Freitag, 10. April 2020

[Rezension] Was geschah mit Femke Star

© drachenmond.de

Einst waren Femke und Anouk beste Freundinnen, bis ein Verrat die beiden entzweite. Was blieb, war die Hassliebe zweier Mädchen, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Doch als Femke eines Tages Anouk um Hilfe bittet, kommt es zu einem schrecklichen Unfall, der Anouks Leben für immer verändert. 
Von hässlichen Erinnerungsfetzen geplagt, versucht Anouk herauszufinden, was Femke widerfahren ist, und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Und auch die Zeit arbeitet gegen sie, als Anouk die Hauptverdächtige eines Verbrechens wird, das sie nicht begangen hat...


Auf der Rückseite des Buches befindet sich eine Triggerwarnung für alle die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es bei kritischen Themen eine solche Warnung gibt, allerdings fällt diese hier viel zu ungenau aus meiner Meinung nach. Und wie sollen Jugendliche anhand dieser spärlichen Aussage wissen, dass das Buch nichts für sie ist?

Ehrlich gesagt kann ich den Hype um das Buch nicht nachvollziehen, ich bin vielmehr geschockt von der Geschichte. Das Hauptthema ist Vergewaltigung, was allerdings erst ab dem zweiten Teil der Geschichte deutlich wird. Und die Aufarbeitung ist komplett daneben gegangen. Scheinbar jeder Junge an der Schule wird zum Vergewaltiger, aufgrund einer Schmiererei an einer Schultoilette. So ganz ernst nehmen kann ich das nicht, denn es entspricht einfach in keinster Weise der Realität. 
Dann gibt es einen männlichen Protagonisten, der Anouk zur Seite steht und genau dieser soll der einzige Mann weit und breit sein, der nicht daran denkt eine Vergewaltigung zu begehen. Stattdessen fühlt er sich vergewaltigt, weil sich eine Frau ihm annähert? Alles sehr verworren und seltsam. 

Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die Vergewaltigungsszenen an sich. Anstatt sich auf die Aufklärung dieses heiklen Themas zu fokussieren wirkt es vielmehr als wollte die Autorin möglichst viele Schockmomente einbauen. Die hätte die Handlung selbst aber überhaupt nicht nötig. Außerdem wird das Buch als Jugendthriller betitelt und ich würde vielen Jugendlichen dringend davon abraten das Buch zu lesen, es ist einfach mehr für Erwachsene geschrieben. 

Die im Buch angesprochene Thematik finde ich unglaublich wichtig und es sollte definitiv mehr Bücher dieser Art geben, allerdings wurde es hier völlig falsch umgesetzt. Viel zu brutal und knallhart werden die meisten Szenne beschrieben und ich würde das Buch viel eher Erwachsenen als Jugendlichen empfehlen. Außerdem sollte die Triggerwarnung konkreter ausfallen. 


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