischen Aspekte waren wie gewohnt höchst interessant und für mich sehr informativ. Für mich gehört das fest zu der David-Hunter-Reihe und ist mit ein Grund warum ich diese so gerne mag. 

Leider habe ich auch ein wenig Kritik anzubringen. Der Autor lässt sich am Anfang für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit um in die Gänge zu kommen und das Buch wurde erst nach rund einem Drittel fesselnd. Davor war es zwar nicht langweilig, aber es hat mich auch nicht in seinen Bann gezogen. 
Mein zweiter Kritikpunkt ist der Schluss. Hier überschlagen sich die Ereignisse und da es nur wenige mögliche Verdächtige gab, war mir dann doch recht schnell klar, wer der Täter ist. Auch wirkt die Handlung hier wenig realistisch und für meinen Geschmack etwas überzogen. 

Dieser sechste Band hat mich trotz kleinerer Kritik sehr gut unterhalten. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass der Autor sich etwas mehr Zeit nimmt, die Geschichte zu einem ordentlichen und runden Ende zu führen. 




Samstag, 4. August 2018

[Rezension] Leichenblässe

© rowohlt.de | 2018

Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund den Forensiker um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen...


Die ersten beiden Bände der Reihe haben mir total gut gefallen und daher wollte ich den nächsten Teil so schnell wie möglich auch lesen. Das ist nun schon ein bisschen her und ich habe mir wirklich schwer getan die richtigen Worte zu finden und mir eine klare Meinung zu bilden. 

Typisch für diese Reihe sind ua. die sehr sehr sehr detailreichen Beschreibungen der Leichen und ihrer Verwesungszustände. Bei diesem Band hatte ich das Gefühl, dass der Autor versucht hat noch einmal eins drauf zu setzen und es wirkte auf mich noch ekliger als in den vorherigen Bänden. Gleichzeitig hat es mir das Gefühl gegeben, all das schon einmal gelesen zu haben. Mir hat es Neues, aufregendes und unbekanntes gefehlt. Die Geschichte wirkte zum Teil als hätte er altbekanntes hergenommen, in einen Topf geworfen, etwas umgerührt und wiederverwendet. 

Die Story selbst ist teilweise sehr wirr und konfus. Simon Beckett wechselt urplötzlich die Schauplätze und Szenen und dadurch ist die Handlung sehr sprunghaft und unruhig. Hier wären etwas harmonischere Übergänge wünschenswert gewesen. 

In der ersten Hälfte hab ich die sonst so fesselnde Spannung komplett vermisst, danach wurde es dann etwas besser. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse dann schon fast und die Protagonisten stolpern von einer Leiche zur nächsten. Die Auflösung war überraschend und ich hatte mit dem Täter nicht gerechnet, allerdings hatte ich dieses mal auch niemand anderen groß im Visier. Der Autor legt zwar ein paar Köder aus, diese sind allerdings sehr leicht als falsche Fährte zu erkennen und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Leser darauf herein fällt. 

Ich bin wirklich total enttäuscht von diesem Band und weiß nicht ob ich die restliche Reihe noch lesen möchte. Eine zähe Handlung, durchzogen von mehreren Schwächen und konstruierten Ereignissen kann mich leider nicht einmal ansatzweise überzeugen. Da ist man von Simon Beckett deutlich besseres gewohnt. 


Samstag, 30. September 2017

[Rezension] Kalte Asche

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/

Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner DAvid Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord...


"Kalte Asche" stellt den zweiten Band der David Hunter - Reihe dar, wobei man sämtliche Bände auch gut als Einzelbände lesen kann. Nachdem mir der Auftakt der Reihe sehr gut gefallen hat, war ich sehr begierig darauf den Folgeband zu lesen.
Vorab möchte ich noch erwähnen, dass Simon Beckett bei den Beschreibungen seiner Leichen sehr drastisch ins Detail geht und schonungslos verschiedene Verwesungsmerkmale oder Verletzungen erklärt. Jemand der eher zart besaitet ist und sich schnell ekelt oä. sollte daher lieber die Finger von dem Buch lassen.

