Dienstag, 14. Juni 2016

[Rezension] Die Kurtisane und der Samurai






Japan 1868: Die schöne Hana flieht aus dem zerstörten Tokio nach Yoshiwara, in das schillernde Vergnügungsviertel vor den Toren der Stadt, wo sie zur begehrtesten Kurtisane aufsteigt. Hier begegnet sie dem jungen Samurai Yozo. Doch wo Sex und Macht regieren, hat ihre Liebe keine Zukunft. und so planen sie gemeinsam die Flucht. 



Insgesamt fand ich das Buch eigentlich ganz gut, allerdings hat mich die erste Hälfte zum Teil ein wenig enttäuscht. Im Klappentext steht ja, dass Hana Yozo kennen lernt und ihre Liebe keine Zukunft hat. Zu dieser Begegnung kam es erst ein wenig nach der ersten Hälfte des Buches. Das fand ich ein bisschen schade, da dann alles sehr schnell aufeinander passiert ist und so der Klappentext zum Inhalt nicht so wirklich passt. Es ist mehr ein Nebenstrang als der Hauptstrang der Story. 
Besonders gelungen finde ich allerdings die Beschreibungen der Geisha-Häuser und wie der Alltag der Geishas damals aussah. Man erhält wundervolle, detailreiche Einblicke in diese für uns fremde Welt und ich war ganz verzaubert von den vielen atemberaubend schönen Geishas und ihren Künsten. 
Die Geschichte selbst wird aus zwei Perspektiven erzählt, zum einen aus Hanas Sicht und zusätzlich auch noch aus der von Yozo. So erhält man einen guten Einblick in das Leben der beiden, bis  zu ihrem ersten Aufeinandertreffen. Während Hanas Abschnitte sehr aufregend, mitreißend und vor allem spannend waren, haben mich Yozo's Passagen eher gelangweilt. Bei ihm dreht sich vieles um Seefahrerei und Krieg und im Vergleich dazu, fand ich Hana's Alltag deutlich interessanter. Aber das ist wohl Geschmackssache. 
Lesley Downer vermittelt die japanische Kultur auf sehr angenehme Weise und man lernt einiges dazu und das Gefühl zu haben ein Sachbuch zu lesen. Zudem spürt man deutlich wie intensiv und mit wie viel Liebe die Autorin für ihr Werk recherchiert hat. Am Ende des Buches gibt es zudem ein Nachwort indem sie noch einmal einige Ereignisse genauer erklärt. Auf der letzten Seite ist zudem eine alte Fotografie einer berühmten japanischen Geisha enthalten. Das hat mir sehr gut gefallen, da man sich so besser ein Bild davon machen kann wie Geishas damals wirklich aussahen. 



Bei diesem Buch reist man zurück in ein längst vergangenes Japan und taucht ein in die Welt der Geishas, die besonders zu Kriegszeiten alles andere als einfach für die vielen Frauen war. Lesley Downer hat mit "Die Kurtisane und der Samurai" die Geschichte zweier Menschen wundervoll miteinander verwoben und einen sehr interessanten und lesenswerten historischen Roman geschaffen. 



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