Samstag, 2. September 2017

[Rezension] Der englische Botaniker


London, 1843: Sie nannten es das Grüne Gold - Tee. Und Robert Fortune, der englische Botaniker, soll ihn für die Horticultural Society aus China in die westliche Welt bringen. Während Zuhause Frau und Sohn auf ihn warten, begibt sich der verschlossene Wissenschaftler auf eine gefährliche Reise ins Reich der Mitte. Doch durch die Bekanntschaft mit dem Schwertmädchen Lian nimmt die Expedition eine verstörend sinnliche Wendung. Die in Kampfkunst geschulte ebenso mutige wie fragile Rebellin lehrt ihn nicht nur Pflanzen und Tee zu kategorisieren. Sie öffnet auch den Weg zu seinem Herzen.


Das Buch hat mich in der Buchhandlung immer und immer wieder angelacht und nach langem Zögern habe ich es mir nun doch zugelegt. Ich hätte jedoch besser auf meinen ersten Instinkt hören sollen fürchte ich. 

Ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll, aber bereits die ersten Seiten haben so gar nicht meinen Geschmack getroffen. Man erhält eine Einführung in die Botanik, bei der viele lateinische Begriffe verwendet wurden, mit denen ich leider gar nichts anfangen konnte, da Botanik nicht ganz mein Steckenpferd ist. Das hat mich mit der Zeit immer mehr gestört. Eine kurze Erklärung wäre meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt gewesen und hätte mir ständiges googeln erspart. Dadurch wurde mein Lesefluss sehr gestört. 

Nach dem Einstieg kommt eine sehr lange Durststrecke, die leider nie so ganz vergeht. Es passiert kaum etwas, stattdessen gibt es unzählige Andeutungen, die nicht näher erklärt werden. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen von Fortune, seiner Frau, aber auch aus der Sicht von Lian. Nebenbei erlebt man auch den Briefwechsel des Ehepaares und einige Tagebucheinträge von Fortune. Aber auch die haben zu keiner Spannung geführt. 

Positiv gefallen hat mir, dass man tiefe Einblicke in die Gesellschaft und das Leben der damaligen Zeit bekommt. In diesen Passagen konnte ich ein wenig in die Geschichte eintauchen. Da es ja eigentlich darum gehen sollte, dass Fortune Teepflanzen findet und besorgt, hatte ich gehofft hier etwas mehr zu erfahren, aber das Thema ist komplett im Hintergrund versunken. Die Beziehung zwischen Fortune und Lian nimmt den gesamten Raum der Geschichte ein. 



Überzeugen konnte mich "Der englische Botaniker" leider nicht. Zu viele langatmige Erzählungen haben jeden Funken Spannung zunichte gemacht und die Seiten waren sehr mühselig zu lesen. Ich hatte mir wirklich mehr erhofft und bin sehr enttäuscht. 



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