David Hunter hat mir auch in diesem Band sehr gut gefallen. Er macht einen besonnen Eindruck auf mich, bei weitem nicht so unfehlbar, wie es die Hauptfiguren in anderen Thrillern oftmals sind. 
Auch die anderen Figuren in dieser Geschichte sind gut beschrieben und ich konnte sie mir sehr leicht vorstellen. Leider hat der Autor sie mit einigen klischeehaften Eigenschaften ausgestattet, die in der Summe ein bisschen zu viel des Gutes sind. So gibt es mürrische Seemänner, eine extrem neugierige und überall herum spionierende Journalistin und einen ungehobelten Polizisten, der sich von niemandem etwas sagen lassen möchte und stets alles besser weiß.

Das Ende hat mich sehr überrascht. Ich hatte zwar eine Vermutung um wen es sich schlussendlich handeln könnte, was den Täter betrifft und war mir dessen auch ziemlich sicher. Als ich dachte, dass der Täter gefunden und die Morde aufgeklärt sind, warten allerdings noch ein paar Überraschungen auf den Leser, die es wirklich in sich haben. Zudem gibt es auf den letzten Seiten (wie man es vom Autor ja kennt) noch einen richtig fiesen Cliffhanger, der neugierig auf Band drei macht. 



"Kalte Asche" ist ein solider, spannender Thriller, der ohne brutale Szenen auskommt. Für ich war die Chemie des Todes ein kleines bisschen besser geschrieben, denn hier gibt es zu viele Zufälle und Klischees. Dennoch werde ich die Reihe weiter lesen und bin gespannt auf den dritten Band. 



Montag, 4. September 2017

[Rezension] Die Chemie des Todes

© Quellenangabe: https://www.rowohlt.de/

STERBEN KANN EWIG DAUERN...

aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen - und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen.Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurück zu verfolgen. Und so entdecken die Yates - Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war...



Bereits am Klappentext merkt man sehr schnell, dass es sich hier um keine Lektüre für zarte Gemüter handelt. Insgesamt schreibt der Autor sehr detailreich, was gerade bei verwesenden Leichen und offenen Wunden nicht sehr angenehm ist. Ich lese solche Thriller häufiger, daher war das für mich kein Problem, wer sich aber schnell ekelt, sollte dieses Buch besser nicht lesen. 

Für mich war es mein erstes Buch von Simon Beckett und bereits die ersten Seiten haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen und der Autor hat es mehr als einmal geschafft, mich auf eine falsche Fährte zu führen. 

David Hunter ist forensischer Anthropologe und man erhält viele interessante Einblicke in seine Arbeit. Für mich hätten es auch noch ein bisschen mehr sein können, denn diese Passagen waren überaus spannend. Zunächst war ich etwas verwundert, weshalb ein so renommierter Anthropologe aufs Land zieht, aber mit der Zeit kann man immer mehr hinter Davids Fassade blicken und lernt seine Vergangenheit und Beweggründe kennen. 
Neben David begleitet man auch noch die Bewohner Mahams, sowie die Polizei durch die harten Zeiten dieses kleinen Örtchens. 

Ich war erschüttert, wie schnell der enge Zusammenhalt der Gemeinde zerbricht und die ersten Anfeindungen und Unterstellungen sich ihren Weg in die Köpfe der Leute bahnen. Wo Freundschaft oder gute Nachbarschaft war, ist plötzlich nur noch Hass. 
Simon Beckett schafft es den Spannungsbogen bis auf die letzten Seiten aufrecht zu erhalten. Der Schluss selbst war gut und hat auch gut zur Geschichte gepasst, war mir persönlich jedoch ein klein wenig überzogen. 


"Die Chemie des Todes" war mein erster Beckett und mit Sicherheit nicht mein letzter. Der Autor hat einen soliden Thriller geschaffen, der mir einige spannende Lesestunden beschert hat. Dennoch hat mir das gewisse Etwas gefehlt, weshalb ich einen Punkt in meiner Bewertung abziehe.