Montag, 18. September 2017

[Rezension] Schloss aus Glas

© Quellenangabe: 
https://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd

Jeannette Walls ist ein glückliches Kind: Ihr Vater geht mir ihr auf Dämonenjagd, holt ihr die Sterne vom Himmel und verspricht ihr ein Schloss aus Glas. Was macht es da schon, mit leerem Bauch ins Bett zu gehen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln. Doch irgendwann ist das Bett ein Pappkarton auf der Straße, und eine Adresse gibt es schon lange nicht mehr...



Ich muss sagen die Lebensgeschichte von Jeannette Walls hat mich schockiert und gleichzeitig berührt und zum Nachdenken angeregt. Auf der einen Seite ist es faszinierend wie sie und ihre Geschwister erzogen wurden, auf der anderen Seite hat es mich zutiefst erschreckt und erschüttert. 

Jeannette hat eine ältere und eine jüngere Schwester und dann noch einen Bruder. Die Geschichte wird aber aus ihrer Sicht erzählt. 
Ihr Vater Rex ist ein Ingenieur, der allerdings lieber ohne große Ambitionen in den Tag hinein lebt anstatt sich vernünftig um Arbeit oder seine Familie zu kümmern. Während er anfangs seine Alkoholsucht noch halbwegs unter Kontrolle hat, verfällt er dieser mehr und mehr und rutscht immer weiter ab. Er wird gewalttätig, auch gegenüber seinen Kindern, lügt und bestiehlt sie um sich immer mehr Alkohol zu besorgen. 
Mutter Rosemary ist gelernte Lehrerin, aber ihren Beruf übt sie nur unregelmäßig aus und behält eine Stelle nie sonderlich lange. Lieber widmet sie sich ihrer Kreativität indem sie Bilder malt oder Romane und Kurzgeschichten schreibt. Sie lässt ihr Kinder komplett ohne Zwang und zum größten Teil auch ohne Regeln aufwachsen. 
So passiert es auch, dass die dreijährige Jeannette am Herd steht und versucht Hot Dogs für sich und ihren Bruder zu kochen. Dann passiert ein Missgeschick und sie steht in Flammen...

Aber nicht nur die Zustände innerhalb der Familie werden intensiv erzählt, sondern vor allem auch die Unterkünfte in denen die Familie wohnt. Das kann mal ein Bahnhof, mal ein Haus oder eine billige Absteige sein, die beim bloßen ansehen schon fast auseinander fällt. 
Trotz des sozialen Abstiegs und der Vernachlässigung durch ihre Eltern scheint Jeannette eine relativ glückliche Kindheit gehabt zu haben. Man bekommt oft den Eindruck, dass ihrem Vater und ihrer Mutter alles egal ist, aber dennoch gibt es auch immer wieder Momente in denen man spürt, dass sie ihre Kinder lieben. 

Ich bin sehr erstaunt über die Entwicklung von Jeannette und ihren Geschwister, wenn man die Umstände bedenkt unter denen sie aufgewachsen ist. 


Die autobiographisch erzählte Kindheit von Jeannette Walls hat mich überwältigt. Sehr differenziert aber dennoch auch nachvollziehbar beschreibt die Autorin die Ereignisse und lässt mich erschüttert, bestürzt und nachdenklich zurück. Auf den Film bin ich nun ebenfalls gespannt! 



Vielen Dank an Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Diana Verlag und enthält Werbung für "Schloss aus Glas" von Jeannette Walls.

Kommentare:

  1. Ich habe von Jeannette Walls zuerst "Ein ungezähmtes Leben", dann "Die andere Seite des Himmels" und erst zuletzt "Schloss aus Glas" gelesen. Ich habe die trockene, nüchterne Erzählweise überaus genossen. Manches ist ja wirklich dramatisch und/oder bitter, aber durch ihren ganz eigenen Schreibstil wird alles ein bisschen relativiert, finde ich.

    Solltest Du die anderen beiden Bücher noch nicht gelesen haben, kann ich sie wirklich nur empfehlen.

    Liebe Grüße

    von Birgit

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    1. Hallo Birgit,

      danke für deine Empfehlungen, die werde ich mir gleich mal ansehen.
      Und ich gebe dir recht, diese nüchterne Erzählweise war wirklich toll zu lesen.

      LG
      Bettina

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  2. Dieses Buch habe ich auch schon länger im Auge seitdem eine YouTuberin das in ihrer Instastory gezeigt hat und ich muss es unbedingt auch lesen! Deine Rezi klingt auf jeden Fall sehr gut!

    Liebste Grüße,
    Vivka

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