Mittwoch, 19. Juli 2017

[Rezension] Liebe findet uns


Es ist der eine letzte Sommer nach der Uni, bevor das echte Leben beginnt. Heather reist mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Sie liest Hemingway, lässt sich durch die Gassen der Altstädte treiben. Dass sie Jack begegnet, hätte sie nicht erwartet. Und schon gar nicht, dass sie sich unsterblich in ihn verliebt. Er folgt Stationen aus dem alten Reisetagebuch seines Großvaters. Es ist sein Ein und Alles, und Jack beginnt die Schätze daraus mit Heather zu teilen. Die beiden besuchen die unglaublichsten Orte und verbringen die schönste Zeit ihres Lebens. Bis Jack völlig unerwartet verschwindet. Heather ist verzweifelt, wütend. Was ist sein Geheimnis? Sie weiß: Sie muss ihn wiederfinden.


Bei "Die Liebe findet uns" handelt es sich um ein Buch, welches mich recht zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite gab es viele wundervolle Momente, bei denen man sogar Tränen in den Augen hatte, aber auf der anderen Seite gab es auch einige Passagen, die mir so gar nicht gefallen haben. 

Heather ist frisch mit der Uni fertig und gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen Amy und Constance reist sie nun durch Europa. Heather ist sehr gut organisiert, plant jeden Schritt im voraus und hat ihr ganzes Leben sehr im Griff wie es scheint. Für Zufälle ist da kein Platz.
Dann trifft sie jedoch auf Jack und obwohl die beiden sich zunächst einen Schlagabtausch nach dem anderen liefern, merkt man sofort wie es zwischen den beiden knistert und funkt. Jack ist dabei das komplette Gegenteil von Heather würde ich sagen. Er versucht das Leben auf sich zukommen zu lassen, ist abenteuerlustig und Planung gibt es bei ihm eigentlich gar nicht. Daher ergänzen sich die beiden so toll finde ich. Jack bringt ein bisschen Lockerheit in Heather's Leben und durch ihn erlebt sie viele Momente, die es sonst wohl nie gegeben hätte. 
Dennoch habe ich mir mit Jack als Protagonist irgendwie schwer getan. Anfangs wirkt er sehr charmant und da man zunächst kaum etwas über ihn weiß, macht er auch einen geheimnisvollen Eindruck. Leider erfährt man bis zuletzt nicht sehr viel über ihn und seine Gedanken bleiben einem verborgen. Das fand ich unglaublich schade. 

Der Schreibstil war stellenweise etwas anstrengend. Die Autorin wechselt immer wieder mal die Perspektiven der Personen. Das hat mich oftmals irritiert und den Lesefluss sehr gestört, die Geschichte ließ sich dadurch nicht sehr flüssig lesen. 

Die Geschichte selbst beginnt zunächst mit der Reise der drei Freundinnen, bei denen man einige Schauplätze kennen lernt. Später kommt Jack hinzu und ab da unternehmen er und Heather viele Ausflüge zu zweit. Die Kapitel zu beginn sind recht kurz, wodurch die Atmosphäre auf mich sehr hektisch gewirkt hat. Später hat mir die länge der einzelnen Abschnitte besser gefallen. 
Mir persönlich war das Tempo der Geschichte ein bisschen zu langsam und ein zwei Reiseorte weniger hätten mir auch gereicht. Das Verschwinden von Jack passiert erst ungefähr bei 2/3 des Buches und das war mir viel zu spät. Anstatt ihn direkt zu suchen geht Heather zunächst einfach ihrem Alltag. Erst sehr spät ändert sie ihre Meinung und macht sich schließlich doch auf die Suche nach ihm. Ab da kam mir die Handlung wieder sehr abgehetzt vor und es wäre schön gewesen, hätte die Autorin sich hier mehr Zeit gelassen. 

Was Jacks Geheimnis ist, habe ich mich mehrfach gefragt und auch so einige Theorien aufgestellt. Zugetroffen hat davon keine und die Auflösung hat mich wirklich umgehauen und sprachlos zurück gelassen. Das Ende selbst war mir dann ebenfalls zu kurz, zu abrupt. Es wäre schön gewesen die Figuren noch ein Weilchen weiter begleiten zu können um zu sehen wie es ihnen weiter ergeht.  


"Liebe findet uns" ist ein tiefgründiger Roman, der mir zwar einige schöne Lesestunden bereitet hat, mich aber dennoch nicht vollständig überzeugen konnte. Stellenweise ist die Handlung sehr abgehakt und der Schreibstil war leider auch nicht ganz angenehm. Dennoch hat mich die Geschichte rund um Heather und Jack bezaubern können und auch zum nachdenken angeregt. Ich empfehle das Buch daher weiter, allerdings unter dem Vorbehalt, dass man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen sollte.



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