Donnerstag, 2. April 2020

[Rezension] Nightrunner

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Evelyn und Leonow leben in einer Welt voller Kriege: Arm gegen Reich, der richtige gegen den falschen Glauben. Um zu überleben, werden sie zu Nightrunnern - Schatzjägern auf der Suche nach geheimen Wunderwaffen und verschütteten Artefakten. Dabei ahnt Evelyn nicht, dass sie ein Geheimnis in sich trägt. Ein Geheimnis, dass sie mit Leonow verbindet und das daher der Schlüssel zur Herrschaft über die gesamte Welt ist. Für beide geht es jetzt um Leben und Tod, denn nicht nur irdische Mächte haben es auf sie abgesehen...



Nach seiner Dilogie musste ich nun unbedingt auch das neueste Werk von Lukas Hainer lesen. Die Welt und Atmosphäre erinnern stark an eine Mischung aus Dystopie und Steampunk und nur zu gerne habe ich mich in eine Welt voller Geheimnisse, Magie und Gefahren entführen lassen. 

Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt und beginnt in der Kindheit von Evelyn und Leonow, also viel früher als man vermuten würde. Beide könnten nicht unterschiedlicher aufwachsen und ihre Schicksale und ihre Vergangenheit haben mich sehr berührt. Evelyn ist lungenkrank und befürchtet nicht mehr lange zu leben, als ein großer Mann in die Stadt kommt und einen verheerenden Krieg anzettelt. Ihr Leben wird fortan nie mehr so sein wie es einmal war. Parallel dazu lernen wir Leonow näher kennen, dessen Eltern tot sind. Als er einen Halbengel kennen lernt erfährt er viel über seine Vergangenheit und einiges wäre wohl besser im Verborgenen geblieben. Gerade als es richtig spannend wird und man tausend Fragen im Kopf hat gibt es einen Cut und die Handlung wendet sich Kurt zu. 
Kurt versuchst sich in der zerstörten Stadt Wien als Nightrunner durchzuschlagen.

Im zweiten Drittel hatte ich zunächst Schwierigkeiten mich zurecht zu finden und der Krieg zwischen den Amerikaner und der Hand des Zaren mit zentralem Punkt in Wien wird erst später näher beleuchtet. Vielmehr befinden wir uns in der Nachkriegszeit, die unsere Protagonisten und ihre Gefährten nach Wien führt. Die Stadt ist zerstört und der Tod scheint überall zu lauern. Zwischen verschiedenen Fronten gibt es dann noch die Nightrunner und alles scheint in einem ziemlichen Durcheinander zu versinken. 
Dieser mittlere Teil lebt von rasanten Verfolgungsjagden und Kämpfen und lässt sich überaus spannend und flott lesen. Die Atmosphäre ist weiterhin gefahrenvoll und düster. 
Etwas gestört hat mich allerdings, dass es so viele Ansätze gibt, die nicht weiter erklärt werden. Was ist z.b. mit den Jesiten passiert? Warum scheint Evelyn geheilt und wo kommen plötzlich die Amerikaner her? Und dann frage ich mich auch, was nun genau eine Schai ist, das wird leider ebenfalls nicht erklärt. 

Im dritten Teil werden die komplexen Handlungsstränge dann zu einem hochspannenden Showdown hingeführt. Der Überlebenskampf der Protagonisten nimmt dabei den größten Raum ein und alles andere rückt in den Hintergrund und wird nicht näher ausgeführt. Der finale Kampf nimmt epische und aufregende Ausmaße an und hier war die Spannung definitiv am höchsten. Etwas unbefriedigt lässt mich das Ende dennoch zurück, da einfach zu viele Fragen und Hintergründe offen bleiben und nicht einmal versucht wurde diese zu erklären. Da es sich hierbei um einen Einzelband halten soll, werden meine Fragen wohl auch nicht geklärt werden. 


"Nightrunner" ist eine düstere, actionreiche Dystopie mit sehr interessanten fantastischen Elementen. Da diese und ihre Hintergründe leider nur wenig bis gar nicht ausgeführt werden bleiben viele Fragen offen und deswegen muss ich leider eine Herz abziehen. 



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