Samstag, 28. März 2020

[Rezension] Flucht an die Themse

© heyne-verlag.de

Daniel Pitt, Sohn des berühmten Ermittlers Sir Thomas Pitt, gerät in seinen zweiten gefährlichen Fall: Der Botschaftsangestelle Philip Sidney soll in den USA eine Frau überfallen haben und unter dem Schutz diplomatischer Immunität an die Themse geflohen sein. Daniels Schwager ist von Sidneys Schuld überzeugt und fleht Daniel an, gegen diesen vorzugehen. Dann wird ausgerechnet Daniel als Sidneys Verteidiger bestellt. Schon bald entdeckt er, dass hinter dem Verbrechen jemand anders stecken könnte. Jemand, der einen gewaltigen Umsturz plant.


Nachdem Daniel Pitt seinen ersten schweren Fall bravourös gemeistert hat, steht er nun vor seiner zweiten großen Herausforderung. Er soll einen Mann verteidigen von dessen Schuld er zunächst überzeugt ist. Dann schleichen sich mehr und mehr Zweifel ein und der Fall nimmt ungeahnte Ausmaße an. 

Gemeinsam mit der Unterstützung seines erfahrenen Kollegen Mr. Kitteridge beginnt Daniel Nachforschungen anzustellen und die unzähligen Unterlagen zu dem Fall zu sichten. Auch die Hilfe von Miriam nimmt er danken an, zumal sie ihm in seinem ersten großen Fall eine große Stütze war. 
Während die Ermittlungen einen großen Raum der Handlung einnehmen, so gibt es auch viele Passagen, in denen man Daniels Familie näher kennen lernt. Seine Schwester Jemima lebt seit ihrer Heirat mit Patrick in den USA und ist nun für einige Wochen zu Besuch in ihrer Heimat, gemeinsam mit ihren beiden Kindern. Obwohl die beiden sich lange nicht mehr gesehen haben und jeder nun seine eigenen Wege geht, spürt man doch deutlich die tiefe Verbundenheit zwischen Jem und ihrem Bruder. 
Der Angeklagte Sidney war für mich lange Zeit ein Rätsel, da er selbst überraschend wenig zu Wort kommt. Auch in die Ermittlungen und deren Ergebnisse wird er nur wenig einbezogen. Er nimmt mehr und mehr die Rolle einer Randfigur ein und das hätte meiner Ansicht nach durchaus besser und vor allen Dingen anders gelöst werden können. 

Daniels Nachforschungen sind äußerst zäh und nur mühsam gibt es erste Erfolge zu verbuchen. Auch wenn die Darstellungen äußerst realistisch sind, so liest es sich mitunter langatmig, da man als Leser das Gefühl hat kein Stück voran zu kommen. Endlose Dialoge, immer wieder neue Theorien und Anhaltspunkte die dann doch wieder vorworfen werden. Ein endloser Kreis beinahe aus dem man nur zu gerne ausbrechen möchte. 

Auf den letzten Seiten steigt die Spannung dann doch noch einmal ernorm an, als es zum entscheidenden Verhandlungstag vor Gericht kommt. Hier konnte Daniel richtig gut glänzen und hat seine Rolle perfekt ausgefüllt. 


"Flucht an die Themse" hat durchaus seine kleinen Momente und Höhepunkte, insgesamt kann es allerdings nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten. Mir waren die zähen Stellen, dann doch zu zahlreich und tatsächlich war ich gegen Ende hin froh, dass Buch nun geschafft zu haben. 



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