Montag, 4. Mai 2020

[Rezension] Mein Leben nach dem Tod

© luebbe.de

Ob Forensik-Freak, Herr der Maden oder Käfer-Nerd - eines ist klar: Der Kriminalbiologe Mark Benecke hat eine ganz besondere Leidenschaft, nämlich Leichen. In seiner Autobiografie erfahren wir nun endlich, ob er sich bereits als Kind für Tatorte interessiert hat, was ihn an Insekten so fasziniert und warum er sich heute auch politisch engagiert. Das spezielle Interessen kein Hindernis für ein erfülltes und glückliches Leben sind, zeigt er mit seinem Buch und macht damit allen Leser*innen Mut, den eigenen Weg zu gehen. 

In seiner Autobiografie erzählt Mark Benecke von seiner Kindheit und seinen Hobbys und seinem beruflichen Werdegang, der ihn auch nach New York geführt hat. Der Herr der Maden zeigt seine vielen verschiedenen Interessen und spricht offen über seine eigenen Macken. Diese direkte Art macht ihn für mich gleich noch sympathischer. 

Neben Einblicken in sein privates Leben, erfährt man als Leser auch allerhand über seinen beruflichen Alltag. Besonders faszinierend war für mich der Vergleich von früher zu heute. Da hat sich bezügl. Ansichten und Technik wirklich einiges verändert. Besonders wichtig für Mark ist Objektivität. Je weniger er über den Fall, also mögliche Täter oder Hinterbliebene eines Opfers weiß, umso besser. Für ihn zählen allein die Spuren - und die erzählen eine Menge. 

Die Biografie liest sich nicht als solche, sondern man hat vielmehr das Gefühl einem guten Freund zu lauschen. Es ist beeindruckend, wie sehr Mark seiner inneren Stimme folgt, unabhängig davon was andere von ihm denken oder ob seine Pläne auch lukrativ sein. An wichtigster Stelle ist seine persönliche Leidenschaft und seine Freude an dem was er tut. Davon kann man sich definitiv eine Scheibe abschneiden. Zu oft lassen die Menschen sich heute in Schubladen drängen und scheuen sich vor ihren Wünschen zurück, aus Angst was andere dann wohl von ihnen denken. Mark Benecke ist hier das genaue Gegenteil. 

In dem Buch werden auch einige besondere Fälle eingeflochten, wie auch seine Arbeit an der berühmten >>Body Farm<<. Mit der Zeit konnte ich seine Distanziertheit zu den oftmals grausigen Bildern - die er aufgrund seiner Arbeit zu sehen bekommt - gut verstehen und nachvollziehen. 

Mark Benecke lässt den Leser an seinem Leben und seiner Vergangenheit teilhaben, wobei sein Privatleben außen vor bleibt. Das stört aber überhaupt nicht, da seine Arbeit genug spannende Informationen bereithält um den Leser zu unterhalten. Für mich ein großartiges Werk!


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